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i-tec MySafe Thunderbolt 3: Schnelles und kompaktes SSD-Gehäuse

06.02.2019 | 17:32 Uhr | Stephan Wiesend

Das i-Tec MySafe Thunderbolt 3 ist ein günstiges Thunderbolt-3-Gehäuse für aktuelle SSD. Wir testen es mit der neuen SSD WD Black.

Nachtrag:

Laut Hersteller haben sich einige neuere SSD als nicht kompatibel erwiesen: dazu gehören die Samsung 970 EVO PLUS, Samsung 970 PRO, Samsung 960 PRO, Samsung 960 EVO, PILOT XTB – MKNSSDPLXTB-D8. Kompatibel sind die SSDs Samsung 970 EVO, WD Black SN750, Samsung 950 PRO

Ursprünglicher Artikel:

Kompakte Thunderbolt-SSDs kommen immer mehr in Mode, sind doch damit Datenraten von über 2000 MB/s möglich. Aktuell gibt es bereits ein Dutzend dieser schnellen aber teuren Thunderbolt-Medien – eine Übersicht finden Sie hier .

Mangelware sind dagegen kompakte Leergehäuse. Für Video-Profis gibt es zwar zahlreiche Thunderbolt-3-Gehäuse wie das Node Lite von Akitio – diese sind aber groß und teuer. Im deutschen Fachhandel findet man aktuell nur ein einziges mobil nutzbares Gehäuse, das i-tec MySafe Thunderbolt 3 von der tschechischen Firma iTec. Im Fachhandel ist das Gerät für knapp 130 Euro zu haben, etwa bei Amazon und Cyberport .

i-tech MySafe bei Amazon.de für 140 Euro kaufen

Was man wissen muss: Das Gehäuse ist nur für M.2.SSDs des Typs NVMe geeignet, die ein wenig wie ein übergroßer RAM-Riegel aussehen. Die fast identisch aussehenden M.2-SSDs mit SATA-Schnittstelle und die SSD-Bausteine eines neueren Macs sind nicht kompatibel. Ein weiteres Problem sind die Anschlüsse: Das Gerät ist nicht per USB-C-Schnittstelle oder USB nutzbar, so kann man es etwa am Macbook 12-Zoll und älteren Macs nicht verwenden.

Test-SSD – WD Black SN750

Für unseren Test stand uns eine topaktuelle NVMe von WD zu Verfügung, die gerade erschienene WD Black SN750 mit 1TB Kapazität. Diese neue NVMe-SSD von WD erreicht beim Lesen laut Hersteller Datenraten von bis zu 3470 MB/s und bis zu 3000 MB/s beim Schreiben. Mit einer IO-Leistung von 500 000 IOPS ist sie auch äußerst performant bei Dateizugriffen – beispielsweise beim Systemstart oder Öffnen einer App. Die Thunderbolt-3-Schnittstelle erreicht in der Praxis maximal 2600 MB/s, die SSD eignet sich deshalb hervorragend, um die Leistung des kleinen Gehäuses auszutesten. Laut WD ist sie außerdem besonders energieeffizient sein, wichtig für ein passiv gekühltes Gehäuse. Es gibt sie in Kürze auch in einer Version mit Heatsink, diese würde aber wohl nicht in das Thunderbolt-Gehäuse passen. Mit 250 Euro ist sie allerdings nicht ganz billig, langsamere NVME-SSDs mit einem TB Kapazität gibt es schon ab 150 Euro.

Als SSD verbauten wir eine WD Black SN750 mit einem TB Speicher.
Vergrößern Als SSD verbauten wir eine WD Black SN750 mit einem TB Speicher.

Lieferumfang und Einbau

Das Gehäuse von i-tec erreicht uns in einer schlichten Schachtel, die zusätzlich eine brauchbare Schutzhülle, Torx-Schraubenzieher, eine Torx-Schraube und zwei Klebeleisten für die Abdeckung der vier Gehäuse-Schrauben enthält. Das Aluminiumgehäuse mit Kühlrippen an den Seiten macht einen guten Eindruck, die Verarbeitung ist hochwertig und wirkt durchdacht. Laut Aufschrift ist das Gerät „Made in Taiwan“ und „Designed in Czech Republic“, als Produktname trägt es die Bezeichnung TB2MYSAFEM2.

Ein Schraubenzieher und zwei Klebestreifen für die Unterseite gehören zum Lieferumfang.
Vergrößern Ein Schraubenzieher und zwei Klebestreifen für die Unterseite gehören zum Lieferumfang.

Der Einbau dauert nur wenige Minuten und ist recht einfach: Nach dem Entfernen von vier Schrauben kann man den Boden abnehmen und seine NVMe-SSD in eine passende Schnittstelle stecken. Mit der einzelnen Schraube muss man nun die SSD an der anderen Seite festschrauben – die SSD muss man dazu etwas herunterdrücken. Gut: Auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich ein Wärmeleitpad für die Kühlung der SSD. Schade: Das Thunderbolt-Kabel ist nicht nur fest verankert, leider ist es nur 15 cm kurz. Das schränkt die Nutzungsmöglichkeiten doch etwas ein. Inklusive SSD wiegt es 150 Gramm, mehr als manche externe Festplatte.

