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iPad 2019: Neues iPad Mini steht an

17.01.2019 | 17:30 Uhr |

Gibt es heuer neue iPads? Damit kann man mit Sicherheit rechnen, allerdings erwarten wir für das kommende Jahr eher Modelle ohne "Pro".

Update vom 17.1.

Gerüchte über ein neuen iPad Mini hat heute die Digitimes aus Taiwan bestätigt. Laut Quellen des Magazins plane Apple in der ersten Hälfte des Jahres 2019 die Einführung zweier neuer iPads für Einsteiger: Dabei soll es sich um ein iPad Mini der fünften Generation handeln und ein weiteres iPad für Einsteiger – vermutlich einem Nachfolger des 9,7-Zoll-iPad von 2018. Für die Touch-Technologie der neuen Einsteiger-Modelle sollen die beiden Zulieferer GIS und TPK zuständig sein.

Als weniger glaubwürdig schätzen wir allerdings einen weiteren Bericht ein: Letzte Woche hatten einige iPad-Fotos auf Twitter Aufsehen erregt, die ein unbekanntes iPad Mini zeigen. Allerdings könnte es sich nach unserer Einschätzung dabei nicht um das kommende iPad 5 Mini handeln, sondern eher um einen internen Prototypen eines alten iPad Mini oder einen Nachbau.

Ursprünglicher Artikel:

Bei Apples iPad-Modellen sind die Produktzyklen sehr kurz. Während wir vier Jahre auf einen neuen Mac Mini warten mussten, gibt es so gut wie jedes Jahr mindestens ein neues iPad-Modell. Das hat einen einfachen Grund: Während Macbook Pro und iMac ausgereifte Produkte sind, bei denen eine schmale Touchbar zuletzt schon die größte "Revolution" war, entwickeln sich die Mobil-CPUs und andere Hardware-Bestandteile der iPads rasant weiter. Wie bei einer komplett neuen Technologie üblich, testet Apple beim neuen Produkt iPad immer wieder neue Technologien – die gelegentlich auch verworfen werden. Völlig neue Funktionen wie Face ID und Augmented Reality setzen außerdem zwingend neue Hardware-Bauteile voraus, was zum stetigen Erscheinen immer neuer iPad-Modelle führt. 2018 gab es allerdings bereits so viele Neuerscheinungen, dass es 2019 eher mager aussehen könnte.

So gut wie sicher: Ein Update für das Einstiegs-Modell

Beim Basis-Modell mit 9,7-Zoll-Bildschirm gab es in den letzten Jahren ein jährliches Update: So erschien das aktuelle Modell März 2018, sein Vorgänger März 2017 und dessen Vorgänger Ende 2016 – auch 2019 erwarten wir ein wenig verändertes Modell 2019 – mit 9,7-Zoll-Display, aber neuer CPU. Viel Neues sollte man von der kommenden Version nicht erwarten, dazu ist das günstigste iPad zu knapp kalkuliert. Apple muss gleichzeitig Schulen ein günstiges 300-Dollar-Gerät bieten und zugleich einen Abstand zu den teureren und profitableren Pro-Modellen wahren.

Das iPad 9,7-Zoll von 2018 ist äußerst beliebt.
Vergrößern Das iPad 9,7-Zoll von 2018 ist äußerst beliebt.

Das günstige iPad ist zwar weniger innovativ als die Pro-Modelle, aber umso erfolgreicher. Auch in unserem Test hatten wir an dem gut verarbeiteten und ausgereiften Modell wenig zu kritisieren. So wurde das iPad von 2018 eines der beliebtesten Apple-Produkte und verkauft sich laut Verkaufslisten sogar besser als die nagelneuen Pro-iPads. Optisch und technisch muss Apple deshalb wenig ändern, vermutlich wird man das Einstiegs-iPad aber demnächst auf den aktuellen Stand der iOS-Plattform bringen: Mit einem neuen Prozessor und vielleicht auch der Einführung von Face ID und Unterstützung des neuen Pencil 2. Face ID wird über kurz oder lang kommen müssen: Hat doch die Identifzierungsfunktion nicht nur die Aufgabe lustige Emojis zu erstellen, sondern ebenso Dienste wie Apple Pay und iCloud zuverlässig abzusichern – und  ist deutlich sicherer als Touch ID.

