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iPad Pro mit USB-C und die Folgen für die Zukunft

05.11.2018 | 12:32 Uhr |

Wenn wir die Apple Pencil Kompatibilität für ein USB-C iPad opfern mussten, dann soll es so sein. Leif Johnson legt die Vorteile der Entscheidung dar und ihre Folgen.

Auf den ersten Blick ist es ärgerlich, dass der Apple Pencil 1.0 nicht mit dem neuen iPad Pro arbeitet und umgekehrt der neue Stift nicht mit dem alten Tablet.  Diese Entscheidung rund um das neue iPad Pro ebnet aber den Weg für eine einfachere Pencil-Nutzung in künftigen Geräten.

Inhalt
Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen
Zurück zum Zeichenbrett
Immer noch Luft nach oben

Letzte Woche ließ Apple ein kleines Wunder geschehen: Es machte das iPad Pro wieder spannend. Das neue Tablett ist ein USB-C-betriebenes Arbeitstier, das sich gut mit externen Gadgets verträgt, ohne dass Adapter benötigt werden, und es wird mit einem aktualisierten, drahtlos aufgeladenen Apple Pencil geliefert. Auf Wunschlisten kann man nun viele Punkte streichen.

Lang dauerte es nicht, die Konsequenzen des neuen Designs zu erkennen: Sie können den älteren Apple Pencil nicht mit dem neuen iPad Pro verwenden und Sie können den neuen Pencil nicht mit den älteren Modellen verwenden. "Typisch Apple", wie einige Kritiker vielleicht sagen – das neue Design des Apple Pencil zwingt die Käufer des neuen  iPad Pro dazu, auch eine neue Version eines Zubehörgeräts zu kaufen.

Die mangelnde Abwärtskompatibilität des neuen Apple Pencil deutet auf eine Änderung der Designphilosophie von Apple hin, die langfristig besser für uns und das Unternehmen sein wird. Es ist eine notwendige Änderung für das Aufräumen von Apples Designs und sie bringt uns einem künftigen Apple-Ökosystem näher, das frei von Adaptern und unpassenden Kabeln ist. Der Split tut weh, ja, aber manchmal ist ein sauberer Bruch das Beste.

Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen

Das iPad wurde ursprünglich nicht für den Apple Pencil entwickelt, was die Mängel der ersten Version des Stylus erklärt. Selbst Fans des originalen Apple Pencil (wie ich selbst) gaben zu, dass er Probleme mit sich brachte. Um die Notwendigkeit von Kabeln zu reduzieren, musste man zum Aufladen des Stylus einen versteckten Lightning-Stecker in den Port des iPads stecken. Am liebsten ließ man sowohl das Tablett mit dem Stift allein, während diese glanzlose Kopulation vor sich ging. Man musste auch die Magnetkappe im Auge behalten, die normalerweise den Stecker bedeckte, da sie während dieser Ladevorgänge die schlechte Angewohnheit annahm, zu verschwinden.

Das coolste Industriedesign der Welt - nun ja.
Vergrößern Das coolste Industriedesign der Welt - nun ja.
© Leif Johnson, IDG

Der neue Apple Pencil und iPad Pro gehen nicht so unbeholfen miteinander um. Der neue Stift  lädt sofort drahtlos, wenn man seine flache Kante an den vielen Magneten um den Rand des iPads befestigt (wodurch auch das Problem gelöst wird, dass man keinen Platz zum Verstauen des Stifts hat), und er erspart sich auch die Notwendigkeit, auf eine Kappe zu achten. Es ist elegant – eine Qualität, die wir immer von Apple erwarten sollten – und in einer perfekten Welt gäbe es ihn von Anfang an.

Das ist nicht der Hauptgrund, warum sich der ältere Apple Pencil nicht mit dem neuen iPad Pro kombinieren lässt. Dafür trägt USB-C die Verantwortung. Ich habe keinen Zweifel daran, dass der ältere Apple Pencil immer noch mit dem neuen iPad Pro funktioniert hätte, wenn Apple einen Lightning-Port verwendet hätte. Aber Apple sagt seit Jahren, dass "USB-C die Zukunft ist", und das iPad Pro 2018 zeigt, dass Apple diese Vision in seinem eigenen Ökosystem ernst nimmt.

Es handelt sich um ein "Pro"-Gerät, das für einige Jahre halten soll und das daher mit Blick auf eine USB-C dominierte Zukunft entwickelt wurde. Sie können USB-C-Peripheriegeräte jetzt ganz einfach und ohne Adapter anschließen, Sie können sie mit dem Ladegerät Ihres Macs aufladen, das iPad selbst kann sogar Ihr iPhone aufladen, und ich möchte wetten, dass das iPhone des nächsten Jahres auch mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet sein wird. Die Zukunft ist im Grunde genommen da, scheint Apple zu sagen, warum also sollte man sie noch länger hinauszögern?

