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Graphcore: Hundertfach schnellere und effizientere Prozessoren für KI

31.01.2018 | 10:11 Uhr | Thomas Hartmann

Das britische Halbleiter-Startup Graphcore will als Hersteller von neuartigen Prozessoren dafür sorgen, Chips für maschinelle Intelligenz viel schneller und energieeffizienter zu machen.

Graphcores erklärtes Ziel ist es, sogenannte IPUs (“Intelligent Processing Units”) der nächsten Generation für maschinelles Lernen herzustellen. Diese sollen die Kosten mindern und gleichzeitig AI-Applikationen in der Cloud und für Unternehmen-Datencenter deutlich beschleunigen. Für seine ”komplett neue Prozessorarchitektur” sucht das Unternehmen derzeit weitere Entwickler und Ingenieure.

Herkömmliche Prozessoren sind für die spezifischen Anforderungen von künstlicher oder besser maschineller Intelligenz zu langsam und unflexibel geworden, weswegen bereits Nvidia mit einer 3000 US-Dollar teuren Grafikkarte für diesen Bereich aufwartete, da diese visuelle und auditive Daten besser verarbeiten kann. Graphcore seinerseits konnte bereits Konzerne wie Samsung und Dell oder Investoren wie Hermann Hauser für sein Konzept gewinnen, schreibt das österreichische IT-Portal "Futurezone" und bringt ein interessantes Interview mit dem Gründer des Startups, Nigel Toon, das dort in voller Länge lesenswert ist.

Ein paar Highlights aus diesem Interview: Toon will mit seiner Firma eine IPU entwickeln, welche die hundertfache Leistung gegenüber herkömmlichen Prozessoren erbringen und dabei besonders energieeffizient sein soll, wozu man die Architektur von Grund auf neu konzipiere.

Zum gegenwärtigen Entwicklungsstand von selbst fahrenden Fahrzeugen meint der Unternehmenschef, dass man hier durchaus mit Fehlern und Unfällen rechnen müsse, bevor man die Vollautomatisierung erreiche. Dazu müsste die Leistung ganzer Servertürme künftig in Autos verbaut werden – wozu wiederum neue Komponenten wie in den Prozessoren von Graphcore erforderlich seien.

Toon glaubt, dass wir derzeit die Geburtsstunde einer neuen Computer-Ära erleben, angeführt durch intelligente Systeme und Maschinen, die bei der Bewältigung von Krankheiten und der Gestaltung einer besseren Welt helfen sollen. Er sieht intelligente Systeme eher als Assistenten und weniger als Gefahr für die Menschheit, die für ihn nur theoretisch besteht.

Selbstverständlich werde es auch zum Jobverlust in einigen Bereichen kommen, Toon nennt beispielhaft Lkw-Fahrer. Doch der CEO verweist auch darauf, dass technologische Umbrüche schon in der Vergangenheit bewältigt wurden und auch neue Arbeitsmöglichkeiten brachten. Eine rote Linie sieht er, wenn maschinelle Intelligenz etwa in Robotern genutzt wird, um Menschen zu töten. Hier müsse, am besten durch die Vereinten Nationen, gegen gesteuert werden.

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