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iFixit zerlegt iPhone X: Doppel-Akku, Reparierbarkeit akzeptabel

03.11.2017 | 14:50 Uhr | Stephan Wiesend

Die Zerlegung des neuen iPhone X zeigt ein kompliziertes aber durchdachtes Design. Gut: Display und Akku sollten einfach austauschbar sein.

Jedes neue iPhone-Modell wird von der Seite iFixit komplett zerlegt. Dies liefert einen interessanten Einblick in die von Apple verwendeten Komponenten, man erfĂ€hrt aber auch, wie aufwendig eine Reparatur wĂ€re – beispielsweise ein Akku-Wechsel.

Um schnell zu einem iPhone X zu gelangen musste iFixit wie bei frĂŒheren Aktionen zu einem kleinen Zeitzonen-Trick greifen: Die Fachleute flogen nach Australien und erwarben das iPhone X in einem dortigen Apple Store. Dadurch hatten die fĂŒr ihre „Teardowns“ bekannten Reparatur-Dienstleister schon lange vor den deutschen Kunden ein iPhone X in HĂ€nden und konnten es zerlegen. Aus der Perspektive eines Anbieters von iPhone-Reparatur-Kits hĂ€lt sich das iPhone X ganz gut. Offensichtlich kann man Display und Akku eines iPhone X relativ einfach wechseln: Die beiden wohl hĂ€ufigsten iPhone-SchĂ€den sollten also von Drittanbietern durchfĂŒhrbar bleiben.

Bewertung der Reparierbarkeit

Das Ergebnis des Teardowns sind mehrere StÀrken und SchwÀchen, insgesamt erhÀlt das iPhone die Note 6.

Gut : Der Tausch des Displays ist anscheinend ohne Entfernen der Face-ID-Hardware möglich.

Nicht so gut : Relativ wenig Schrauben werden von Apple verwendet, man braucht aber Apple-spezifische Schraubenzieher wie Pentalobe und Tri-Point. Auch die Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit erschweren eine Reparatur, dafĂŒr sind sie aber schließlich ein guter Schutz gegen WasserschĂ€den.

Schlecht : Die Anordnung der Komponenten und Kabel ist sehr komplex, ein Austausch wird dadurch teuer und aufwendig. Aufwendig wird es außerdem, wenn man die GlasrĂŒckseite beschĂ€digt. Der Austausch erfordert wie bei Ă€lteren Modellen das komplette Ausbauen aller Komponenten und man muss das komplette GehĂ€use ersetzen.

Wohl aus Platzgründen hat das iPhone zwei separate Akku-Module
VergrĂ¶ĂŸern Wohl aus PlatzgrĂŒnden hat das iPhone zwei separate Akku-Module
© iFixit

AuffÀlligkeiten:

Besonders auffĂ€llig ist beim Öffnen der Akku, bzw. die Akkus: Das iPhone X ist nĂ€mlich das erste iPhone mit zwei separaten Akku-Modulen. Offensichtlich hat Apple den Energiespeicher aus PlatzgrĂŒnden aufgesplittet. Der Akku ist minimal grĂ¶ĂŸer als der des iPhone 8 Plus und bietet 10,35 Wh, das iPhone 8 Plus hat einen Akku mit 10,28 Wh. Das neue iPhone X soll ja doch beim Surfen zwei Stunden lĂ€nger laufen als das iPhone 8 Plus. Beruhigend: Die Hauptkamera auf der RĂŒckseite wird mit einem zusĂ€tzlichen Rahmen geschĂŒtzt, offenbar vor StĂ¶ĂŸen. Aber auch der Lightning-Connector scheint zusĂ€tzlich verstĂ€rkt worden zu sein.

Das Logicboard besteht aus diesen beiden Elementen, die zusammengelötet waren.
VergrĂ¶ĂŸern Das Logicboard besteht aus diesen beiden Elementen, die zusammengelötet waren.
© iFixit

AuffĂ€llig wenig FlĂ€che beansprucht das Logicboard, das „Gehirn“ des iPhone X. Apple erzielt dies durch einen zweilagigen Aufbau. Es besteht aus zwei separaten Teilen, die zusammen gelötet wurden – was aber wohl auch eine Reparatur so gut wie unmöglich macht. Wie das iPhone Plus ist ein A11-Chip mit 3GB RAM verbaut, im regulĂ€ren iPhone 8 sind es nur 2 GB RAM. Das LTE -Modem stammt beim zerlegten Modell von Qualcomm, das 64-GB-Speichermodul von Toshiba. AuffĂ€llig ist auch die Spule auf der RĂŒckseite, die drahtloses Aufladen des Akkus ermöglicht, diese ist aber eigentlich schon vom iPhone 8 bekannt.

Grundlage von Face ID sind diese Sensoren.
VergrĂ¶ĂŸern Grundlage von Face ID sind diese Sensoren.
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