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iPhone-Spyware Pegasus für 50 Mio USD im Darknet angeboten

06.07.2018 | 11:50 Uhr | Stephan Wiesend

Ein ehemaliger Mitarbeiter des berühmten Pegasus-Entwicklers NSO hat anscheinend versucht die iPhone-Spyware im Darknet zu verkaufen.

Im letzten Jahr erlangte die israelische Firma NSO in Fachkreisen Berühmtheit, ermöglicht sie doch mit ihrer Spyware „Pegasus“ Behörden das Ausspionieren von sicher geglaubten iPhones. Länder wie Mexiko und die VAE sollen zu den Kunden gehören und die Software zum Überwachen von Kriminellen aber auch Regierungsgegnern nutzen.

Wie die israelische Presse berichtet , sind diese gefährlichen Tools dieser Firma vor kurzem im Darknet angeboten worden. 50 Millionen US-Dollar in Kryptowährung wurden verlangt, allerdings informierte einer der potentiellen Käufer die Firma NSO. Schon letzte Woche konnte sie den Anbieter als einen ehemaligen Firmenangehörigen identifizieren, der verhaftet wurde.

Wie eine jetzt veröffentliche Anklageschrift zeigt, handelte es laut Berichten um einen früheren Angestellten der Firma, einen 38 Jahre alten Senior Programmer. Vor seiner Entlassung hatte er die Daten auf ein Speichermedium kopiert, eine von der Firma verwendete Schutzfunktion gegen USB-Speichermedien hatte er überlistet – wie das geht, hatte er laut Bericht im Internet recherchiert. Per Darknet habe er dann die Daten einer ausländischen Quelle angeboten, die sofort den Hersteller informierte. Laut NSO seien keine Daten an Dritte weitergegeben worden.

Für NSO ist der Vorfall ein Problem, offenbar befindet sich das Unternehmen in Verkaufsgesprächen mit der Cybersecurity Firma Verint Systems, der Kaufpreis soll eine Milliarde US-Dollar betragen. Für die Überwachung von zehn iPhones werden laut New-York-Times-Berichen 650 000 US-Dollar fällig, der Umsatz liegt wohl im dreistelligen Millionenbereich.

Allein Mexiko soll seit 2011 80 Millionen US-Dollar bezahlt haben. Ohne Wissen der Nutzer ist eine komplette Überwachung der Nutzung möglich, für die Installation auf einem iPhone genügte im Fall des Dissidenten Ahmed Mansour anscheinend der Klick auf einen SMS-Link. Aber auch andere Plattformen wie Android werden unterstützt.

Die 2010 gegründet Firma hatte bisher immer argumentiert, da sie nur mit Behörden kooperiere, sei es unwahrscheinlich, dass ihre gefährliche Software in falsche Hände gerate.

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