Das kann dauern: Was wird aus der Pro-Linie?

Erst vor wenigen Monaten hat Apple die Pro-Modelle komplett renoviert .  Neben einem neuen flachen und kantigen Design führte Apple dabei auch neue Technologien wie Face ID ein. Es wäre sogar möglich, dass es 2019 keine neuen Pro-Modelle geben wird. Zusätzlich zu den neuen Geräten hatte ja Apple mit dem Pencil 2 und der neuen iPad-Tastatur gerade erst eine komplett neue Peripherie-Linie eingeführt – die hoffentlich zumindest mit den Modellen von 2019 kompatibel ist. Wir erwarten allenfalls Ende 2019 ein kleines Update.

Der komplett neue Formfaktor des iPad Pro wurde ja von Apple nicht eingeführt, um nach wenigen Monaten gleich wieder eingestampft zu werden. Für die nächsten Generationen – also wohl auch 2020 – erwarten wir kleine evolutionäre Weiterentwicklungen und Verbesserungen: Ein iPad Pro 11 und ein iPad Pro 12,9-Zoll mit schnelleren Prozessoren und kleinen Verbesserungen und vielleicht höherer Auflösung. Hat sich die Pixeldichte der Panel doch bei den größeren Modellen seit dem iPad Air nicht erhöht. Ähnlich wie beim iPhone X ist eine höhere Auflösung durchaus möglich, sollte aber im nächsten Jahr noch nicht kommen.

Mit dem neuen iPad Pro 2018 führte Apple ein komplett überbeitetes Design ein.
Vergrößern Mit dem neuen iPad Pro 2018 führte Apple ein komplett überbeitetes Design ein.

Eine der größten Neuerungen der iPhones war ja neben einer höheren Auflösungsstufe nicht zuletzt die OLED-Technologie. Ein OLED-Display wird jedoch noch länger auf sich warten lassen, dazu bringt die vom iPhone X bekannte Technologie für iPads noch zu wenig Vorteile. Die Displays sind so teuer und die Vorteile für eher an Firmen und Profis gerichtete Anwender nur gering – hier haben stromsparende und farbtreue IPS-Panel das weit bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Doch ein iPad mit Tastatur/Mabook mit iOS?

Beim Thema iPad Pro gibt es ja immer die gleiche ermüdende Diskussion: Ist es schon ein echter Notebook-Ersatz oder taugt es nur zum Not-Macbook? Bringt Apple bald ein Macbook mit iPad-CPU auf ARM-Basis auf den Markt oder ein iPad mit mehr Mabook-Funktionen wie einem Touchpad oder Mausunterstützung?

Wir erwarten, dass sich am grundlegenden Konzept im nächsten Jahr wenig ändern wird. Nicht wenige Marktbeobachter erwarten ja, dass iPad und Macbook verschmelzen, zumindest 2019 sollte aber immer noch eine klare Trennung zwischen iPad und Macbook vorherrschen. Zu unterschiedlich sind die Stärken und Schwächen der beiden Konzepte. Man darf nicht vergessen: Ein echtes Mobilgerät ist eigentlich nur das hochmobile iPad. So ist es auch ohne Schreibtisch voll einsatztauglich, was nur durch eine darauf abgestimmte Bedienoberfläche möglich ist. Es gibt noch viele weitere Unterschiede, die man leicht unterschätzt: Am iPad ist etwa eine integrierte Front- und Rückseitenkamera eine Selbstverständlichkeit. Versuchen Sie dagegen mal ihre Urlaubsfotos mit einem Macbook aufzunehmen...

