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iMac Pro: Apples Software verhindert Dritt-Reparaturen

08.10.2018 | 10:19 Uhr |

Der T2-Sicherheitschip in den neuen Mac-Modellen soll die Sicherheit der Geräte noch weiter erhöhen. Doch jetzt wurde bekannt: Die Chips dienen auch dazu, die Geräte im Falle einer Fremdreparatur zu sperren. Ist künftig eine Reparatur nur noch bei Apple selbst möglich?

Update vom 08.10.2018:

Irreparabel : Macbook Pro und iMac mit T2-Chip haben einen Haken, wenn man sie reparieren muss, deckt ein Bericht von Motherboard auf (Siehe unten). Denn wenn nach dem Austausch von Komponenten keine autorisierter Reparaturbetrieb eine Software namens Service Toolkit 2 die Legitimität der Reparatur bestätigt, bootet der Rechner nicht mehr. Diese neue Policy habe Apple aber nicht offen genug kommuniziert, nach dem Selbsttausch von  Display, Logic Board oder Teile des Gehäuses wie der Tastatur ist der Mac unbenutzbar, hat ihn nicht Apple selbst oder ein zertifizierter Partner repariert. Auf diese Weise wird die Garantieverlängerung AppleCare+ attraktiver, sie macht den Rechner zwar noch ein wenig teurer, doch erspart sie mögliche Ärger, wenn die einjährige Garantie abgelaufen ist. Die Reparaturspezialisten von iFixit haben jedoch die Probe aufs Exempel gemacht und sind anhand eines Logic-Board-Austausches an einem neuen Macbook Pro 2018 zum Schuss gekommen, dass Apple diesen in den Support-Dokumenten beschriebenen "Kill Switch" gar nicht aktiviert habe. Die Prozedur mit dem Service Toolkit 2 diene wohl eher dazu, um Apple darüber auf dem Laufenden zu halten, ob Service-Provider tatsächlich auch legitime Ersatzteile verwenden, indem die Software die Seriennummern an Apple sendet. Für künftige Hardware sei eine solche Sperre aber nicht auszuschließen, befürchtet iFixit, das Macbook Pro und der iMac seien aber schon heute recht schwer zu reparieren. Bastler und unabhängige Betriebe können aber immer noch ohne unangenehme Folgen vorgehen.

Ursprünglicher Beitrag vom 05.10.2018:

Ein kaputter Mac ist ärgerlich. Vor allem, da eine Reparatur durch einen offiziellen Apple-Partner sehr teuer werden kann. Viele Nutzer greifen deshalb im Schadensfall auf Drittanbieter zurück oder reparieren das Gerät sogar einfach selbst. Das soll jetzt in Zukunft nicht mehr ohne weiteres möglich sein, wie unter anderem "Macrumors" berichtet. Das gilt für alle Mac-Geräte mit dem neuen T2-Sicherheitschip. Dazu zählen vor allem die Macbooks sowie die iMac Pros der neuesten Generation. Laut der Website hat der Chip sogenannte Software-Riegel installiert, also eine Funktion zum Sperren des Gerätes unter bestimmten Bedingungen.

Und zu diesen Bedingungen gehört unter anderem der Austausch bestimmter Komponenten. Beim Macbook Pro sind das unter anderem das Display, Hauptplatine, Tastaturabdeckung und Touch Bar. Beim iMac Pro die Hauptplatine und der Flash-Speicher. Die Geräte erkennen den Austausch der Komponenten und sperren den Mac, solange nicht eine bestimmte Reparatursoftware gestartet wird. Diese Software hört auf den Namen „AST 2 System Configuration Suite“ und steht nur Apples offiziellen Service-Partnern zur Verfügung. Sie beinhaltet verschiedene Tools zur Diagnose und Reparatur von Fehlern bei Macs, ist allerdings ebenfalls zum Abschluss einer Reparatur notwendig. Ohne diese Software sieht der Mac die Reparatur als nicht abgeschlossen an und sperrt sich selber. Damit ist er für den Nutzer unbrauchbar.

Bindung von Kunden mit allen Mitteln

Diese Praxis sehen wir als weiteren Schritt, die Konsumenten an das Unternehmen zu binden und Drittanbieter aus dem Apple-Kosmos auszuschließen. Viele Medien und Besitzer von Apple-Geräten haben sich schon zu Wort gemeldet und kritisieren dieses Vorgehen von Apple. Auch wir finden, dass es jedem frei stehen sollte, kaputte Geräte selber zu reparieren, sofern man dazu in der Lage ist. Auch sorgt diese Praxis für eine Monopolstellung des Konzern bei der Reparatur seiner Geräte, wodurch er die Preisgestaltung quasi frei bestimmen kann. Auch das ist bedenklich, da so die Prinzipien des Marktes außer Kraft gesetzt werden. Gerade in den USA, dem Mutterland des Kapitalismus, sollte das zu denken geben.

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