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iPhone X: Apple verkauft angeblich 29 Mio. Stück

24.01.2018 | 11:26 Uhr |

Ist das iPhone X nun ein Kracher oder ein Ladenhüter? Canalys schätzt, dass das Gerät über 29 Mio. Mal verkauft wurde.

Update vom 24.01.2018:

Gar nicht mal so wenig: Das iPhone X, ein teurer Flop und nach nicht mal einem Jahr schon am Ende – zumindest die von den Marktforschern von Canalys für das vierte Kalenderquartal 2017 erhobenen Daten sprechen eine andere Sprache. Demnach habe Apple weltweit 29 Millionen iPhone X ausgeliefert, wohlgemerkt von erst Anfang November bis Ende Dezember. Damit ist das Flaggschiff aus Cupertino das bestverkaufte Smartphone des letzten Weihnachtsgeschäfts, merkt Canalys-Analyst Ben Stanton an. Dennoch sei das Ergebnis knapp unter den Erwartungen der Industrie, die Lieferschwierigkeiten, die Apple noch im November hatte, haben dazu beigetragen. Apple wird seine Bilanz für das Dezemberquartal am 2. Februar veröffentlichen, darin aber nur eine Gesamtzahl für das iPhone nennen. Zuletzt hatten Marktbeobachter aus Umfragen geschlossen, dass das iPhone X in den USA ein Fünftel der Verkäufe ausmachte, weltweit könnte der Anteil aber höher gewesen sein. Allein sieben Millionen Geräte habe man in China verkauft. Wie Canalys behauptete, hätten viele iPhone-Besitzer ihre älteren Telefone in Zahlung gegeben und damit das neue Gerät teilweise finanziert.

Update vom 23.01.2018:

Verteilung: Während Ming-Chi Kuo prognostiziert, Apple werde die Produktion des iPhone X im Sommer einstellen und im Herbst drei neue Modelle herausbringen, zeigt eine repräsentative Umfrage der Marktforscher von Cosumer Intelligence Research Partners , dass sich zumindest in den USA das Spitzenmodell nicht so schlecht geschlagen habe. Jedes fünfte zwischen Oktober und November verkaufte iPhone war demnach ein iPhone X, nur das iPhone 8 hatte mit einem Anteil von 24 Prozent mehr Erfolg. Das iPhone 8 Plus folgte mit 17 Prozent an dritter Stelle, alle anderen Modelle machten 39 Prozent aus. Was zu beachten ist: Das iPhone war nur über die Hälfte des Messzeitraums verfügbar, der Anteil ab Mitte November sollte demnach deutlich höher liegen. Apple hat vor allem in China offenbar Probleme, das iPhone X abzusetzen, während das mittlerweile veraltete, aber immer noch verkaufte iPhone 7 sich in beiden Varianten im letzten Jahr in die Top 10 gesetzt hat. Kuo rechnet für das laufende erste Kalenderquartal – für Apple das zweite im Geschäftsjahr – mit einer Auslieferung von 18 Millionen iPhone X.  Der von Kuo ins Spiel gebrachte Produktionsstopp würde aber bedeuten, dass Apple das iPhone X im Gegensatz zu allen anderen früheren Modellen nach Markteinführung eines Nachfolgers nicht mehr zu einem günstigeren Preis weiter verkauft. Ähnlich hat Apple mit dem iPhone 5 nach der Einführung von iPhone 5S und iPhone 5C verfahren. 

Update 11.01.2018:

Hohe Nachfrage: Vor allem in China zeigt das iPhone X starke Verkaufszahlen, haben die Analysten von Kantar World Panel ermittelt. Dennoch habe der verzögerte Verkauf des neuen Flaggschiffs kurzfristig der Konkurrenz geholfen, vor allem im Vereinigten Königreich konnte zwischen September und November Samsung mit dem Galaxy S8 vorbeiziehen. Ab November ergebe sich aber wieder ein anderes Bild, in den USA hätte etwa Apple in dem Monat die ersten drei Plätze bei den Smartphone-Verkäufen belegt, wobei sich iPhone 8 und iPhone 8 Plus noch besser als das iPhone X verkauften. Das Galaxy S8 sei nur auf dem sechsten Platz gelandet, war zu der zeit aber auch nicht mehr ganz neu.

