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Innovation gegen Krebs: Joe Biden mit Appell auf SXSW

13.03.2017 | 10:58 Uhr |

Obamas Vizepräsident hat sich auf dem Festival South by Southwest mit der Bitte an die versammelte IT-Industrie gewandt, man möge die Anstrengungen im Kampf gegen Krebs verstärken.

In dem durch und durch republikanischen US-Bundesstaat Texas sticht die Universitätsstadt Austin als eine liberale Enklave hervor, nicht von ungefähr steigt hier jedes Frühjahr das Kultur- und Technologiefestival South by Southwest (SXSW), bei dem prominente Vertreter der IT-Industrie ihre Aufwartung machen. Das Zusammentreffen von Technologie und Kultur nutzte der im Januar aus dem Amt geschiedene 47ste US-Viezpräsident Joe Biden zu einem eindringlichen Appell zur Verstärkung des Kampfes gegen Krebs an das Publikum aus Entwicklern, Tech-Unternehmern und anderen Influencern: "Ihr seid die Zukunft. Ihr habt entscheidenden Einfluss. Wir brauchen Euren Einfallsreichtum. Wir brauchen Euch, um Leute zu erreichen und ihr Verhalten zu ändern."

Konkret sprach Biden, dessen Sohn Beau vor zwei Jahren an einem Gehirntumor verstorben war, von den Schwierigkeiten bei der Forschung, der Früherkennung und der Behandlung. Wissenschaftler unterschiedlichster Fachbereiche und Fachärzte wie Onkologen oder Radiologen würden erst allmählich ihre Daten untereinander austauschen. Das sei in Zeiten, in denen etwa Facebook dank seiner auf Big Data aufgebauten Algorithmen Selbstmordabsichten seiner Nutzer erkennen und Hilfsmaßnahmen einleiten könne, an sich ein Unding. Kliniken und Ärzte sollten sofort in der Lage sein, ob ein Patient ein signifikantes Krebsrisiko trage. Das sein aber nicht der Fall. Denn wenn unterschiedlichen Systeme zum Einsatz kämen, falle es Medizinern schwer, die Gesundheitsdaten auszutauschen. So hätten im Fall seines Sohnes die Ärzten hochaufgelöste Tomographien mit ihren Smartphones fotografiert, um sie überhaupt austauschen zu können – in entsprechend schlechterer Qualität. "Das ist kein Krebs-Problem, sondern eines der Technologie", entrüstete sich Biden.

Daten teilen als Grundvoraussetzung

Es ist aber bereits ein Anfang gemacht, etwa mit der Stiftung  Biden Foundation’s Cancer Initiative. Auf deren Anlass hin etablierten das National Cancer Institute und die University of Chicago das Projekt Genonic Data Commons, das die Genomdaten von bisher 30.000 Krebspatienten gesammelt hat. Amazon unterstützt die Plattform mit kostenlosem Speicherplatz.

Das meiste Geld für die Krebsforschung kommt jedoch von der Bundesregierung in Washington und trotz der Wissenschaftsfeindlichkeit des neuen Präsidenten zeigt sich Biden optimistisch, dass das auch so bleibe. Der Kampf gegen Krebs sei das einzige Thema, bei der Demokraten und Republikaner im Kongress die gleichen Ansichten hätten. Die neue Regierung solle daher genau so fokussiert die Krankheit bekämpfen wollen wie die alte.

Warum Biden auf dem SXSW über seine Initiativen gesprochen habe, erklärte er bereits zu Beginn seiner Rede:" Vor mit sitzen einige der klügsten Köpfe der Welt. Ich kann heute mein Smartphone nehmen und sofort herausfinden, welcher Film in welchen Kinos landesweit läuft. Warum kann ich einige der Dinge damit nicht tun, die für diesen Kampf wichtig sind? Unsere Generation kann auf der Erde die erste sein, die von Krebs eine komplett andere Vorstellung hat, nämlich die von einer kontrollierbaren und vermeidbaren Krankheit und nicht die von einer Todesstrafe."

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