Performance

Nach dem Anschluss an unseren Mac Mini von 2018 wird das Gehäuse sofort erkannt, auch im folgenden Test treten keine Probleme auf. Achten sollte man aber auf die richtige Positionierung der SSD. Das Metallgehäuse nimmt die Abwärme der SSD auf und wird relativ warm, es sollte deshalb frei stehen und wohl besser nicht auf empfindlichen Materialien platziert werden.

In einem ersten Test mit Aja System Test Lite messen wir die Maximalleistung beim Schreiben und Lesen großer Daten: Wir messen 2398 MB/s beim Schreiben und 2590 MB/s beim Lesen, ein hervorragender Wert und deutlich über der jüngst von uns getesteten Samsung X5. Eigentlich wäre die verbaute SSD noch schneller, beim Test wird die WD Black aber von der Thunderbolt 3-Schnittstelle etwas ausgebremst.

Die Performance ist hervorragend.
Vergrößern Die Performance ist hervorragend.

Um die Schreibvorgänge zu beschleunigen, nutzen SSDs einen so genannten SLC-Cache mit begrenzter Größe: Arbeitet man mit sehr großen Dateien, sieht man deshalb bei längeren Messungen einen deutlichen Einbruch der Schreibleistung. Bei unserer Test SSD findet dieser Einbruch schon nach einer Schreibleistung von knapp 10 GB statt. (Kopiert man beispielsweise 100 GB an Videodateien auf die SSD, werden dann nur die ersten 10 GB mit voller Geschwindigkeit übertragen). Die Leistung sinkt auf immer noch erstklassige 1600 bis 1700 MB/s, der Leistungsverlust ist also in der Praxis kaum spürbar. Dieser Einbruch kann weit extremer sein, bei der neuen Samsung 860 QVO sinkt die Leistung je nach Modell sogar von 520 MB/s auf 140 oder 70 MB.

Nach knapp 10 GB sinkt die Schreibleistung deutlich.
Vergrößern Nach knapp 10 GB sinkt die Schreibleistung deutlich.

Bei einzelnen großen Dateien sind die Transferraten atemberaubend, bei vielen kleinen und komplexen Dateioperationen wird aber auch die Zugriffszeit und Bandbreite wichtig. Ein echter Härtetest ist beispielsweise das Klonen eines kompletten Mac-Systems auf ein externes Medium, was wir als nächsten Test mit dem Tool Carbon Copy Cloner durchführen. Trotz schneller interner Apple-SSD und schneller Ziel-SSDs sinkt die Transferrate rapide, wir sind aber trotzdem vom Tempo beeindruckt. Nach exakt 13 Minuten und 14 Sekunden ist das 91 GB große System auf die Thunderbolt-SSD kopiert und sofort startfähig. Auch das Booten und Arbeiten von der i-Tec-SSD funktioniert problemlos.

Ausreichend gekühlt?

Ein großes Problem der aktuellen NVME-SSDs ist die hohe Temperatur auf kleinstem Raum. Ideal wäre für diese Hochleistungs-SSDs eigentlich eine aktive Kühlung per Lüfter, in unserem Test schlägt sich unsere Kombination aus SSD und Gehäuse aber hervorragend. Das Gehäuse wird bei intensiver Nutzung relativ warm, allerdings ist dies zur Ableitung der Wärme auch so gewollt. Einen Einbruch der Leistung durch Überhitzung können wir nur für wenige Minuten feststellen, auch nach dem genannten Kopieren des Systems und 15 Minuten Dauertest behält die SSD ihre hervorragende Performance.

Laut Auswertung der SMART-Daten mit den Tools Disk Drill und SmartReporter bleibt die SSD-Temperatur unter hoher Last bei maximal 50 Grad und sinkt in Ruhezeiten relativ schnell wieder. So steigt sie nach dem kompletten Klonen des Macs laut SMART-Daten auf noch akzeptable 47 Grad, die Temperatur der internen SSD des Mac Mini immerhin auf 55 Grad. Sie bleibt also deutlich unter der von WD vorgegeben Maximaltemperatur von 70 Grad. SMART-Daten sind zwar mit etwas Skepsis zu betrachten, sie bestätigen aber eine gelungene Wärmeableitung des Gehäuses.

Laut SMART-Daten bleibt die Temperatur im grünen Bereich.
Vergrößern Laut SMART-Daten bleibt die Temperatur im grünen Bereich.

Was man allerdings beachten sollte: Dieses Ergebnis gilt für die von uns getestete Kombination aus Gehäuse und SSD: Bei anderen SSDs kann das Ergebnis deutlich abweichen. Auch als Startvolume macht die SSD einen brauchbaren Eindruck, sie eignet sich gut, um eine kleine interne SSD eine Mac Mini oder Macbook Air zu ergänzen.

Fazit:

Das Gehäuse machte in unserem Test einen hervorragenden Eindruck, mit der von uns getesteten SSD war auch Überhitzung kein Problem. Sie eignet sich gut um eine kleine interne SSD eines Mac Mini oder Festplatte eines iMac zu ergänzen. Für Anwendungen wie Videoschnitt würden wir aber trotzdem zu einer aktiv gekühlten SSD raten.

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