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iPhone geht nicht mehr an – Das ist zu tun

17.08.2017 | 09:51 Uhr |

Hilfe, das iPhone geht nicht mehr an! Nicht in jedem Fall ist das Telefon ein Fall für das Recycling geworden. So können Sie vorgehen.

Ärgerlich, wenn das iPhone oder das iPad nicht mehr angeht, obwohl es doch bis vor Kurzem noch einwandfrei funktionierte. Das Problem kann mehrere Ursachen haben, bevor Sie Ihr iOS-Gerät als Totalausfall abschreiben und auf den Wertstoffhof oder besser in den Apple Store bringen, helfen aber noch eine Reihe von Maßnahmen weiter.

Denn die Gründe für den vermeintlichen Defekt können harmlos sein und sich mit einigen einfachen Maßnahmen beheben lassen. Unter Umständen ist der Akku einfach nur tiefenentladen oder es hat beim letzten Update ein Problem gegeben. Seltener treten Fälle auf, in denen Wartungsupdates von iOS bestimmte Geräte außer Gefecht setzen, das war etwa mit dem iPad 2 bei der Aktualisierung auf iOS 9.3 aufgetreten. Also, keine Panik, wenn Ihr iPhone oder iPad nicht geht und wie ein Ziegelstein vor Ihnen liegt, womöglich steckt doch noch ein Funke digitales Leben im Gerät. So gehen Sie im Einzelnen vor:

1. iPhone geht nicht mehr an: Erst einmal aufladen

Was erst einmal banal klingt, ist für nicht funktionstüchtige iPhones und iPads aber der häufigste Grund des Ausfalls: Der Akku hat einfach zu wenig Ladung. Insbesondere die Akkus älterer und über die Zeit stark strapazierte Geräte können früher als erwartet den Dienst einstellen und sich vollständig entladen. Schließen Sie daher das iPhone an das Ladegerät an und warten Sie mindestens zehn Minuten, bis Sie versuchen, es wieder einzuschalten. Schon für den Start benötigt es ausreichend Energie, zuvor wird es auf Betätigen des Einschaltknopfes nicht reagieren. Womöglich aber liegt die Unterversorgung des Akkus daran, dass Ladegerät und/oder Kabel defekt sind. Versuchen Sie es also mit einem anderen Stecker und einem anderen Kabel, vor allem dann, wenn diese sichtbare Beschädigungen aufweisen. Zur Not leihen Sie sich die Hardware dafür aus, diesbezüglich würde Ihnen gewiss auch im nächsten Apple Store weiter geholfen. Diesen müssen Sie ohnehin aufsuchen, wenn Sie sicher sein können, dem iPhone ausreichend Ladung zugeführt zu haben, es aber immer noch nicht angeht. Dann liegt womöglich ein Hardwareschaden vor. Sollte es aber nach dem Laden erkennbar starten, den Vorgang aber irgendwann abbrechen, haben Sie es mit einem Softwareproblem zu tun, das wir in den nächsten Schritten lösen wollen.

2. iPhone geht nicht mehr an:  Zurücksetzen

An sich kennt man diese Maßnahme schon von früher, wenn der Computer streikte oder der Fernseher oder ein anderes elektronisches Gerät: Aus- und Wiederanschalten wirkt oft Wunder. Nun, mit dem Anschalten haben Sie Probleme, aber eine Maßnahme, die das iPhone oder iPad wirklich komplett abschaltet und es wieder startet, ist das Zurücksetzen.

Dazu hält man bei den iPhone-Modellen bis einschließlich iPhone 6s (Plus) den Anschaltknopf und die Hometaste etwa 5 bis 15 Sekunden lang gedrückt, bis der Apfel auf dem Bildschirm erscheint. Ab dem iPhone 7 (Plus) hat sich die Tastenkombination geändert, da die Hometaste ja kein echter Knopf mehr ist. Drücken Sie stattdessen den Anschaltknopf und die Leisertaste gleichzeitig für die genannte Zeitspanne und warten darauf, dass das iPhone fertig gebootet hat. Stets sollte das iPhone dabei am Ladekabel hängen, um etwa Batterieprobleme ausschließen zu können. Sofern jetzt alles in Ordnung ist, brauchen Sie nicht mehr weiter lesen. Falls Ihr iOS-Gerät aber beim Booten nicht über den "Apfel-Screen" hinauskommt, werden Sie es mit Hilfe Ihres Mac oder PC wiederherstellen müssen, um noch zu retten, was zu retten ist.

