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Update: Hacker überlisten angeblich Face ID im iPhone X

28.11.2017 | 10:12 Uhr |

In einem kurzen Video ist es einer Sicherheitsfirma gelungen, die Face ID auszutricksen. Zweifel sind auch weiter angebracht.

Update vom 28. November 2017:

Das vietnamesische Unternehmen Bkav hat nun ein einem zweiten Video gezeigt, dass eine etwa 200 US-Dollar kostende Maske aus dem 3D-Drucker es ermögliche, FaceID auf dem iPhone auszutricksen. Nun ist zu sehen, wie ein menschlicher Nutzer Face ID mit seinem Gesicht einrichtet und anschließend die Maske das Telefon nicht nur einmal entsperrt. Dabei ist auch die Funktion "Aufmerksamkeitsprüfung" aktiviert, die feststellen soll, ob der Nutzer auf das iPhone schaut. Die Augen der Maske bestehen aus zweidimensionalen Infrarotaufnahmen. Bkav warnt, dass jedermann in Gefahr sei, mit einer vergleichsweise günstigen Prozedur den exklusiven Zugang zu seinem iPhone X zu verlieren . Anders als Fingerabdrücke würde man Fotos von Gesichtern auch leichter aus der Ferne bekommen.

Doch hier setzen die Zweifel wieder ein, denn Bkav hat nicht gezeigt, wie er aus einem zweidimensionalen Foto ein dreidimensionales Abbild des Gesichts aus dem 3D-Drucker bekommt – 3D-Scans sind aus der Ferne nun einmal nicht möglich. Dafür lassen sich Fingerabdrücke – etwa von Prominenten – durchaus aus hochauflösenden Fotos ermitteln.

Ursprüngliche Geschichte vom 13. November 2017:

Geknackt: Seinerzeit hatte es nur wenige Tage gedauert, dass Sicherheitsexperten und Bastler vermeldeten, sie könnten mit einem 3D-Drucker und überschaubaren Aufwand die Fingerandruckerkennung Touch ID überlisten. Seitdem Apple die Gesichtserkennung Face ID präsentierte, war es in der Szene merkwürdig still. Der Blog Boy Genius Report (BGR) berichtet nun jedoch von einem angeblich erfolgreichen Versuch einer vietnamesischen Sicherheitsfirma, die dafür aber einen bedeutend höheren Aufwand betrieben musste. Das Gesicht wird von einem 3D-Drucker modelliert, auf entscheidende Stellen wie die Stirn kommt eine Silikonmaske, dazu 2D-Abbilder von Mund und Augen. Die Maske entsperrt das iPhone X demnach von alleine, aber auch, wenn ein anderer trägt.

Für einfache Kriminelle dürfte der Aufwand zu groß sein, für Strafverfolgungsbehörden wäre der Ansatz aber durchaus interessant. Bei der Vorführungsmethode der vietnamesischen Hacker sind jedoch auch Zweifel angebracht. Aus dem Video wird nicht ersichtlich, ob die Face ID für das Gesicht des Nutzers oder für die Maske selber eingerichtet worden ist. Wenn das letztere der Fall ist, hat das Video keinen Beweiswert, denn auch der Computerbild ist gelungen, die Face ID für eine lebensechte Wachsmaske einzurichten und mit eben gleicher Maske das iPhone zu entsperren.

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