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Hat Dell den "iMac Pro" schon jetzt im Angebot?

26.04.2017 | 13:30 Uhr |

Der neue All-in-One von Dell bietet auf Wunsch Xeon-CPUs und zeigt, was der kommende iMac Pro bieten könnte.

Apple hat bereits angekündigt, neben einem komplett neuen Mac Pro auch einen für anspruchsvolle Anwender geeigneten iMac vorzustellen. Der wohl Ende des Jahres erscheinende „iMac Pro“ soll laut Gerüchen Xeon-CPUs und eine leistungsfähige Grafikkarte bieten. Vor einigen Tagen hat aber Dell einen neuen All-in-One vorgestellt, der viele dieser neuen Eigenschaften bereits besitzt – bei näheren Betrachtung gibt es aber doch einige Unterschiede und Schwächen bei Dells Workstation-Konzept.

Der nicht nur Apple-Fans an einen iMac erinnernde Dell Precision 5720 All-in-One bietet einen 27-Bildschirm, im Unterschied zu Apples 5K-Bildschirmen allerdings in herkömmlicher 4K-Auflösung. Thunderbolt 3 wird unterstützt, als Speichermedium kann man zwischen 2,5-Zoll-Festplatten oder einer SSD wählen – einer M.2 PCIe SSD. Wie für eine echte Workstation erforderlich bietet Dell den neuen Komplettrechner auf Wunsch mit Xeon-CPUs an. Als Maximalausstattung steht Intels Xeon E3-1275 v6 zur Verfügung, ein Quad Core HT mit 3.8Ghz (4,2 GHz Turbo). Bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher sind nutzbar, wahlweise ECC oder non-ECC. Aber auch sonst ist die Ausstattung auf hohem Niveau, kostet der Dell-iMac doch in der Standardausstattung zwar nur 1699 Euro, in Vollausstattung mit schnellster CPU, 64 GB RAM und 2 TB SSD-Speicher stolze 4656 Euro (Listenpreis wären sogar 6650 Euro, es gibt aber 30 Prozent Rabatt).

Die Grafikkarte ist eine echte Workstation-Karte von Radeon.
Vergrößern Die Grafikkarte ist eine echte Workstation-Karte von Radeon.

Interessant finden wir aber vor allem, welche Grafikkarte Dell ausgewählt hat, könnte diese doch auch gut im nächsten iMac landen. Ein All-in-One bietet wenig Platz, auch die Kühlung einer leistungsfähigen Grafikkarte ist ein Problem. Dell verbaut als Standard eine teure Workstation-Grafikkarte, die Ende letzten Jahres vorgestellte AMD Radeon Pro WX 4150 mit 4 GB RAM, gegen Aufpreis erhält man eine Radeon Pro WX 7100 mit 8 GB RAM und 130 Watt. Dabei handelt es sich um kostspielige Spezial-Grafikkarten für Workstations, die halb so groß wie herkömmliche Grafikkarten sind ( so genannte ​“Single Slot von voller Höhe, Länge von 9,5 Zoll“). AMD bezeichnet die Radeon Pro WX 7100 als „leistungsstärkste Single-Slot-Workstation-GPU der Welt“, die speziell für VR-Anwendungen entwickelt wurde. Die Leistung klingt nicht schlecht: Die von AMD versprochene Performance von 5,7 Tflops Leistung bringt sie in die Nähe des Mac Pro, dessen zwei Fire Pro D700-GPUs einzeln je 3,5 Teraflops erreichen. 5K-Monitore werden unterstützt. Allerdings ist sie schon seit Ende letzten Jahres auf dem Markt und hat bei Tests dann doch Schwächen gezeigt: So soll der kleine Lüfter relativ laut sein und hohe Leistung entwickelt die Grafikkarte nur mit eigens optimierter Software.

Es ist gut möglich, dass im kommenden iMac bereits das Nachfolgemodell zum Einsatz kommt, zur NAB hat Radeon  gerade das neue Radeon Pro-Modell Radeon Pro Duo vorgestellt - im Prinzip eine WX 7100 mit zwei GPUs , die eine Rechenleistung von 11,45 Teraflops erreichen soll.

Fazit: Die Grafik-Leistung des kommenden iMac Pro wird wohl der des Dell Precision entsprechen, für größere Grafikkarten ist kein Platz und auch das Angebot an Intel-Prozessoren ist begrenzt. Zumindest beim 5K-Display bleibt aber Apple wohl weiter Marktführer - offensichtlich war Dell dies einfach zu teuer.

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