3. iPhone geht nicht mehr an:  Wiederherstellen

Wenn die Maßnahmen bis hierhin nicht geholfen haben, können Sie versuchen, das iPhone mittels iTunes zu löschen und wieder neu aufzusetzen. Schließen Sie es zu diesem Zweck per USB-Kabel an den Mac oder PC an und starten Sie iTunes. Dort klicken Sie zunächst auf das Symbol des Geräte und anschließend auf "Wiederherstellen". Die Verwaltungssoftware wird zunächst versuchen, die auf dem iPhone oder iPad enthaltenen Daten zu sichern und lediglich eine neue Firmware zu installieren. Danach wird iTunes fragen, ob es das Gerät aus einem vorhandenen Backup wiederherstellen soll oder völlig neu aufsetzen – die zweite Option führt zwar unter Umständen zum Verlust von Daten, bringt aber in der Regel ein sauberes und fehlerfreies iPhone zurück. Der Vorgang kann einige Stunden dauern, in denen Sie überlegen können, in welchen Backups oder Kopien Sie Ihre Daten gespeichert haben, denn das sollten Sie auf alle Fälle irgendwann erledigt haben...

Eine rigidere Art der Wiederherstellung gelingt, wenn Sie das iPhone in den DFU-Modus versetzt haben. Dazu drücken Sie den Anschaltknopf und die Hometaste (oder die Leisertaste) gleichzeitig und verbinden das Gerät mit Mac oder PC, auf dem iTunes bereits gestartet ist. Sobald auf dem Bildschirm ein Symbol mit einem USB-Kabel und einem auf das iTunes-Icon zeigenden Pfeil zu sehen ist, können Sie den Griff lockern. Das Wiederherstellen geschieht dann in der oben beschriebenen Weise.

4. iPhone geht nicht mehr an:  Anderen Mac oder PC nutzen

Wenn auch der DFU-Modus auf Ihrem Rechner nicht hilft, sollten Sie es nochmals auf einem anderen Mac oder PC versuchen. Womöglich verhindert ein Treiberkonflikt die Wiederherstellung, der auf der anderen Maschine nicht wieder auftritt.

5. iPhone geht nicht mehr an:  Zurück zum alten iOS

Diese Maßnahme ist überhaupt nur dann möglich, wenn Ihr Problem nach der Installation eines Wartungsupdates aufgetreten ist und auch nur so lange, die Signatur für das alte System gültig ist. In der Regel verfällt diese wenige Tage nach Veröffentlichung eines iOS-Updates. Theoretisch sollte das sofort passieren, doch hat es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Updates gegeben, so dass Apple den Rückweg erst nach einigen Tagen oder wenigen Wochen verbaut, wenn sicher ist, dass die neue iOS-Version keine generellen Fehler enthält oder solche, die bei mehr als nur vereinzelten Konfigurationen auftreten. Um aber überhaupt zurück zu einer alten iOS-Version gelangen zu können, müssen Sie das System in Form einer .ipsw-Datei auf Ihrem Rechner haben – als Teil eines früheren Backups im Ordner ~/Library/iTunes/iPhone Software Updates. Freilich können Sie auch nach .ipsw-Dateien googlen, diese sind aber nicht immer vertrauenswürdig.

