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iPhone X: Mit FaceID in die Zukunft

21.09.2017 | 09:35 Uhr |

Zehn Jahre nach dem ersten iPhone legt Apple ein völlig neuartiges Gerät vor. Was es verspricht, was es hält.

Update 21.09.2017:

Wir haben ja jede Menge gute Gründe gefunden, das iPhone X zu kaufen , andere sehen Gründe dagegen , die sich meist um den Preis und das Design drehen. Unser Macworld-Kollege Michael Simon hat nun zehn Punkte gefunden , die Apple ändern und bessern könnte, eventuell in einer künftigen Fassung des iPhone X. Keiner seiner Verbesserungsvorschläge dreht sich um die angeblich "hässliche" Sensorleiste oben am Bildschirm, aber einige der Punkte wird Apple wohl komplett anders sehen.

So ist Touch ID nun mal passé und wird auch in einer zweiten Fassung des iPhone X nicht wiederkehren – wobei der Analyst Ming Chi Kuo da anderer Meinung ist. Der Wunsch nach einer dritten Speichergröße dürfte wohl auch ungehört verhallen. Andere Vorschläge könnten bei Apple offene Türen einrennen oder zumindest gute Optionen sein, wie etwa USB-C statt Lightning, ein Apple Pencil auch für das iPhone oder noch bessere Widerstandsfähigkeit gegen Wasser – letzteres dürfte ebenso kommen wie ein besserer Chip in jedem Jahr. Ein Dark Mode wäre vielleicht ebenso denkbar wie eine neue Nomenklatur – was soll nach iPhone X schon kommen außer ein unschönes X.2? Ob Apple aber in künftigen iOS-Versionen App-Symbole anders als in der etablierten Matrix auf den Homescreen stellen wird, darf man ruhig bezweifeln.

Gesichtserkennung sei die Zukunft der Authentifizierung an Smartphones meinte Phil Schiller letzte Woche auf der Keynote. Da sie weit sicherer sei als Touch ID, könne man auf den Fingerabdrucksensor im iPhone X verzichten. Laut des Analysten Ming-Chi Kuo ist das letzte Wort dazu aber noch nicht gesprochen . Ob Face ID auch Bestandteil der iPhones von 2018 sein werde, hänge in erster Linie davon ab, wie die Nutzer und Rezensenten das Feature annehmen. Ebenso entscheidend sei, ob es Apple gelinge, die Touch ID unter den gesamten Bildschirm zu packen, das hat beim iPhone X noch nicht geklappt. Der Nachfolger könnte also entweder auf Face ID, Touch ID oder sogar beide Technologien setzen.

Update vom 19.09.2017:

Schräge Theorie : Warum ist das iPhone X so teuer? Apple sagt, die darin verbaute Technologie mache den Wert aus. Eine andere Theorie besagt, Apple halte den Preis künstlich hoch, um die Nachfrage nach dem derzeit noch schwer in Massen zu produzierenden Gerät zu deckeln. Dem widerspricht nun das Wall Street Journal mit einer weiteren These, die auf den norwegischen Ökonomen Thorstein Veblen zurückgeht. Demzufolge ist der Smartphone-Markt mehr oder minder gesättigt und Apple sucht seinen Erfolg in einem neu definierten Luxussegment – das ja auch Samsung mit dem Galaxy Note 8 anspricht. Das sei ein ähnlicher Effekt wie in der Automobilsparte, in der sich Luxusmarken auch erst später etablierten. Immerhin ist die Marge Apples geringer als beim iPhone 7, meinen die Experten der Susquehanna International Group. Die Komponenten für das X kosten demnach 581 US-Dollar, die für das iPhone 7 248 US-Dollar.

Update 18.09.2017:

Nachfrage: Das Theater mit der Vorbestellung wird man am 27. Oktober wieder haben, wenn das iPhone X dafür bereit steht. Der Analyst Ming-Chi Kuo glaubt, dass Apple erst im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 in der Lage sein werde, die Nachfrage nach dem neuen Gerät zu befriedigen. Bis zum Ende des Jahres werde Apple 40 Millionen Stück produzieren und verkaufen können. FaceID, das randlose Design, der OLED-Screen und die AR-Fähigkeiten des iPhone X werden eine starke Nachfrage erzeugen. Immerhin werde Apple im nächsten Jahr 90 Millionen Geräte bauen können. Kuo lag bereits mit seiner Einschätzung richtig, dass Apple sein OLED-Smartphone nicht vor November werde ausliefern können.

