2389021

iPad Pro 2018 im Test: Sinnvoller als ein Macbook?

13.11.2018 | 08:32 Uhr | Stephan Wiesend

Das neue iPad Pro 12,9 erweist sich im Test als elegant und leistungsstark, die Tastatur ist aber nicht jedermanns Sache.

Die Vorstellung der neuen iPad-Pro-Modelle hatte Apple bei der letzten Keynote als den Höhepunkt der Show angesetzt: Weder der lang erwartete Mac Mini noch das erste neue Macbook Air seit drei Jahren konnten da mithalten. Eigentlich erstaunlich: Ist doch das neue iPad Pro eigentlich die Weiterentwicklung des iPad Pro von 2017, das bereits zahlreiche VorgĂ€nger hatte. Der Grund fĂŒr die Priorisierung: Macbook und Mac Mini bieten eigentlich völlig ausgereifte Technologien und sind dadurch fast etwas langweilig geworden. Dagegen findet man beim Umsatzgaranten iPad immer neue spannende Einsatzmöglichkeiten. So ist das neue iPad  nicht nur schneller und dĂŒnner geworden, es stellt nicht zuletzt dank aktiver App-Entwickler immer neue FĂ€higkeiten bereit.

In unserem Test stand uns das neue iPad Pro 12,9-Zoll mit 1 TB Speicher zur VerfĂŒgung  – inklusive neuer Tastatur und Pencil.

Neues GehÀuse

Das iPad Pro ist ein teures GerĂ€t fĂŒr Anspruchsvolle, das sieht und fĂŒhlt man ihm sofort an. WĂ€hrend das gĂŒnstige iPad 9,7-Zoll einen fast schon altmodischen Eindruck macht, wirkt das neue Pro-Modell schlanker und wertiger. Vor allem das neue 12,9-Zoll-Modell profitiert vom Wegfall des Homebutton und schmalen Kanten immens – es ist plötzlich weit kompakter und alltagstauglicher geworden. Gelungen finden wir die abgerundeten Displaykanten, Liquid Retina genannt, die mit den ebenfalls abgerundeten GehĂ€usekanten harmonieren. FĂŒr Design und Verarbeitung verdient Apple die Bestnote. Das Design Ă€hnelt gerade beim Spacegrau-Modell eher iMac Pro und Macbook Pro, was die Zugehörigkeit zur Premium-Reihe und gleichzeitige Abgrenzung zur Einstiegslinie unterstreicht.

Display

Auch beim Modell 2018 setzt Apple auf bewĂ€hrte LCD-Technologie, fĂŒr OLED-iPads ist es noch zu frĂŒh. Vor allem das Modell mit dem 11-Zoll-Display hat mit dem iPad 9,7-Zoll ja einen starken Konkurrenten. Nur die Pro-Modelle bieten aber einige Extras: Die Farbanpassung an das Umgebungslicht, Truetone genannt, bleibt den Pro-iPads vorbehalten. Sie können außerdem neben dem Standardfarbraum sRGB den umfangreicheren P3-Farbraum darstellen, der vor allem fĂŒr Video und Foto interessant ist und unterstĂŒtzen HDR-Videos – interessant fĂŒr aktuelle Action-Filme. Das gilt dann ebenso fĂŒr die 120-Hz-Funktion ProMotion. Ein weiterer QualitĂ€tssprung ist die Entspiegelung: Das Display des Einsteiger-iPad spiegelt deutlich stĂ€rker. Aber auch bei der maximalen Helligkeit haben die beiden Pro-Modelle die Nase vorn. Bei beiden Modellen ist das SeitenverhĂ€ltnis das Office-freundliche 4:3 und die Pixeldichte betrĂ€gt 265 ppi. Noch niedriger als bei einem iPhone XR, aber fĂŒr ein Tablet völlig ausreichend.