6. iPhone geht nicht mehr an:  Online nach Hilfe suchen

Manchmal ist die Lage verzwickt, etwa im Frühjahr 2016, als ein Wartungsupdate bestimmte Geräte außer Gefecht setzte. Dabei handelte es sich um von Dritten reparierte iPhone und iPads mit Touch ID, aufgrund einer Sicherheitsmaßnahme Apples verweigerten diese den Dienst und zeigten nur den Fehler 53 an. Dieses konkrete Problem hat der Hersteller mittlerweile im Griff, in zukünftigen Notlagen schadet es aber nicht, online zu suchen, ob andere diese Problem auch kennen. Manchmal ist die Lösung dann nur einen weiteren Klick entfernt, manchmal kann es aber auch ein paar Tage dauern, bis Ursache und Lösungen gefunden sind.

7. iPhone geht nicht mehr an:  Austauschen und ersetzen

Hilft alles nichts, bleibt nur noch, im Apple Store einen Termin zu vereinbaren oder den Support des Herstellers per Chat oder Telefon in Anspruch zu nehmen. Handelt es sich um einen Garantiefall, muss Apple nach spätestens drei vergeblichen Reparaturversuchen ein Neugerät geben - laut eines Urteils genügt ein wiederaufbereitetes nicht . Ist das iPhone oder iPad schon etwas älter, werden Sie für Reparatur und/oder Austausch jedoch in die Tasche greifen müssen. An der Genius Bar des nächsten Apple Store werden Sie die Details erfahren und dann entscheiden können, ob die Reparatur noch lohnt. Im Zweifelsfall haben sie im Apple Store aber derart viele Geräte herumliegen, dass sie welche verkaufen...

Alternative:  Einen bequemen Weg, um eine passende Reparaturwerkstatt zu finden, bietet der Online-Dienst Clickrepair . Wählen Sie hier zunächst Ihr Gerät und den Defekt aus. Dann erhalten Sie eine Liste mit Werkstätten, denen Sie das Gerät vorbeibringen (meist schneller) oder kostenlos zuschicken können (meist günstiger). Außerdem sehen Sie hier auch den für die Reparatur veranschlagten Preis. Klären Sie vor der Beauftragung noch direkt mit der Werkstatt, ob eine Rettung ohne Datenverlust möglich ist. Die entsprechenden Kontaktdaten bekommen Sie in Schritt 4 des Bestellvorgangs angezeigt.

8. iPhone geht nicht mehr an:  Jailbreak

Nur in Ausnahmefällen, wenn etwa Austauschhardware von Dritten in Konflikt mit den Originalkomponenten und der Software geraten ist, können Sie einen Jailbreak in Betracht ziehen. Dazu benötigen Sie aber mindestens Zugriff per DFU-Modus, sonst ist auch dieser Weg verbaut.

9. iPhone geht nicht mehr an:  Recycling bei Apple

Alles versucht, nichts hilft? Der Genius im Apple Store blickt Sie auch nur ratlos an oder der Advisor des 2nd-Level-Support an der Apple-Hotline ist mit seinem Latein am Ende? Dann müssen Sie der Tatsache ins Auge sehen: Auch iPhones und iPads können kaputt gehen. Die Mülltonne ist aber der völlig falsche Ort für die Entsorgung, der Wertstoffhof der Gemeinde nur unwesentlich besser. Im Idealfall bringen Sie das defekte iPhone wieder dort hin, wo Sie es her haben: In den Apple Store. Denn Apple nimmt nicht nur Altgeräte kostenfrei zurück, sondern kann damit auch etwas anfangen. Das Unternehmen hat sich im Frühjahr 2017 das hohe Ziel gesetzt, mittelfristig alle für die iPhone-Produktion notwendigen Rohstoffe als recycleten Materialien zu beziehen. Der Weg ist zugegebener Maßen noch weit, das Ziel gerät aber allmählich in Sichtweite. Schon heute verwendet Apple zum Bau neuer Telefone Aluminium, das schon einmal iPhone oder iPad war. Für völlig defekte Altgeräte bekommen Sie bei Apple aber nicht einmal bei Neukauf etwas angerechnet, die Umwelt wird es Ihnen aber danken, wenn Sie den Elektronikschrott, der vor wenigen Jahren noch teure State-of-the-Art-Technik war, wieder zum Hersteller zurück bringen.

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