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iMac Pro 2017 im Test: Mac Pro versteckt in einem iMac

23.01.2018 | 16:09 Uhr |

Was kann das neue Flaggschiff von Apple? Und welche Zielgruppe soll mit dem neuen Power-Computer arbeiten? Wir haben den iMac Pro mal genauer unter die Lupe genommen.

Vier Jahre, nachdem Apple den letzten Mac mit dem Wort „Pro“ im Namen auf den Markt brachte, erscheint nun der iMac Pro. Apple wird dem Gerätenamen gerecht und setzt mit dem iMac Pro neue Maßstäbe – zumindest was Leistung angeht. Denn optisch hat sich nicht viel getan, außer dass der 27 Zoll große 5K-iMac nun in Space Grau erscheint.

So schön der iMac Pro auch ist: Hierbei handelt es sich um keinen Computer, der die breite Masse ansprechen soll. Wer sich bereits über die erhöhten Preise beim iPhone X beschwert hat, wird beim Blick auf das Preisetikett des iMac Pro vermutlich einen Kollaps bekommen: Die Standardkonfiguration und somit günstigste Komponentenzusammenstellung beginnt bei schlappen 5.499,00 Euro .

Wer das „Pro“ wortwörtlich nimmt und den iMac in High-End-Ausstattung auf dem Schreibtisch stehen haben möchte, muss bei voller Prozessorleistung (2,3 GHz 18-Core Intel Xeon W Prozessor, Turbo Boost bis zu 4,3 GHz), Arbeitsspeicher (128 GB DDR4 ECC Arbeitsspeicher mit 2666 MHz), einer Kapazität von 4 TB SSD, besserer Grafikkarte und – wenn schon, denn schon – Magic Mouse 2, Magic Trackpad 2 (beides natürlich in Space Grau), sowie VESA Mount Adapter Kit (auch in Space Grau), inklusive Final Cut Pro X und Logic Pro X schlappe 16.145,98 Euro zahlen. Im Vergleich: Das sind rund zwölf iPhone-X-Modelle. Das Porto für die Lieferkosten übernimmt aber großzügigerweise Apple.

Spätestens jetzt sollte jedem klar sein: Der Otto Normalverbraucher braucht den iMac Pro nicht. Und falls Sie sich erst fragen müssen, ob Sie einen Nutzen aus einer solchen Leistungsmaschine ziehen können, dann brauchen wahrscheinlich auch Sie keinen iMac Pro.

iMac Pro 2017 im Macwelt-Preisvergleich

Wer allerdings anspruchsvolle Aufgaben im Video-, Foto- oder Grafik-Bereich, in der Softwareentwicklung oder wissenschaftliche Anwendungen betreibt, der wird den iMac Pro lieben.
 
Es kommt auf die inneren Werte an

Magic Trackpad 2, Magic Mouse 2 und das Magic Keyboard in Space Grau werden nicht einzeln zu kaufen sein.
Vergrößern Magic Trackpad 2, Magic Mouse 2 und das Magic Keyboard in Space Grau werden nicht einzeln zu kaufen sein.
© Apple

Wie bereits erwähnt: Optisch hat sich bis auf die Farbe nicht viel getan. Der gesamte Computer erscheint ausschließlich in der Farbe Space Grau. Sogar die Peripherie: Magic Mouse 2, Magic Keyboard mit Ziffernblock und optional auch ein Magic Trackpad 2 – alles in Space Grau.

Die Magic Mouse 2 ist standardgemäß beim Kauf enthalten, kann aber gegen einen Aufpreis von 50 Euro gegen das Magic Trackpad 2 ausgetauscht werden. Wer sowohl Magic Mouse 2 als auch das Magic Trackpad 2 zum iMac Pro haben möchte, muss 169 Euro zahlen. Dass Apple Tastatur, Maus und Trackpad im Space Grau-Look auch einzeln zum Verkauf anbietet, ist sehr unwahrscheinlich. Daher sollte man sich als Käufer im Vorhinein darüber Gedanken machen, welche Peripherie-Geräte man nutzen möchte.

Bei dem iMac Pro, den unser Kollege Jason Snell für Macworld testete, handelt es sich um das Standard-Modell mit folgender Konfiguration:

  • 3,2 GHz 8-Core Intel Xeon W Prozessor, Turbo Boost bis zu 4,2 GHz

  • 32 GB DDR4 ECC Arbeitsspeicher mit 2666 MHz

  • 1 TB SSD

  • Radeon Pro Vega 56 mit 8 GB HBM2 Grafikspeicher

  • Magic Mouse 2 – Space Grau

  • Magic Keyboard mit Ziffernblock – Space Grau

Die RAM-Slots lassen sich auch im Nachhinein einem Upgrade unterziehen, allerdings nur von Apple selbst oder einem autorisierten „Repair Center“. Bei dem Upgrade-Prozess muss das gesamte Display abmontiert werden. Überlegen Sie sich daher vorher, wie viel RAM Sie innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre voraussichtlich benötigen werden.

Der SSD-Speicher im iMac Pro besteht aus zwei NAND-Memory-Bänken, die von Apples eigens entwickelten T2-Prozessor kontrolliert werden. Laut Apple kann die SSD im iMac Pro bis zu 2,86 GB pro Sekunden Daten lesen und bis zu 3,3 GB pro Sekunde schreiben. Ganz schön schnell.