Kamera

Eigentlich hatten wir im iPad Pro die Kamera des iPhone XS erwartet, hier hat Apple aber etwas gespart: Die Frontkamera ist fast identisch, die RĂŒckseitenkamera aber etwas simpler aufgebaut. Die LichtstĂ€rke ist mit f1,8 gleich, das Objektiv bietet aber keine optische Stabilisierung. Laut EXIF-Daten entspricht der Blickwinkel einem 29mm-Objektiv (bzw. 3mm) wĂ€hrend die aktuellen iPhones mit 26mm ein weitwinkligeres Objektiv bieten. Bei einem Vergleich der Fotos mit einem iPhone XR fallen uns bei den iPhone-Fotos etwas wĂ€rmere Farben und eine höhere Auflösung auf. Störender fanden wir aber Fehlen der optischen Bildstabilisierung. Vor allem Videos verwackeln dadurch deutlich stĂ€rker.

Gute Fotos sind möglich, die Kamera kann aber nicht mit den aktuellen iPhone-Kameras mithalten.
VergrĂ¶ĂŸern Gute Fotos sind möglich, die Kamera kann aber nicht mit den aktuellen iPhone-Kameras mithalten.

Offensichtlich legte Apple den Schwerpunkt auf die Frontkamera, die ja auch fĂŒr FaceID erforderlich ist. WĂ€hlt man in der Kamera-App die Option „PortrĂ€t“ wird diese sogar automatisch aktiv, was uns anfangs etwas irritiert. Nur bei Fotos mit der Selfie-Kamera kann man nĂ€mlich die von neuen iPhones bekannten UnschĂ€rfefunktionen nutzen und Fotostudio-Effekte simulieren.

Auch zu FaceID kann man eigentlich kaum etwas anmerken: Das Entsperren funktioniert nach etwas Gewöhnung schnell und problemlos. Nett: HĂ€lt man mit der Hand versehentlich die Kamera verdeckt, wird man per Warnung darauf hingewiesen – inklusive Pfeil zur Kamera.

Performance

Das neue iPad Pro ist bei Leistungsmessungen sehr nah an einem Macbook – zumindest bei Messungen per Benchmarkprogramm. Das oft hier als Maßstab verwendete Tool Geekbench bescheinigte unserem iPad Pro beeindruckende 5056 Punkte im Single Core-Test und 17999 Punkte im Multicore-Test. Das ist etwa die gleiche Punktzahl, die ein Macbook Pro 13-Zoll von 2018 erzielt und weit mehr als das neue Macbook Air vorweisen kann. GegenĂŒber dem bereits schnellen VorgĂ€ngermodell hat Apple aber noch mehr die Grafikleistung gesteigert, bei einigen Tests wie dem Metal-Test T-Rex fast um das Vierfache. FĂŒr die nĂ€chsten Jahre sollten die neuen iPad Pro fĂŒr kommende Anforderungen gut gerĂŒstet sein.

iPad Pro 12,9 2018

iPad Pro 12,9 2017

Metal 

1080p T Rex (Frames)

26429

7535

Alu 2 (Frames)

3238

1800

Treiberlast 2(Frames

3590

1798

Texturing (Mtexel/s)

50387

22434

Open GL

Manhattan (Frames)

3664

2825

T-Rex (Frames)

3339

3328

Geekbench

Metal 

42418

29467

Single-Core

5056

3909

Multi-Core

17999

9314

Battery

8547

Antutu

Punkte

556579

278472

Akkutest

Webbrowsen

08:58

Sind die neuen iPad Pro aber schneller als ein Mac? Bei vielen Aufgaben wie Surfen oder Arbeit mit Word und Lightroom spĂŒrt man inzwischen wenig Unterschiede zum Macbook Pro. Allerdings darf man nicht vergessen, dass diese hohen CPU-Leistungen nur sehr kurze Zeit genutzt werden können und das GerĂ€t keine aktive KĂŒhlung besitzt. Vor allem bei High-End-Spielen wird das GerĂ€t schnell warm und reduziert dann seine Leistung.  Ein Benchmark wie Geekbench ist außerdem stark auf die ARM-Plattform optimiert und viele Aufgaben wie 4K-Videowiedergabe sind nur dank spezieller Hardware-Tricks möglich. StĂ€rke der Intel-CPUs bleibt ihre Vielseitigkeit – fĂŒr bestimmte Aufgaben wie Virtualisierung, Arbeit mit fremden Dateiformaten, die Arbeit als Heimserver oder das Kompilieren einer App wird man noch lĂ€nger einen Mac benötigen. Dass Apple parallel zu den iPads einen kompakten neuen Mac Mini vorgestellt hat, ist vielleicht kein Zufall.