Macworld vor Ort: Erste Eindrücke

In seinem Steve Jobs Theater, in dem das iPhone X seine Premiere sah, hat Apple auch für die eingeladenen Pressevertreter einen großen Hands-On-Bereich eingerichtet, in dem man die neuen Produkte gleich mal antesten kann. Unser Macworld-Kollege Jason Snell war vor Ort und konnte erste Eindrücke sammeln:

- FaceID funktioniert demnach wunderbar. Zwar konnte er das ausgestellte Gerät nicht entsperren - klar, es war ja auch auf das Gesicht einer Apple-Mitarbeiterin eingestellt. Diese hatte bei der Vorführung mit kleineren Problemen zu kämpfen, denn manchmal war das iPhone wieder in den Ruhezustand gefallen, ehe es entsperrt werden konnten, ein andermal tappte die Mitarbeiterin auf den seitlichen Knopf und aktivierte damit Siri. Man wird sich aber daran gewöhnen.

- Relativ leicht fällt die Gewöhnung an neue Gesten, die den Home Button ersetzen, der Wisch nach oben für die Rückkehr auf den Homescreen oder in den Programmwechsler. Alles in allem fühlt sich das X aber auch ohne Homebutton wie ein iPhone an.

- Vielleicht sind die Animoji mehr als nur eine Spielerei. Die animierten Emojis spiegeln den Gesichtsausdruck nicht nur desjenigen, der das iPhone entsperren kann. Jason Snell rechnet damit, dass Animojis eine Zillion neuer Memes produzieren würden.

- Das Vollbild ist nicht ganz voll. Denn am einen der kurzen Enden ist die Leiste mit der True-Depth-Kamera, Lautsprecher und Mikrophon angebracht. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig mag sein, dass diese Leiste einen kleinen Teil des Bildes abdeckt, respektive sich das Bild auch hinter die Kamera in die Ecken des Screens schmiegt. In Apples App TV kann man Videos aber ohne die störende Überdeckung sehen, dieser Normalmodus lässt also einen kleinen Streifen am Rand - den man auf Wunsch verschwinden lassen kann, wechselt man in den Vollbildmodus.

Zehn Jahre nach der Vorstellung des ersten iPhone durch Steve Jobs präsentierte Apple das Jubiläums-Smartphone namens iPhone X . Dieses Modell ist wie die beiden iPhone-8-Modelle auf der Vorder- und Rückseite mit Glas versehen, so wie beim iPhone 4 . Doch das Glas für das iPhone X soll laut Apple das härteste sein, das jemals für ein Smartphone verwendet wurde. Superlativen gehören nun mal zu der Präsentation neuer Produkte. Allerdings: Optisch ist das iPhone X ein wahres Will-haben-Produkt. Es lockt außer dem Vollglas-Design mit einem schicken Gehäuse aus Stahl und – das eigentliche optische Highlight – mit einem 5,8 Zoll großen OLED-Display, das fast die gesamte Vorderseite einnimmt.

Test im September

Noch ist das iPhone X nicht erhällich, wir können an dieser Stelle trotz der URL dieses Artikels zu diesem Zeitpunkt auch keinen Test anbieten. Wir werden jedoch sobald wie möglich ein Testgerät erhalten und unter dieser Adresse alle Fragen zum neuen Gerät beantworten.

Technisch hat das iPhone X auch so einiges zu bieten, das den Kaufanreiz in die Höhe treibt. Und das, obwohl es auf etwas bisher Elementares verzichtet: Den Home Button. Dieser wird dich eine Wisch-Geste über das Display ersetzt. Und statt einer Touch ID kommt die Gesichtserkennung Face-ID zum Einsatz. Dazu bietet das iPhone X eine sogenannte neue TrueDepth-Kamera, die das Erkennen von Gesichtern auch im Dunklen ermöglichen sollen.

Ab dem 27. Oktober kann man das iPhone X vorbestellen, erhältlich ist es ab dem 3. November. Der Preis ist beginnend ab 1149 Euro für das 64 GB Modell zwar gesalzen (es gibt noch ein Modell mit 256 GB für 1.319 Euro), doch angesichts der beeindruckenden Technik dürfte es sich wie geschnitten Brot verkaufen. Das iPhone X ist in Silber oder Space Grau erhältlich und ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt.

Touch ID hat ausgedient, Face ID kommt

Die Gerüchte der letzten Monate haben sich bewahrheitet, Apple hat mit dem iPhone X sein Konzept der Touch ID verworfen und setzt nun auf die Face ID. Dies ist eine biometrische Methode, die anhand eines Rasters von Punkten Gesichter erkennen und somit das Smartphone entsperren kann. Auf der Bühne verspricht Apple noch mehr Sicherheit als bei der Touch ID – Die Gesichtserkennung im iPhone X nutzt mehr Kontrollpunkte zum Abgleich als es noch mit einem Finger möglich war. So kann das Kamerasystem des iPhones den Nutzer auch in Dunkelheit erkennen – dank der eingebauten Infrarot-Kamera. Auch nach einem radikalen Haarschnitt soll die Erkennung und Entsperrung noch möglich sein. Dagegen können die eigenen Kinder keinen Streich mehr beim Schlafen spielen und das iPhone X ohne das Wissen der Eltern entsperren, das System erkennt, wenn der Nutzer auf das iPhone blickt. Laut Apple werden so die Entsperrungen mit einem Foto oder gar mit einer Maske nicht möglich sein.