Will man ein iPad wie ein Notebook benutzen, werden die konzeptionellen Stärken des iPad zu seinen Schwächen: Selbst nach dem Anschluss der besten Tastatur ist ja das iPad immer noch kein echtes Notebook. Zugegeben: Geht es nur um ein wenig Textverarbeitung, kommt man mit einer guten Tastatur schon sehr weit. Damit ist es aber im realen Arbeitsalltag nicht getan: Ein Journalist muss ja an seinem Rechner oft auf ein kompliziertes Redaktionssystem mit unzähligen Formularfeldern zugreifen, soll ein Foto erstellen, in ein JPEG konvertieren und bearbeiten und dazu vielleicht noch ein Video drehen und schneiden. Bei diesen komplexeren Workflows, die sich über Jahre entwickelt haben, ist man selbst mit einem alten Macbook schneller fertig, als mit dem neuesten iPad Pro. Natürlich kann man einfach seine Workflows anpassen, das ist aber oft überraschend aufwendig.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Gibt es ein neues iPad Mini?

Viele haben erwartet, dass Apple das iPad Mini einstellt. Es wäre aber schade, diese beliebte Produktlinie sterben zu lassen und Apple ist da im Vergleich zu alten Zeiten überraschend skrupulös geworden. So hatte mancher ja auch schon Mac Mini und Macbook Air abgeschrieben.

Warum aber auch etwas aus dem Programm nehmen, das sich gut verkauft? Das iPad Mini hat ja noch immer viele Fans und das nicht ohne Grund. Das immer noch im Apple Store verfügbar iPad Mini 4 stand seiner Präsentation Ende 2015 zwar völlig im Schatten des iPad Pro 12,9, es verkaufte sich aber offenbar hervorragend. Viele empfinden die Größe des kleinen iPads als ideal, ist es doch nicht nur handlich, sondern mit lediglich 304 Gramm Gewicht auch deutlich leichter als die neuen Geräte. Nebenbei ist auch die Pixeldichte mit 326ppi höher als beim iPad Pro. Eine Kollegin nutzt sogar heute noch ein iPad Mini 2 und ist damit völlig zufrieden! ( Ich gebe mein iPad Mini her, nur wenn es komplett und unwiederbringlich im Eimer ist! – Anm. der Redaktion ).

Das iPad Mini 4 ist schon seit 2015 auf dem Markt.
Vergrößern Das iPad Mini 4 ist schon seit 2015 auf dem Markt.
© Apple

Für ein kleines iPad gäbe es sicher genug Bedarf: Sogar das übergroße und überteure iPhone XS Max bietet immer noch weniger nutzbare Bildschirmfläche. Hat doch das iPad Mini einen für manche Aufgaben wie Surfen oder Büroarbeiten sinnvolleres Bildschirmformat von 4:3. Das 9,7-Zoll-Modell wiegt ja stattliche 469 Gramm – und das noch ohne Schutzhülle.

Schon vor einigen Monaten hat der gut informierte Analyst Kuo ein neues iPad Mini versprochen – mit günstigerem Display. So verwendet Apple aktuell im iPad Mini 4 noch ein teures voll laminiertes Display, das dem Rotstift zum Opfer fallen könnte, wie beim iPad 9,7-Zoll. Was ebenfalls für eine "Drittes Modell" spricht: Zwischen der Einsteigerlinie ab 349 Euro und der Pro-Linie klafft mit den neuen Modellen eine große Lücke. Hier wäre auch eine edle Mini-Version des iPad 11-Zoll denkbar gewesen, offenbar hat Apple hier aber eher den Massenmarkt im Auge  – und wohl eher einen Preis um die 300 Euro. Eigentlich würde ja schon die Hardware des aktuellen iPad 9,7-Zoll völlig genügen, um ein neues iPad Mini zum gelungenen Produkt zu machen.

Fazit:

Für 2019 erwarten wir bei den aktuellen iPad-Modellen nur kleine Verbesserungen, die Chancen für ein neues iPad Mini sind dabei gar nicht mal schlecht.

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