Vor allem die Grafikleistung hat Apple stark verbessert.
VergrĂ¶ĂŸern Vor allem die Grafikleistung hat Apple stark verbessert.

Daten ĂŒbertragen

Je nach Speicherausstattung stehen dem iPad vier bis sechs GB RAM zur VerfĂŒgung – die Modelle mit 1 TB Speicher erhielten 6 GB RAM spendiert, die Modelle mit weniger Speicher 4 GB - fĂŒr das schlanke iOS sind aber völlig ausreichend. Man muss schon zu opulenten Spielen greifen, um an die Grenzen zu stoßen.

Bis zu 1 TB an SSD-Speicher sind nutzbar, das genĂŒgt dann auch fĂŒr große Video- und Foto-Projekte. Zyniker könnten allerdings sagen, dass das BefĂŒllen recht lange dauern könnte: Externer Speicher wird immer noch nicht unterstĂŒtzt, man kann allenfalls Fotos und Videos per Speicherkarte importieren. Mehr Optionen hat man ĂŒber die Dateifreigabe von iTunes bzw. iMazing: Nach einer Freigabe des Rechners kann man per iTunes oder andere Apps auf die freigegebenen Ordner bestimmter Apps wie Word, Good Reader oder VLC zugreifen. Die per USB-C-Kartenleser erreichbare Transferrate war aber enttĂ€uschend und lag umgerechnet bei knapp 40 MB/s. 2 GB an Fotos landeten nach 55 Sekunden auf dem iPad, allerdings wird der Transfer durch den automatischen Import durch Fotos ausgebremst. Höhere Transferraten erzielten wir per iTunes, also per USB-C-Kabel. Bei der Übertragung einer Videodatei zu einem freigegebenen Ordner erzielten wir eine Transferrate von knapp 80 MB/s. In SSD-Zeiten finden wir das eigentlich etwas mager, fĂŒr die meisten Anwender wird dies aber wohl völlig ausreichen.

UnauffÀllig ist auch die Netzwerkperformance. Es gibt nun Gigabit LTE (bisher nur in wenigen StÀdten) und im Unterschied zum VorgÀnger ist jetzt eine eSIM vorinstalliert statt einer integrierten Apple SIM.

11 oder 12,9-Zoll?

Das alte 12,9-Zoll-Modell war vielen Anwenden einfach zu groß, bei der kompakteren und dĂŒnneren Neuauflage fĂ€llt die Entscheidung etwas schwerer. Um schnell in der U-Bahn einen Blick in eine Excel-Datei zu werfen oder mehrere 4K-Screenshots in einer E-Mail zu sichten ist ein iPad besser geeignet als ein iPhone und komfortabler als ein Macbook.

Das grĂ¶ĂŸere Modell hat mehrere Vorteile: So ist die Nutzung mehrere Programme per Splitscreen noch einmal sinnvoller und man hat guten Überblick ĂŒber große Dokumente oder Exceltabellen. Aber auch Fotos sehen auf einem 12,9-Zoll-Bildschirm prĂ€sentiert besser aus und man sieht bei der Foto-Sichtung schneller Bildfehler oder UnschĂ€rfen. Im Horizontalmodus hat man ja den Bildschirminhalt eines 13-Zoll-MacBooks vor sich. Vorteil: Auch zwei DinA4-Seiten oder Magazinseiten lassen sich mit dem iPad 12,9-Zoll bequem lesen. So benutzte der Autor das große iPad nach einiger Zeit unerwartet oft im Horizontalmodus und mit der Tastatur – also eigentlich eher wie ein Macbook. Vorziehen wĂŒrden wir das grĂ¶ĂŸere Modell aber fĂŒr produktives Arbeiten – man hat einfach mehr ArbeitsflĂ€che und PrĂ€sentationsflĂ€che vor sich und die Nutzung im Horizontalmodus ist weit komfortabler.

