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Grünenvorsitzender will Twitter- und Facebook-Accounts löschen

07.01.2019 | 13:39 Uhr |

Grünenvorsitzender Robert Habeck möchte seinen Twitter- und Facebook-Account löschen, wegen „Hass, Böswilligkeit und Hetze“.

Der Grünenvorsitzende Robert Habeck wird seine Social-Media-Accounts auf Facebook und Twitter löschen; das kündigte der Vorsitzende über seine Webseite und dem Internetauftritt der Grünen an.

Zu den Gründen zählt Habeck Kritik nach einem Wahlkampfvideo, außerdem gestohlene private Daten von Habeck, anderen Politikern und Prominenten, die im Internet veröffentlicht wurden.

In dem am Sonntag von den Thüringer Grünen veröffentlichten Video sagte Habeck: „Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land.“ Daraufhin antwortete, der auch von dort stammende Bundestagsgeschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, auf Twitter: „In welchem Gefängnis habe ich die letzten Jahre gelebt?“ Weiterhin wiesen einige Personen auch darauf hin, dass die Grünen momentan selbst in Thüringen regieren, mit SPD und Linkspartei. Die Grünen löschten daraufhin ihren Aufruf, Begründung: viele hätten ihn „falsch verstanden […] gemeint war schlicht, dass ich den Wahlkampf mit einen Aufruf für weitere Arbeit und Engagement für Demokratie und Ökologie garnieren wollte“ schrieb Habeck dazu. „Aber ich hab es anders gesagt – 'wird', statt 'bleibt'; ein kleines Wort, ein echter Fehler.“

Schon in einem vorherigen Video auf Twitter, äußerte sich Habeck missverständlich. Vor der Landtagswahl in Bayern hatte er gefordert, die CSU-Alleinherrschaft zu beenden, damit man sagen könne: „Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern." Später räumte Robert Habeck jedoch ein: „Die Kritik daran nehm ich an. Das war im Wahlkampffieber einer zu viel. Sorry dafür!“

Aus seinen Fehlern will Habeck nun die Konsequenz ziehen: „Und meine ist, dass ich meinen Account lösche […] Und da der Datenklau, der die persönlichsten Gespräche zwischen mir und meiner Familie jetzt auf alle Rechner der deutschen Tageszeitungen und jede Menge rechter Medien gebracht hat, maßgeblich über Facebook erfolgte, lösche ich meinen bei Facebook auch.“

Twitter ist voller „Hass, Böswilligkeit und Hetze“

Twitter als Medium sieht der Politiker besonders kritisch: „In keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze.“ Das soll auch auf ihn selbst abgefärbt haben: „Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen.“ Weiterhin sei sich Habeck bewusst, dass es ein Fehler sein könnte die Accounts zu löschen und dem daraus resultierenden Verzicht auf deren Reichweite: „Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen“


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