Das Kamera System im iPhone x
Vergrößern Das Kamera System im iPhone x

Damit das so funktioniert wie gedacht, hat Apple auf der vorderen Seite des iPhones ein ganzes Kamerasystem eingebaut. Dieses erklärt die kleine Ausbuchtung in der oberen Mitte des Displays. Auf ein paar Zentimeter Platz passen hier eine normale 7-MP-Kamera wie bei jedem anderem iPhone, daneben befindet sich der sogenannte Dot-Projektor. Dieser schafft ein mathematisches Modell eines Gesichts anhand von bestimmten Punkten und gleicht es mit den gespeicherten Modellen ab. Daneben befinden sich ein Mikrofon, ein Lautsprecher, ein Umgebungslichtsensor, ein Näherungssensor und eine Infrarot-Kamera, die eben die Erkennung in der Dunkelheit erlaubt. Das sämtliche System hat Apple auf den Namen TrueDepth getauft, die Kameras und Sensoren werden jedoch nicht nur für die FaceID, sondern auch für diverse AR-Anwendungen benutzt.

Verbesserte Dual-Kamera

Wie das iPhone 8 Plus nutzt auch das iPhone X eine rückseitige Dual-Kamera mit zwei neu entwickelten12-Megapixel-Bildsensoren. Während die Weitwinkel-Kamera eine Blende von F1,8 nutzt, bietet die Tele-Kamera eine Blende von F2,4. Beide Kameras bieten eine mechanische Bildstabilisation.

Aufnahmen will Apple durch neue Farbfilter, tiefere Pixel und einem besseren Bildsignalprozessor von Apple verbessern. So soll ein höherer Dynamik-Umfang, ein schnellerer Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen und bessere HDR-Fotos möglich sein.

Die Kameras des iPhone X ist für AR-Anwendungen optimiert. Jede Kamera bietet neue Gyro- und Beschleunigungssensoren für präzises Motion Tracking. Der Prozessor A11 Bionic ermöglicht World Tracking, Szenenerkennung und eine Grafik mit 60 fps, während der Bildsignalprozessor eine Echtzeitschätzung der Beleuchtung vornimmt. Mit einem ARKit können iOS-Entwickler AR-Anwendungen erstellen, die ganz auf die Hardware des iPhone zugeschnitten sind.

Laut Apple bietet das iPhone X die beste Videoqualität aller Smartphones. Die Leistung ist tatsächlich beeindruckend: 4K-Videos sind mit bis zu 60 fps möglich. Zudem kann man Zeitlupenvideos in 1080p mit bis zu 240 fps erstellen, bisher war das nur bis 120 fps möglich. Der von Apple entwickelte Video-Encoder bietet Echtzeitbild- und Bewegungsanalyse für optimale Videoqualität, zudem ist die Bildstabilisierung für Videos verbessert.

Neu ist ein Porträtmodus mit Porträtlicht sowohl bei der vorderseitigen als auch den rückseitigen Kameras. Diese ermöglichen Studiobeleuchtungseffekte und einen leichten Effekt der Tiefenschärfe in fünf verschiedenen Beleuchtungsstilen.

Gespeichert werden die Fotos und Videos unter iOS 11 mit den neuen Formaten HEIF (Fotos) und HEVC (Videos). Die Vorteile sind eine bis zu doppelt so starke Komprimierung und das Speichern von bis zu zweimal so vielen Fotos und Videos. Alles über HEIF und HEVC erfahren Sie hier .

Kabelloses Laden

Dank der gläsernen Rückseite lässt sich das iPhone X wie auch die iPhone-8-Modelle kabellos laden. Apple setzt hier auf den weit verbreiteten Standard Qi. Entsprechende Zubehörprodukte von Belkin und Mophie sind im Apple Store bereits erhältlich. Ab 2018 wird zudem eine Apple-eigene Ladestation namens AirPower auf den Markt kommen. Auf dessen großen Ladebereich kann man gleichzeitig bis zu drei Geräte aufladen, neben einem iPhone 8, iPhone 8 Plus oder iPhone X etwa eine Apple Watch Series 3 und ein neues optionales kabelloses Ladecase für AirPods.

Noch eine Spielerei

Nette Spielerei sind die Animojis, animierte Emojis, die den eigenen Gesichtsausdruck übernehmen. Hierfür gibt es eine Reihe von Vorlagen, ein Affengesicht, solche von Katzen, Hunden, Füchsen, Hühnern und Einhörnern und – nun ja – Häufchen. Man kann sogar Tonaufnahmen in iMessages mit den Animojis bebildern. Wenn der Kollege dann in Form eines Alien mit einem spricht, haben wir beide ein iPhone X.

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