Nutzt man sein iPad lĂ€ngere Zeit einhĂ€ndig – beispielsweise auf dem Sofa fĂŒr das Lesen von Webseiten und E-Magazinen, ist das große iPad nach unserer Meinung aber zu schwer. Selbst wenn man fĂŒr das Lesen auf eine HĂŒlle verzichtet, macht sich nach wenigen Seiten das höhere Gewicht bemerkbar.

AudioqualitÀt

Überzeugend fanden wir die integrierten Lautsprecher des 12,9-Zoll-Modells, insgesamt vier an der Zahl. Der Klang ist sehr klar mit guten BĂ€ssen und erreicht etwa das Niveau eines kleineren  Bluetooth-Lautprechers. Vor allem das iPad mit 9,7-Zoll-Display wird da klar deklassiert. FĂŒr das Hören von Musik im Hotel- oder Wohnzimmer oder auch Beschallen des Konferenzraums reichen die Lautsprecher aus, fĂŒr Netflix und Youtube allemal.

Weniger schön: Will man einen drahtgebunden Kopfhörer am iPad nutzen, braucht man nun einen Adapter. Leider legt Apple weder Adapter noch ein Lightning-Headset bei. Es gibt zwar gĂŒnstige USB-C-Audio-Adapter bei Amazon, trotzdem ein Ärgernis.

Akkulaufzeit

Als Akkulaufzeit gibt Apple eine Akkulaufzeit von „Bis zu 10 Std. Surfen im Web mit WLAN, Video- oder Musikwiedergabe“ an, was unser Test bestĂ€tigt. Bei 75 Prozent Bildschirmhelligkeit hielt das GerĂ€t bei unserem Surf-Test 8 Stunden und 59 Minuten durch, bei einem Display dieser GrĂ¶ĂŸe und LeuchtstĂ€rke ein guter Wert und etwas lĂ€nger als das iPad 2018 mit 8 Stunden und 33 Minuten. Der Battery-Benchmark bescheinigte dem iPad mit 8547 Punkten ebenfalls einen guten Wert.

Exkurs: Interessant fĂŒr Fotografen und Filmer?

Benötigt man ein GerĂ€t fĂŒr das schnelle Sichten von Fotos, ist ein iPad Pro immer einen Blick wert. Der Bildschirm ist hell und farbgenau, beim spĂ€teren Sichten auf dem Arbeitsrechner muss man keine Überraschungen befĂŒrchten. Ein Vorteil eines Tablets gegenĂŒber einem Macbook: Bei Fotos im Hochformat kann man den Bildschirm einfach drehen.

Eine vollstĂ€ndige Version von Photoshop wurde ja bereits angekĂŒndigt, fĂŒr viele Fotografen ist aber vielleicht schon die iPad-Version von Lightroom CC interessant genug. Auf unserem iPad 12,9-Zoll machte das Adobe-Programm jedenfalls einen hervorragenden Eindruck. RAW-Fotos ließen sich ohne Verzögerung öffnen und bearbeiten. Eine tolle ErgĂ€nzung ist der Pencil: Sehr gezielt kann man mit dem Pencil Korrekturen anwenden oder in einer Aufnahme Fehler korrigieren. Dank hoher Bildschirmhelligkeit funktioniert dies auch im freien Feld problemlos.

Mit Lightroom für das iPad sind auch aufwendigere Korrekturen möglich.
VergrĂ¶ĂŸern Mit Lightroom fĂŒr das iPad sind auch aufwendigere Korrekturen möglich.

