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iOS 11: Live Photos neu entdeckt

02.10.2017 | 11:30 Uhr |

Die Bildverwaltung Fotos und die Kamera-App werden mit iOS 11 erneut smarter. Live Photos lassen sich bearbeiten und die Kamera-App kann QR-Codes scannen

Ganz schlicht „Fotos“ nennt Apple die App, mit der Sie Ihre Fotos und Videos organisieren, teilen und bearbeiten können. Dabei lehnt sich die Art, sich durch die Mediathek zu bewegen, möglichst nahe an die Desktop-Version für das macOS an. Sie zeigt alle Fotos und Videos als Mini-Vorschaubild nach Jahren sortiert. Tippen Sie auf die Vorschau, zoomt die App automatisch zu größeren Ansichten wie Wochen oder Sammlungen, die beim Import der Fotos automatisch angelegt werden. So können Sie auch Bilder sehr schnell wiederfinden, die bereits vor Jahren gemacht wurden.

Schlauer dank Übernahme

In iOS 11 hat Apple die Fotos-App weiter aufgebohrt, die mit selbst lernenden Algorithmen nicht nur Gesichter besser erkennt, sondern auch Tiere, Landschaften und andere Objekte identifizieren kann. Das hat Apple nach Ansicht von Engadget nicht selbst erfunden, sondern mit einem französischen Startup namens Regaind übernommen . Dessen Software kann Bilder auch anhand von technischen und ästhetischen Kriterien sortieren und somit unter anderem das beste Bild aus einer Serie finden oder Bilder nach Farben und Ereignissen sortieren. Noch ist nicht alles von Regainds Technologien in Apples App angekommen, das kann aber noch werden. pm

Cloud-basierte Erkennung

Fotos ordnet im Bereich „Alben“ die Fotos automatisch nach verschiedenen Kategorien, beispielsweise Orte, Selfies für Aufnahmen, die mit der Front-Kamera des iPhone erstellt wurden, Slo-Mo, Panorama und einige weitere. Fotos erkennt Gesichter erneut besser – auch weil iCloud  über mehrere Geräte verteilte Bildinformationen zusammenführt, vorausgesetzt, alle Geräte sind unter derselben iCloud-ID angemeldet. So profitieren Sie künftig an iPhone und iPad von einer sorgfältig gepflegten Foto-Sammlung am Mac. Über das kleine Symbol in der Werkzeugleiste unten links können Sie Fotos auch bearbeiten und teilen.

Links: Erweitert und überarbeitet hat Apple die Rückblicke (ehemals Andenken) Rechts: Neu – Die Kamera-App erkennt jetzt automatisch QR Codes.
Vergrößern Links: Erweitert und überarbeitet hat Apple die Rückblicke (ehemals Andenken) Rechts: Neu – Die Kamera-App erkennt jetzt automatisch QR Codes.

Live Photos bearbeiten

Ab dem iPhone 6S können Sie mit der Kamera-App sogenannte Live Photos aufnehmen. Diese zeigen eine sehr kurze Videosequenz von je 1,5 Sekunden vor und nach dem eigentlichen Foto an, das man mit der Kamera-App aufgenommen hat. Schon mit iOS 10 lassen sich Live Photos bearbeiten, beispielsweise mit einem Bildstil versehen oder korrigieren. iOS 11 erschließt weitere sehr nützliche Möglichkeiten. So lässt sich aus der Sequenz ein beliebiges Schlüsselfoto festlegen, das Sie auch als Standbild teilen können. Dass die Kamera im Live-Modus bereits 1,5 Sekunden der Szene aufnimmt, bevor Sie auf den Auslöser drücken, kann spontane Aufnahmen retten. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, missratene Aufnahmen aus einer Sequenz zu löschen.      

Mit Fotos in iOS 11 lassen sich zudem drei Effekte für Live Photos wählen: Endlosschleife, Hüpfen und Langzeitbelichtung. Während eine Endlosschleife ein Video endlos wiederholt, spielt „Hüpfen“ das Video vor- und zurück. Die Langzeitbelichtung erzeugt ein Standbild. Mit Experimentierfreude lassen sich hier interessante Effekte erzielen. Man erreicht diese Effekte, indem man in der Vorschau das Bild einfach nach oben wegschiebt. So animierte Live Photos legt Fotos übrigens in einem eigenen intelligenten Album ab. 

