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iOS 12: Apple baut Karten mit eigenen Daten aus

02.07.2018 | 10:51 Uhr | Peter Müller

Sechs Jahre nach ihrer Premiere bekommt die Karten-App von iOS einen Neustart - Apple will künftig auf Daten Dritter verzichten.

Auf der WWDC hatte Apple die App "Karten" völlig außen vor gelassen, dabei wären die Änderungen in der Version von iOS 12 durchaus einen näheren Blick wert gewesen. Denn sechs Jahre nach dem eher missglückten Start der Anwendung baut Apple sie in wesentlichen Bestandteilen um. So wird Karten nicht mehr auf die Daten Dritter für die Navigation zurück greifen, Apple verwendet statt dessen eigene Sammlungen, die von Autos und Anwendern gewonnen wurden. Schon seit einigen Jahren erstellt Apple Karten mit eigenen Fahrzeugen, erklärt der Senior Vice President for Internet Software and Services Eddy Cue gegenüber TechCrunch .

Damit will man nach und nach die Kartendaten von Google – vor allem Street View – ersetzen, in der nächsten Beta von iOS 12 werden bereits die Bay Area rund um San Francisco und andere Gegenden Nordkaliforniens von den Apple-eigenen Aufnahmen dargestellt. Apple will gewissermaßen von Grund auf die Welt neu vermessen und fängt damit vor der Haustür an. Die Maps-Fahrzeuge Apples sind wie die von Google mit Präzisionsinstrumenten wie GPS, einem Lidar und acht Kameras ausgestattet, doch auch mit herkömmlichen Entfernungsmessern.

iOS 12 – Das ist neu

In unserem ausführlichen Ratgeber zu iOS 12 haben wir alle Neuigkeiten und Funktionen zusammengefasst:

iOS 12: Das ist neu

Im Kofferraum werkelt lediglich ein modifizierter Mac Pro, an dem jede Menge SSDs zur Datenspeicherung angeschlossen sind. Die Aufnahmen bearbeitet Apple in seinen eigenen Rechenzentren, um etwa Gesichter oder Nummernschilder unkenntlich zu machen. Apple nutzt für seine Verbesserungen auch Anwenderdaten, stellt hier aber die Vertraulichkeit in den Vordergrund. Die GPS-Daten werden randomisiert und anonymisiert, Rückschlüsse auf einzelne Fahrer oder gar nur bestimmte Gruppen seien nicht möglich.

Doch damit wäre die Entwicklung noch lange nicht am Ende, auf die weitere Zukunft der Apple Maps blickt unser Macworld-Kollege Jason Cross . So werde die Ortsbestimmung akkurater, zwar unterstützen iPhones bereits mehrere auf Satelliten basierte Ortungsdienste wie GPS, Glonass, Baidu und Galileo, präziser als fünf Meter wird das bisher aber nicht. Das iPhone kann so nicht erkennen, ob man schon in einem Gebäude drin ist oder sich dort auf der richtigen Seite des Flurs aufhält. Künftige Chips sollen aber bis auf einen halben Meter genau sein. Mit dem Einsatz von AR werde Apple Maps aber die Navigation noch tiefgreifender ändern, ist sich Cross sicher.

Mit iOS 11 kamen zahlreiche Indoor-Karten für Flughäfen oder Shopping-Zentren

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