WofĂŒr das iPad nichts kann: Unter iOS ist der Datenaustausch zwischen Fotosammlung und Lightroom etwas umstĂ€ndlich, so muss man auf Funktionen wie eine Batch-Bearbeitung verzichten. An die Grenzen unseres iPads stießen wir allerdings als wir ein 700 MB großes Foto einer Hasselblad-Kamera als Testdatei importierten. Apple Fotos konnte zumindest eine pixelige Vorschau-Datei anzeigen, Lightroom dagegen verweigerte den Import. GrundsĂ€tzlich ist das wohl ein Problem, auf das man in der Praxis öfter stoßen wird, wenn Hersteller eigene Formate verwenden, fĂŒr die es keine iOS-Version gibt.

Zumindest in Bereichen wie Fotografie und Video muss man sich da aber wohl wenig Sorgen machen. Schon die AnkĂŒndigung von Photoshop CC zeigt ja, dass Anbieter wie Adobe an der iOS-Plattform nicht vorbei kommen.

Neue Tastatur

Einen eigenen Artikel wĂ€re die neue Tastatur wert, die Apple zusammen mit den beiden iPads vorgestellt hat. Hier hat Apple nach unserer Meinung tolle Arbeit geleistet und den VorgĂ€nger sinnvoll verbessert. Die Tastatur ist erstmals zugleich eine SchutzhĂŒlle fĂŒr Vorder- und RĂŒckseite, dank Magneten kommt sie ohne Gummi-Klemmen oder andere nervige Befestigungsmethoden aus: Das Anlegen dauert zwei Sekunden, ebenso das Entfernen. Gut ins System integriert ist sie ebenfalls. Sie benötigt im Unterschied zu Bluetooth-Konkurrenten keinen eigenen Akku, wird automatisch erkannt und ist nur im Schreibmaschinen-Modus aktiv – und zwar sofort und zuverlĂ€ssig. Einige Irritationen lassen sich nicht vermeiden. An die fehlende Maus muss man sich als Notebook-Nutzer einfach gewöhnen. Einen Nachteil finden wir aber doch. Die Tastatur wiegt 407 Gramm und sorgt beim grĂ¶ĂŸeren iPad fĂŒr ein Gesamtgewicht von 1040 Gramm – nutzt man sie als SchutzhĂŒlle, ist einhĂ€ndige Nutzung kaum noch möglich. Unschön ist auch die glatte OberflĂ€che, die Flecken geradezu magisch anzieht. Das Tipp-GefĂŒhl auf den leicht aufgerauten Tasten ist dafĂŒr ausgezeichnet und die Tastatur ist gegen Feuchtigkeit und KrĂŒmel geschĂŒtzt. Trotzdem fĂŒhlt man beim Tippen keinerlei Folien-Widerstand, wenn auch die LautstĂ€rke eher hoch ist. Dank hoher Festigkeit kommt man ĂŒbrigens notfalls ohne Tisch aus – man kann iPad plus Tastatur wie bei einem „echten“ Laptop auf seinen Oberschenkeln abstellen.

Es melden sich aber auch Kritiker: GrundsĂ€tzlich ist der Eindruck einer Tastatur ein hoch subjektives Thema und alle Nutzer kann man nie zufriedenstellen. Unser Lob fĂŒr die 199 bzw 219 Euro teure Tastatur wird nicht von allen Nutzern geteilt. Das gilt sogar fĂŒr einen geschĂ€tzten Kollegen aus unserem Verlag, der in seinem Artikel "Wie Apple ein tolles GerĂ€t ruiniert" gar von einem „Tastaturgate“ sprach und sich ĂŒber Probleme mit den Magnetbefestigungen beschwerte. Einige Tester sind ja zu Recht irritiert, dass die Tastatur im aufgeklappten „Lesemodus“ auf der RĂŒckseite landet. Sie ist dann zwar komplett deaktiviert, es ist aber doch merkwĂŒrdig, das iPad dann in der Hand zu halten oder auf Tischen abzulegen. Im Unterschied zur Macbook-Tastatur gibt es aber zumindest viele Alternativen zum Apple-Design, etwa von Logitech.