Links: Ein beliebiges Live Photo lässt sich als Schlüsselfoto auswählen. Rechts: Apple hat die neun integrierten Farbfilter überarbeitet.
Vergrößern Links: Ein beliebiges Live Photo lässt sich als Schlüsselfoto auswählen. Rechts: Apple hat die neun integrierten Farbfilter überarbeitet.

Verbesserte Rückblicke

Die unter iOS 10 neu eingeführte Funktion „Andenken“ hat Apple unter iOS 11 in „Rückblicke“ umgetauft. Hier erstellt Fotos ganz automatisch Sammlungen etwa nach bestimmten Ereignissen, Orten oder Zeiträumen. Jetzt sind über ein Dutzend neue Kategorien dazugekommen. Solche „Rückblicke“ können Sie als Film wiedergeben, mit iOS 11 auch im Hochformat, und die Filme teilen. Die beliebtesten Rückblicke können Sie als Favoriten speichern, sie erscheinen im Album-Menü.   

Personen, Katzen, Berge suchen

Fotos nutzt eine intelligente Bildanalyse, die den Inhalt einer Aufnahme automatisch erkennt – seien es Katzen, Berge, Meer, oder Bäume. Auch Personen erkennt Fotos erstaunlich gut, dazu braucht die App aber auch gehörig Prozessorleistung. Um den Akku eines iPhones beziehungsweise iPads zu schonen, analysiert Fotos Neuzugänge in der Bibliothek nur, wenn das iOS-Gerät am Stromnetz angeschlossen und gesperrt ist.

Fotos teilen über die iCloud

Mit iCloud können Sie Fotos teilen und mit ihnen geteilte Fotos anderer Benutzer betrachten. Sie können ihre gesamte Bibliothek mit „iCloud Fotomediathek“ freigeben und so beispielsweise gemeinsam mit Fotos für macOS nutzen. Dazu müssen Sie aber in der Regel den iCloud-Speicher erweitern. Das kostet für 200 GB 2,99 Euro pro Monat und für 2 TB 9,99 Euro pro Monat. Als Alternative können Sie „Mein Fotostream“ nutzen, dieser speichert die letzten 1000 Fotos kostenlos in die iCloud. Diese Bilder sind dann sichtbar für alle Geräte, die mit demselben iCloud-Account angemeldet sind. Mit der „iCloud Fotofreigabe“ lassen sich Alben erstellen, die Sie mit anderen iCloud-Benutzern teilen können. Diese können auch Kommentare hinterlassen.

Die Kamera-App

Die Kamera-App des iPhone kann noch mehr als nur Fotos aufnehmen. In einer Auswahl über dem Auslöser 1 (hier rechts im Bild unten)  finden sich Zeitraffer, Slo-Mo, Video, Foto, Quadrat und Panorama. Beim iPhone 7 Plus mit seinem Dual-Objektiv kommt noch Portrait dazu, das für einen unscharfen Hintergrund sorgt. In der oberen Leiste (hier links) können Sie den Blitz 2 steuern und HDR 3   aktivieren. HDR erstellt aus mehreren unterschiedlich belichteten Aufnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Ferner lassen sich ab dem iPhone 6S Live Photos 4   aktivieren (orange) beziehungsweise deaktivieren (weiß). Auch ein Selbstauslöser 5 und neun neue Farbfilter 6   stehen zur Wahl.

Tippen Sie mit dem Finger auf den Bildbereich, den Sie aufnehmen möchten, dann stellt das iPhone auf diesen Bereich scharf und die Belichtung entsprechend ein 7 . Über einen eingeblendeten Schieberegler können Sie die Belichtung ändern. Halten Sie den Finger längere Zeit auf einen Bildbereich, aktivieren Sie so die AAE/AF Sperre. Fokus und Belichtung sind dann für diesen Bildbereich eingefroren, bis Sie erneut auf die Vorschau tippen. Über das Kamera-Symbol 8 neben dem Auslöser wechseln Sie zwischen der vorderen und hinteren Kamera.

Jetzt mit Unterstützung für QR Codes

Neu in iOS 11 ist ein QR-Scanner. Bewegen Sie die Kamera auf einen der quadratischen QR-Codes, führt die Kamera-App automatisch die entsprechende Aktion aus – ruft also beispielsweise eine Webseite über den Link auf, der im QR-Code vermerkt ist. Über eine weitere Neuerung in iOS 11 können sich Besitzer eines iPhone 7 Plus freuen. Der Portrait-Modus, der aus zwei Aufnahmen der Dualcam ein Bild mit unscharfen Hintergrund erzeugt, unterstützt jetzt den optischen Bildstabilisator und den HDR-Modus.

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