Ursprüngliche Meldung vom 19.12.2017:

Die Einkaufssaison neigt sich dem Ende entgegen, wer nicht schon ein iPhone X bestellt oder gar gekauft hat, für den wird es vor dem Fest unter Umständen knapp. Immerhin verspricht Apple derzeit Lieferung am nächsten Tag respektive die Abholung im nächst gelegenen Apple Store. Nachfrage und Angebot scheinen in Balance gekommen zu sein. Aber hat nun Apple anfänglich Produktionsengpässe überwunden oder ist die Nachfrage stärker als gedacht gefallen? Vielleicht haben die meisten potentiellen iPhone-Käufer ihre Besorgungen bereits erledigt.

Über die Aussichten für Apples Bilanz des ersten Quartals 2017/18 gehen die Prognosen der Analysten nun deutlich auseinander. Amit Daryanani von RBC Capital Markets untersucht den Markt in China und stellt eine nach wie vor starke Nachfrage nach Apples neuem Flaggschiff fest. In China steht das Neujahrsfest und die Einkaufssaison davor ja noch an, das Jahr des Hundes beginnt am 16. Februar. In den Umfragen des Analysten gaben daher auch in China 62 Prozent der Befragten an, ein iPhone X kaufen zu wollen, in den USA seien es nur 28 Prozent gewesen. Nicht alle Kaufabsichten aus Umfragen wandeln sich auch tatsächlich in Käufe, Apple selbst prognostiziert für Q1 17/18  einen Umsatz zwischen 84 und 87 Milliarden US-Dollar, ein neuer Rekordwert, deutlich über den 78,3 Milliarden US-Dollar aus Q1 16/17, der bisherigen Bestmarke.

Doch werde Apple mit 79 Millionen iPhones nur knapp mehr als die 78 Millionen aus dem Vorjahr verkaufen, behauptet der Cowen-Analyst Karl Ackermann gegenüber Bloomberg . Das sei eine kaum nennenswerte Steigerung, viele Käufer würden auch zu eher günstigeren Modellen greifen, das iPhone X sei mit seinen 999 US-Dollar (1.149 Euro inkl. MwSt.) schlicht zu teuer, um starkes Wachstum auszulösen.

Skeptisch sieht auch  Richard Windsor von Radio Free Mobile die Situation. Es gebe keinen neuen "Superzyklus", wie ihn etwa Toni Sacconaghi vorhergesehen hatte, iPhone-Nutzer würden also nicht in Scharen zum neuen Gerät wechseln. Die drei neuen Modelle von 2017 würden bisher nur einen Marktanteil von 11,3 Prozent erreichen, vor einem Jahr konnten die beiden iPhone-7-Modelle zu dieser Zeit 23,5 Prozent Marktanteil erzielen.

Laut Statistiken von Localytics verkauft Apple aber auch in der letzten Woche vor Weihnachten noch etwas mehr als eine Million iPhone 8, 8 Plus und  X an jedem Tag, wenngleich die Zahlen zuletzt leicht zurückgingen, berichtet Forbes .

Apple wird zahlen zum ersten Quartal Anfang Februar veröffentlichen und sie wie üblich nicht auf einzelne Modelle herunterbrechen. Wie gut sich das iPhone X aber tatsächlich verkauft, wird man aus dem Erlös pro iPhone schließen müssen. Dieser war schon im letzten Jahr wegen des Trends zu den Plus-Modellen angestiegen und dürfte nun wieder höher liegen. Außer, das iPhone X wäre tatsächlich ein Ladenhüter. Dafür gibt es aber kaum Anzeichen.

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