Apple Pencil 2

Schade: Wie die neue Tastatur ist auch der neue Pencil auf das neue iPad maßgeschneidert. Man kann den neuen Stift nur mit den neuen iPad Pro nutzen, dafĂŒr funktioniert er auch sehr zuverlĂ€ssig und problemlos.  Mangels Maus und Touchpad ist der Stift eine sinnvolle Erweiterung der Bedienmöglichkeiten, dank neuer UnterstĂŒtzung fĂŒr iWork und weitere Apps ist er auch fĂŒr BĂŒroarbeiten interessant.  Hat man ein Keynote-, Pages- oder Numbers-Dokument vor sich, kann man schnell und unkompliziert Textstellen markieren, Notizen ergĂ€nzen oder eine kleine Idee illustrieren. Statt mĂŒhsam Kommentare einzutippen, kann man bei einem zu korrigierenden Text einfach Wörter durchstreichen oder „unterkringeln“.  FĂŒr schnelle Notizen eignet er sich ebenfalls und ist weit mobiler einsetzbar als eine Bluetooth-Tastatur – fĂŒr die man ja doch immer eine Unterlage oder einen Tisch braucht. GewöhnungbedĂŒrftig fanden wir eine neue Bedienoption: Mit einem Doppel-Tipp auf den Stift kann man zusĂ€tzliche Optionen aufrufen, etwa zwischen Werkzeugen wechseln.

Wir waren von der neuen Tastatur begeistert, einige Tester waren weniger zufrieden.
VergrĂ¶ĂŸern Wir waren von der neuen Tastatur begeistert, einige Tester waren weniger zufrieden.

Neu: Mit Antippen des Sperrbildschirms per Pencil kann man eine neue Notiz anlegen. In unserem Test funktionierte das leider nicht, wenn der Pencil lĂ€ngere Zeit nicht benutzt wurde – erst nach einer erneuten Koppelung.

Adapter

Zum Thema USB-C haben wir bereits einen eigenen Artikel veröffentlich t. GrundsÀtzlich ist der Wechsel zur USB-C-Schnittstelle der richtige Weg. Vor Kauf eines USB-C-Adapters empfehlen wir aber, auf KompatibilitÀt mit dem iPad Pro zu achten.

USB-C-Monitore kann man direkt anschließen und etwa als Monitor für iMovie nutzen.
VergrĂ¶ĂŸern USB-C-Monitore kann man direkt anschließen und etwa als Monitor fĂŒr iMovie nutzen.

Hoher Preis

Als einziger Kritikpunkt bleibt eigentlich der Preis: FĂŒr das iPad 12,9 beginnt der Preis bei 1099 Euro, wĂ€hlt man unser TestgerĂ€t mit 1 TB Speicher und LTE, kommt man inklusive Tastatur und Pencil auf 2443 Euro – ohne Apple Care. Leider ist auch die Reparatur relativ teuer, beim 12,9-Zoll-Modell kostet eine Serviceleistung außerhalb der Garantie 700,90 Euro. Kein Wunder, dass Apple das Vormodell mit 10,5-Zoll-Display fĂŒr 729 Euro im Programm behĂ€lt. Nicht vergessen sollte man auch, dass fĂŒr fast jedes neue iPad Pro auch eine neue Apple-Tastatur fĂ€llig wird, eventuell auch ein neuer Pencil.

Fazit

Apples neues iPad Pro ist ein beeindruckendes Tablet, das fĂŒr viele Anwender ein Macbook ersetzen kann – natĂŒrlich nur, falls diese bereit und in der Lage sind ihre Arbeitsweise anzupassen. Vor allem der Pencil und eine gute Tastatur helfen aber beim Umstieg vom Macbook. Heimanwendern und Einhand-Nutzern wĂŒrden wir aber eher das 11-Zoll-Modell empfehlen.

Apple iPad-Pro bei MediaMarkt ansehen

Macwelt Marktplatz

2389021