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Hacker drohen: Daten von 120 Millionen Facebook-Nutzern gestohlen

05.11.2018 | 10:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Hacker behaupten die Daten von 120 Millionen Facebook-Konten erbeutet zu haben. Mit privaten Nachrichten mit intimen Inhalten.

Die BBC berichtet von einem neuen gro├č angelegten Diebstahl von Facebook-Nutzerdaten. Ein Hacker namens FBSaler bot im September 2018 auf englischsprachigen Webseites beziehungsweise Foren, von denen mindestens eine anscheinend von Sankt Petersburg aus betreut wurde, die privaten Nachrichten von 81.000 Facebook-Nutzern zum Kauf an. Pro Facebook-Account verlangte der Datendieb demnach 10 US-Cent.

Der russische Zweig der BBC nahm mit dem Anbieter Kontakt auf und gab sich als Kaufinteressent aus. Dabei fragte die BBC, ob die nun angebotenen Facebook-Daten aus dem Cambridge-Analytica-Skandal oder von dem im September 2018 bekannt geworden Daten-Diebstahl stammen w├╝rden. Ein Hacker, der sich John Smith nannte, antwortete, dass seine Daten nichts mit den beiden genannten Daten-Skandalen zu tun haben w├╝rden. Auf die Frage, ob der russische Staat oder dem russischen Staat nahe stehende Hacker f├╝r den Angriff verantwortlich seien, antwortet der Hacker mit ÔÇ×NeinÔÇť.

Der Angreifer behauptete au├čerdem, dass er insgesamt ├╝ber die Daten von 120 Millionen Facebook-Nutzer verf├╝gen w├╝rde. Die Sicherheitsfirma Digital Shadows ├╝berpr├╝fte im Auftrag der BBC die angebotenen Daten und stellte fest, dass mehr als 81.000 der zum Kauf angebotenen Profile tats├Ąchlich private Facebook-Nachrichten enthalten w├╝rden. Das Sicherheitsunternehmen Digital Shadows bezweifelt allerdings, dass Facebook einen derart gro├čen Datendiebstahl mit 120 Millionen betroffenen Konten nicht bemerkt h├Ątte.

Der russische Zweig der BBC kontaktierte f├╝nf betroffene russische Facebook-Nutzer, deren private Nachrichten von den Hackern auf die Verkaufswebseite hochgeladen worden waren. Darunter befanden sich Urlaubs-Fotografien und ein intimes Liebesgefl├╝ster zwischen einem Paar. Diese best├Ątigten, dass die gestohlenen Nachrichten echt seien.

Laut der BBC w├╝rden viele der betroffenen Facebook-Nutzer aus Russland und der Ukraine stammen. Einige Nutzer kommen aber auch aus Gro├čbritannien, den USA, Brasilien und aus anderen Staaten. Nutzer aus Deutschland nennt der BBC-Bericht nicht explizit.

Die Angreifer machten zudem Daten von weiteren 176.000 Facebook-Konten zug├Ąnglich. Bei den darin enthalten Daten wie zum Beispiel Mailadressen und Telefonnummern w├Ąre es aber m├Âglich, dass diese einfach von Facebook-Nutzern eingesammelt wurden, die diese Angaben nicht auf privat gestellt und somit nicht vor dem Zugriff fremder Nutzer gesch├╝tzt haben.

Guy Rosen, Vize-Pr├Ąsident von Facebook, hat sich gegen├╝ber Wired zu dem Bericht ge├Ąu├čert. Er sagte, dass Facebook keine Sicherheitsl├╝cke auf seinen Servern habe feststellen k├Ânnen. Der Facebook-Mitarbeiter vermutet stattdessen, dass die Angreifer bestimmte Browser-Erweiterungen - wie es sich zum Beispiel f├╝r Chrome, Opera und Firefox gibt - daf├╝r genutzt haben d├╝rften, um die Benutzerdaten abzugreifen. Facebook habe die Browser-Hersteller informiert, damit diese die betroffenen Browser-Erweiterungen entfernen w├╝rden; die Namen der problematischen Browsererweiterungen verriet Facebook aber nicht. Zudem habe Facebook die Strafverfolgungsbeh├Ârden und lokale Beh├Ârden eingeschaltet, um zu erreichen, dass die Webseiten entfernt werden, auf denen die Daten angeboten werden. Das war laut BBC in mindestens einem Fall erfolgreich, diese Angebot ist mittlerweile offline.

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