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iPhone 8S, iPhone 9, iPhone X.2: Was Apple 2018 bringt

07.11.2017 | 17:35 Uhr |

Der Apfel ist rund und nach dem iPhone ist vor dem iPhone: Was für die nächsten Generationen ansteht. Ein Überblick.

Das iPhone X sei das Smartphone für das nächste Jahrzehnt, jubelte Apple-CEO Tim Cook bei dessen Vorstellung am 12. September. Was er damit nicht gemeint hat: Dass Apple erst 2027 ein neues Modell bringt und bis dahin ein unverändertes X verkauft. Ganz im Gegenteil: Auch im nächsten Jahr wird Apple neue iPhones herausbringen. Wie diese aussehen, darüber lässt sich nun munter spekulieren. Aller Voraussicht nach wird es sich aber um weniger spektakuläre Änderungen handeln, die gab es schon in diesem Jahr.

An dieser Stelle sammeln wir Berichte über kommende Technologien, für eine zuverlässige Voraussage, wie die iPhones von 2018 heißen und aussehen werden, ist es noch zu früh. Doch sind einige Entwicklungen absehbar und so manche Entscheidung wahrscheinlicher als andere.

Starke Bilanz straft Skeptiker Lügen

Das iPhone X sollte für Apple einen neuen Superzyklus einleiten. Die Neuerungen sind derart radikal, dass deutlich mehr iPhone-Besitzer zu einem völlig neuen Gerät greifen, denn obwohl das iPhone 8 (Plus) ein feines Gerät ist, der Unterschied zu den Modellen der 6er- und 7er-Reihe sind überschaubar. So wird also das iPhone X für viele interessanter. Dem Rechnung tragend, hat Apple das iPhone X auch bereits im September gezeigt, als es entgegen der 8er-Reiher noch nicht fertig war. Von der Vorstellung bis zur Auslieferung siebeneinhalb Wochen, das hat nur beim Original länger gedauert. Das war seinerzeit aber noch in einem sehr rohen Zustand, als es das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Mit dieser Volte wollte Apple aber Enttäuschung bei seinen Kunden vermeiden, wie Tim Cook jüngst gegenüber CNBC erklärte . Logisch: Wer ein iPhone 8 (Plus) Ende September kauft, wäre wenig erfreut, wenn Apple erst Mitte Oktober das iPhone X ankündigt.

Der Schuss mit den zugleich vorgestellten iPhone-Reihen geht bestimmt nach hinten los, hieß es seit September aller Orten. Apple hat Kritiker, Skeptiker und Apokalyptiker aber Lügen gestraft und für das vierte Quartal 2016/17 eine neue Rekordbilanz vorgelegt . Die Kombination aus neuem iPhone 8 (Plus) zusammen mit dem Auslaufmodell iPhone 7 (Plus) hat sich demnach besser als die aus iPhone 7 (Plus) und iPhone 6S (Plus) vor einem Jahr verkauft. In die Bilanzen gingen jeweils eine gute Verkaufswoche des neuen Modells ein. Noch kann man über Absätze des iPhone X wenig sagen, die Liefersituation zeigt jedoch, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Das wird laut Tim Cook auch noch eine Weile so bleiben. Eine Abschätzung, wie viele iPhone X Apple im Weihnachtsgeschäft los geworden ist, können wir im Februar geben. Erste Hinweise darauf, dass das iPhone X sogar noch besser von den Kunden angenommen wird, kursieren aber bereits . Apple hat also im Jahr 2017 alles richtig gemacht. Wie sieht es aber im Jahr 2018 aus?

Die Zukunft des iPhone X und der neue Superzyklus

Mal abgesehen davon, dass es sich beim iPhone X um das beste zurzeit erhältliche iPhone handelt : Der Unterschied zum iPhone 8 (Plus) ist in vielerlei Hinsicht nicht gewaltig. Denn auch dieses verwendet den Chip A11 Bionic, speziell gehärtetes Glas, um drahtloses Aufladen möglich zu machen und beste Kamera- wie Displaytechnik. Die Analystenwebsite  "The Motley Fool" spekuliert nun darüber, dass ein wahrer neuer iPhone-Superzyklus erst im nächsten Jahr einsetze, wenn Apple drei völlig neue Geräte vorstelle – im Vergleich zu den traditionellen Modellen bis zum Baujahr 2016/17. Denn das iPhone X von heute werde einen leicht veränderten Nachfolger bekommen, dazu bringe Apple noch eine größere OLED-Modellvariante heraus. Der wahre Knüller werde aber ein iPhone mit einer neuen Art des LCD, der ein nahezu randloses Design möglich mache und von der Größe her eher den Besitzern des iPhone SE oder anderer Vierzöller den Umstieg schmackhaft machen wolle. Sprich: Alle neuen iPhones des Jahres 2018 haben demnach OLED-Displays, was eine große Umstiegswelle ins Rollen bringen würde.