Auf der Rückseite des iMac Pro sind ebenfalls einige interessante Neuerungen zu finden: Neben dem 3,5-mm-Kopfhöreranschluss, dem SDCX-Steckplatz und Ethernet-Anschluss (Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabits) befinden sich außerdem vier USB-3-Ports sowie vier Thunderbolt 3 (USB-C) Ports, die High-Speed-Datentransfers erlauben. Außerdem können zwei externe 5K-Displays an den iMac Pro angeschlossen werden, wofür allerdings entsprechende Adapter notwendig sind.

Der 27 Zoll große iMac Pro nimmt ohne Zweifel recht viel Platz ein. Dank des abnehmbaren Stands kann der iMac mit dem VESA Mount Adapter Kit (in Space Grau) für 89 Euro auch an die Wand montiert werden – optimal für alle jene, die nicht allzu viel Platz auf dem Schreibtisch haben.

Von links nach rechts:3,5mm Kopfhöreranschluss, SDCX Steckplatz, 4x USB 3 Ports, 4x Thunderbolt 3 (USB-C) und Ethernet-Anschluss
Vergrößern Von links nach rechts:3,5mm Kopfhöreranschluss, SDCX Steckplatz, 4x USB 3 Ports, 4x Thunderbolt 3 (USB-C) und Ethernet-Anschluss
© Apple

iMac Pro: Benchmarks
Butter bei die Fische: Was kann der iMac Pro? Im Benchmark-Test tritt dieser gegen einen 5K-iMac aus dem Jahr 2014 mit SSD, 16 GB RAM und 4 GHz Intel Core i7 Prozessor und einen 5K iMac aus dem Jahr 2017 mit 3,6 GHz Intel Core i7 an. Jason Snell legte vor allem Wert auf praxisnahe Testergebnisse und führte daher Aufgaben mit Logic Pro, Exporte von Final Cut Pro und andere Video- und Audio-basierte Prozesse durch.

So wurde beispielsweise mit Handbrake eine Encodierung von einem 1080p MKV Video in eine H.264-Datei vorgenommen. Mit iZotope RX6 wurde unter anderem eine Datei mit einer Länge von drei Stunden von Hintergrundgeräuschen befreit.

iMac Pro Benchmark Test: MP3 Kodierung

Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: GeekBench Compute GPU

Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: GeekBench Multi-Core

Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: GeekBench Single-Core

Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Punkten. Längere Balken/höhere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: HandBrake Encode

Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: iZotope De-Echo

Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: iZotope Spectral Denoise B

Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmar Test: Logic Bounce

Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Sekunden. Kürzere Balken/niedrigere Werte sind besser.

iMac Pro Benchmark Test: Unigine Valley (High)

Ergebnisse in Frames per second. Längere Balken/höhere Werte sind besser.
Vergrößern Ergebnisse in Frames per second. Längere Balken/höhere Werte sind besser.

Bei Aufgaben, die von den mehreren Prozessorkernen profitieren, benötigte der iMac Pro weniger als die Hälfte der Zeit, welcher der 2014 i7 5K-iMac benötigte und nur 60 Prozent der Zeit des 2017 i7 5K-iMac. Einfacher gesagt, wird der iMac Pro für ehemalige 5K-iMac-Nutzer ein gewaltiger Sprung in Sachen Multiprozessor-Performance sein.

Bei Single-Core-Performances hat der iMac Pro allerdings nur wenig Möglichkeiten, seine Leistung unter Beweis zu stellen. Der iMac Pro lieferte ungefähr die gleichen Single-Core-Performances ab, wie der drei Jahre ältere 5K-iMac mit Core-i7-Prozessor. Wenn Sie also hauptsächlich Anwendungen ausführen müssen, bei denen die Single-Core-Performances entscheidend ist, ist der iMac Pro nicht für Sie geeignet. Tatsächlich fahren Sie in diesem Fall besser mit dem iMac 5K, der bei diesen Aufgaben nicht nur schneller ist, sondern insgesamt auch um ein Vielfaches günstiger.

Bemerkenswert ist zudem, dass im iMac Pro ein von Apple entwickelter ARM-Prozessor verbaut ist – der T2. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass ein Mac mit einem ARM-Chip und Intel-Prozessor ausgestattet ist: Jedes Macbook Pro mit Touch Bar kommt mit einem T1 Chip. Allerdings gewährt der T2 Chip im iMac Pro einen Blick in die Zukunft, in welcher der Mac noch sicherer ist und dank einen Apple-Chips neben CPU und GPU effizienter arbeitet.

Der T2 kontrolliert die Stereo-Lautsprecher, interne Mikrofone und die Kühlsysteme, die bemerkenswert leise sind. Es stellt einen Image-Signal-Prozessor für die aufgerüstete 1080p Facetime-Kamera bereit, bei welcher sich die Bildqualität im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen deutlich verbessert hat. 

Fazit

Der iMac Pro ist ein Mac Pro im Gehäuse eines iMac 5K. Wenn Sie bisher einen 5K -Mac genutzt haben, aber aufgrund anspruchsvoller Rechenleistungen dringend ein Performance-Upgrade benötigen, wird der iMac Pro diese geforderte Leistung ohne Weiteres erbringen.

Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich beim iMac Pro um den schnellsten Mac auf dem Markt mit den schnellsten Prozessoren, Speicher und Konnektivität – und all das an einem ausgezeichneten 5K-Display. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie einen iMac Pro benötigen, dann brauchen Sie wahrscheinlich auch keinen. Aber für alle jene, die die 8, 10, 14 oder 18 Kerne zusammen mit der Radeon Pro Vega GPU und schnellem SSD Speicher im iMac Pro richtig ausnutzen können, ist der iMac Pro eine unglaubliche Kombination aus Mac Pro und 5K iMac.

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