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High Sierra kommt, einige Bugs in Sierra werden bleiben

24.07.2017 | 15:11 Uhr | Stephan Wiesend

Mit dem Erscheinen des neuen Systems High Sierra bleiben wohl einige Fehler in Sierra unkorrigiert.

Es ist eigentlich nicht neu, dass Apples Betriebssysteme die eine oder andere Macke haben. Kurz vor Erscheinen des kommenden macOS-Systems High Sierra ist aber wohl unwahrscheinlich, dass diese noch jemals behoben werden. Die Seite Eclecticlight hat eine interessante Aufstellung kleiner und gr├Â├čerer Bugs von macOS 10.12 zusammengestellt . Einige davon betreffen das System, andere Unterfunktionen von Apple-Programmen.

Nicht ganz fehlerfrei ist etwa die Druckfunktion der App Kontakte. ├ľffnet man n├Ąmlich Apples Adressverwalter und aktiviert die Druckfunktion, muss man nur statt ÔÇ×AdressetikettenÔÇť den Stil ÔÇ×TaschenadressbuchÔÇť w├Ąhlen. Von da an f├╝hrt jede ├änderung der Einstellungen zum Absturz der App ÔÇô wie wir reproduzieren konnten. Nach dem Ausprobieren sollte man au├čerdem unbedingt den Stil wieder auf Adressetiketten stellen. Bei Vorschau hat Apple dagegen ohne Kommentar eine Funktion gestrichen: Bei neueren Versionen des sogenannten PDFKit steht die Funktion ÔÇ×DiensteÔÇť einfach nicht mehr zur Verf├╝gung.

Zwei Fehler bei Mail gibt es ebenfalls zu erw├Ąhnen: So nutzt das E-Mail-Programm bei der Erstellung von HTML-Nachrichten veraltete HTML-Tags und zeigt Schriften bestimmter Gr├Â├čen falsch an. Au├čerdem zeigt das Programm manchmal die Anzahl der ungelesenen oder markierten E-Mails falsch an. Korrigieren kann man letzteres aber zumindest tempor├Ąr durch Neuaufbau der Datenbank . Nach unserem pers├Ânlichen Eindruck hat Mail au├čerdem noch weitere Fehler, etwa bei der Verwaltung von VIP-Mails.

Der Finder hat laut Bericht ebenfalls zwei Bugs, man k├Ânnte es nach unsere Meinung aber auch als Schw├Ąchen des Programms sehen: Ruft man in der Spaltenansicht einen Ordner auf, wird der Inhalt oft in einer v├Âllig ├╝bertriebenen Gr├Â├če dargestellt. Manchmal ist die Spalte f├╝r die Dateinamen so gro├č, dass Angaben wie Gr├Â├če und Art nicht mehr zu sehen sind. Unberechenbar verh├Ąlt sich der Finder aber auch bei der Option ÔÇ×Fenster/ZoomenÔÇť in der Listenansicht: Will man die Ansicht maximieren, ist schwer abzusehen, wie stark sich das Fenster vergr├Â├čert. Offenbar h├Ąngt dies davon ab, wie viele Objekte im Fenster aufgelistet werden m├╝ssen.

Auch das Aufwecken aus dem Ruhezustand ist nicht immer problemlos, vor allem bei einem iMac 5K mit externen Monitor: So soll auch unter 10.12.6 noch das Problem auftreten, dass nur der externe Monitor aufwacht. Der interne iMac-Monitor l├Ąsst sich dagegen nur durch einen Neustart reaktivieren. Nicht nachpr├╝fen k├Ânnen wir au├čerdem die Behauptung, Apples Bluetooth-Tastaturen w├╝rden ├Âfter mal doppelte Eingaben ├╝bertragen.

Weitere kleine Probleme betreffen au├čerdem Konsole und Festplattendienstprogramm, hier handelt es sich aber nach unserer Meinung eher um M├Ąngel der Funktionalit├Ąt.

Unsere Meinung:

Aktuell erscheint jedes Jahr eine neue Betriebssystemversion von macOS mit innovativen neuen Funktionen. Offensichtlich hat dies eine h├Âhere Priorit├Ąt, als bekannte Fehler zu beheben, die nur bei einigen wenigen Anwendern auftauchen. Es ist ja auffallend, dass es sich vor allem um Fehler handelt, die dem herk├Âmmlichen Anwender nie auffallen. Wer benutzt etwa heute noch eine Taschen-Adressbuch und druckt seine Kontaktadressen in diesem Format aus? Auch die Fehler in Mail und dem Finder fallen wohl eher Profi-Anwendern auf. So ├╝berrascht es wenig, dass der Adressbuch-Bug auch in der Beta von High Sierra noch auftaucht.

In den tieferen Bereichen des Systems gibt es ja noch eine ganze F├╝lle weiterer kleiner Systembugs zu finden. So z├Ąhlt der f├╝r Systemtools wie Tinker Tool System bekannte Marcel Bresink eine ├╝berraschend gro├če Serie von Apple bekannten System-Defekten auf, diese sind zudem Apple offenbar schon lange bekannt. Um von diesen Fehlern betroffen zu sein, muss man aber schon sehr tief in das System eingreifen ÔÇô was Apple wenig sch├Ątzt. So handelt es sich dabei um Funktionen wie den Textmodus des Systems (der manchmal einfach nicht funktioniert) oder Probleme mit Benutzerrechten. Wenn man sich von den von Apple vorgegebenen Pfaden entfernt, st├Â├čt man folglich auf Probleme. So gibt es etwa bekannte Probleme mit der Dateiintegrit├Ąt, wenn man f├╝r das Kopieren von Dateien eine alte Version des selten benutzte Netzwerkprotokoll NFS nutzt. Der Fachjournalist und Entwickler Lloys Chambers f├╝hrt deshalb auf seiner Seite eine eigene Rubrik namens ÔÇ× Core Rot at Apple ÔÇť zu diesem Thema und machte einmal die boshafte Bemerkung ÔÇ×Fortunately, Apple does not make clothing or condoms.ÔÇť

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