Bis dahin ist noch ein gutes Jahr Zeit, Apple könnte sich um alternative Hersteller der Displays kümmern. Denn noch liefert Samsung exklusiv OLED-Bildschirme an Apple respektive die beauftragten Manufakturen. Ein zweiter Zulieferer könnte aus Südkorea kommen, Apple steht laut Industriequellen in Verhandlungen mit der LG Group . Der Konkurrent setzt jedoch nicht wie Samsung auf die AMOLED-Technik, sondern auf pOLED. Der Unterschied: Während in der Samsung-Technologie mittels der Aktivmatrix (AM) eine Dünnfilmtransistors (TFT) jedes Pixel einzeln angesteuert werden kann, spricht die Passiv-Matrix des pOLED das Display zeilenweise an. Das geht zu Lasten der Farbbrillianz und der Energieeffizienz, auch sind Einbrenneffekte stärker. Organische Leuchtdioden (OLED) sind aber zweifelsohne die Zukunft des Smartphones, es ist nur eine Frage der Zeit, dass Apple ausschließlich derartige Smartphones baut. Wenn die Zulieferer ab 2018/19 pro Jahr 250 Millionen und mehr Displays bauen können, steht diesem Paradigmenwechsel nichts mehr im Wege. Es würde dann also kein iPhone 8S oder 9 geben, sondern nur noch Varianten des X.

Schwierige Nomenklatur

Wie sollte überhaupt ein iPhone 9 in Apples künftiges Angebotsschema passen? Gewiss, es wäre neuer als das iPhone 8, aber auch neuer als das iPhone X und passt eher nicht als "missing link" zwischen die beiden Reihen. Eher kommt 2018 noch ein leicht verbessertes iPhone 8S (Plus), danach wäre wohl Schluss. Apple wird spätestens dann das traditionelle iPhone mit TFT-Display nicht mehr weiter entwickeln, es stellt sich aber die Frage nach der Nomenklatur.

Gut möglich, dass wir das X für die nächsten zehn Jahre fest mit dem iPhone verknüpfen, so wie es von 2000 bis 2016 mit dem Mac-Betriebssystem der Fall gewesen war. Dort stand das X nicht nur für die zehn und damit die logische Versionierung nach MacOS 9, sondern vor allem für eine völlig neue technische Basis. Das X war einst Unix entnommen worden und hatte in NeXTStep, dem darauf basierenden Betriebssystem der Next-Computer Karriere gemacht. Erst seit macOS 10.12 Sierra ist das Relikt aus der Nomenklatur verschwunden. Nach Mac-OS X waren aber weder Mac-OS Y noch Mac-OS XI gekommen, sondern Mac-OS X 10.1. Die Zahl 10 gefolgt von einem Punkt und der weiteren Versionierung sind heute noch Bestandteil des Betriebssystems für Desktops und Laptops aus Cupertino.

Was wäre also der logische Schritt für den Nachfolger des iPhone X? Da dürften vor allem zwei Optionen stehen: iPhone X.2 (da das iPhone X ja nicht offiziell iPhone X 10.0 oder so heißt...) oder iPhone X 2018. Dazu noch eine Angabe der Displaygröße, also iPhone X 5,8 (2018), iPhone 4,4 (2018) oder was sonst noch passende Formate wären. Ein iPhone XI halten wir indes für sehr unwahrscheinlich. Ebenso eine Special Edition in vier Zoll und mit OLED-Screen, also eine Vereinigung von SE und X. Das würde sich nicht mal Apple trauen...

Was die Technik bringen könnte

Gewiss, das iPhone X erscheint uns heute als mehr oder minder perfekt, doch schreitet die technische Entwicklung stets voran und Apple jetzt ja nun zehn Jahre Zeit, das iPhone X inkrementell zu verbessern. Man braucht keine große Vorstellungskraft, dass die nächste CPU noch besser sein wird als der aktuell verbaute Chip A11 Bionic, auch beim Display wird es unweigerlich Fortschritte geben – und wenn es nur eine Lösung ist, die das Einbrennen weiter reduziert. Die Kameras aktueller iPhones sind schon sehr gut, aber selbst diese ließen sich weiter optimieren und sei es durch ein weiteres Objektiv für noch größeren optischen Zoom. Große Sprünge sind erst einmal nicht zu erwarten, wie die Technik aber in zehn Jahren aussieht, lässt sich nicht sagen. Vielleicht können wir unsere iPhones dann zusammenrollen oder wir haben gar keines mehr, weil unsere Wearables in Form von Brillen, Armbändern, Ringen, Ohrsteckern und Kleidung das Gerät in der Hand überflüssig gemacht haben. Konzentrieren wir uns aber erst auf das naheliegende, vor allem zeitlich nahe liegende.

Wie der meist recht treffsichere Analyst Ming-Chi Kuo behauptet, wird es Apple im Jahr 2018 in der Weiterentwicklung des iPhone X auf eine neue Rahmentechnologie setzen. Der Metallrahmen werde aus mehreren Teilen bestehen, was zu einer besseren Datentransmission führen soll. Jedenfalls habe Apple laut Kuos Informationen bei Catcher Technology und Casetek zweierlei Rahmen in größeren Mengen bestellt, einen für das aktuelle iPhone X und einen modifizierten für ein ähnliches Modell, dass jedoch auch ein wenig größer ausfallen soll.

Über weitere mögliche Optimierungen des iPhone X werden wir in den folgenden Monaten an dieser Stelle berichten.

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