Zurück zum Zeichenbrett

Den originalen Apple Pencil mit dem neuen iPad Pro zur Kooperation zu bewegen, hätte zu viele Kompromisse erfordert. Im äußersten Fall hätte Apple neben dem USB-C-Anschluss auch einen Lightning-Anschluss einbauen müssen. Alternativ müsste Apple einen Adapter mit USB-C-Stecker und Lightning-Buchse anbieten – meines Wissens existiert so etwas nicht. Der Adapter selbst wäre dann etwas gewesen, was man gerne mal verloren hätte – und genau wegen solcher Umstände hat Apple das Ladedesign geändert.

Hätte Apple es erlaubt, den alten Apple Pencil auf einem anderen iPad (oder iPhone) aufzuladen und ihn dann auf dem neuen iPad Pro zu verwenden, hätte man aber keine Möglichkeit, den alten Apple Pencil mit dem neuen iPad Pro zu verbinden. Jede mögliche Lösung ist daher chaotisch und schwerfällig.

Bleibt nur Tabula Rasa als Lösung. Nehmen wir die Zukunft mit Weisheit an, während wir die Fehler der Vergangenheit abschütteln. Das ist eine Denkweise, hinter der ich stehen kann.

Da der Apple Pencil jetzt das drahtlos auflädt und sich einfach mit dem iPad verbindet, glaube ich, dass es noch eine Weile bis zum nächsten frustrierenden Übergang dauern wird. Den neuen Stift müssen Sie nirgendwo einstecken, es gibt weniger Dinge zu verlieren, drahtloses Laden und Koppeln sollte sicherstellen, dass er über Jahre hinweg nutzbar ist. Die einzigen Probleme würden sich ergeben, wenn Apple den Kopplungsmechanismus ändert, und ich bezweifle, dass dies in naher Zukunft geschehen wird.

Diese Philosophie gilt auch für den USB-C-Anschluss des iPad Pro selbst, was der übermäßig komplizierten Lade- und Kopplungssituation von Apple eine gewisse Einheitlichkeit verleiht. Da sich die IT-Industrie im Allgemeinen stark in Richtung USB-C entwickelt, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir  Dongles, Adapter und Docks nur noch als ein Stück alberner Apple-Vergangenheit ansehen. Bald können wir Apples Kabel selbst für Geräte verwenden, die nichts mit den Leuten in Cupertino oder ihren Betriebssystemen zu tun haben. Solche Designänderungen bringen uns dieser Realität näher.

Immer noch Luft nach oben

Apple macht aber mit dem neuen Apple Pencil etwas falsch. Die Preiserhöhung von 30 Euro für den neuen Apple Pencil ist obszön. Wir wären besser bedient gewesen, wenn Apple den neuen Apple Pencil für 99 Euro verkauft und den Preis des alten um 15 Euro gesenkt hätte, zumal Apples Marketing für das 9,7-Zoll-iPad nahelegt, dass beide Geräte auf Schüler und Studenten ausgerichtet sind.

In diesem Jahr erlaubte Apple den Käufern, den ersten Apple Pencil mit dem relativ preiswerten 9,7-Zoll-iPad neben den teuren iPad Pros zu verwenden. Das wich von der Strategie mit lächerlich teuren goldenen Apple-Watch-Editions deutlich ab. Kürzlich kam das iPhone XR in den Handel, das den Besitzern fast alle Funktionen des aktuellen Premium-Handy von Apple zu einem günstigeren Preis bietet. Auch erst letzte Woche passiert: Preisbewussten Käufer bekommen mit dem Macbook Air eine attraktive, zeitgemäße Option für ein Apple-Notebook. Auch wenn es in die Zukunft weiß, meine ich, dass das Design von Apple für den neuen Apple Pencil ebenso diesem Trend entspricht.

Nächstes Jahr wird das Bild klarer sein: der Mac, das iPad Pro und vielleicht sogar das iPhone, alle mit USB-C. Dies vereinfacht den Datentransfer zu diesen Geräten und den Anschluss von Zubehörteilen. Ich glaube auch nicht, dass ein drahtlos aufgeladenes Airpod-Gehäuse nicht in Frage kommt, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir einige coole USB-C- und Thunderbolt-3-Funktionen sehen werden, wenn Apple uns endlich den neuen Mac Pro zeigt. In diesem Zusammenhang wird der neue Apple Pencil mit ziemlicher Sicherheit mit den neuen iPads funktionieren, und das sollte auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Das neue iPad Pro und der Apple Pencil helfen, die Zukunft zu Gegenwart werden zu lassen. Lasst uns das begrüßen.

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