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iPhone XR: Nikkei berichtet über Auftragsdelle

06.11.2018 | 08:32 Uhr | Peter Müller

Das iPhone XR soll in dieser Saison zum Knüller werden, Nikkei will aber erfahren haben, dass die Erwartungen nicht übertroffen werden. Der Bericht ist aber wenig glaubwürdig.

Fast jedes Jahr die selbe Leier – Apple reduziert angeblich das Auftragsvolumen an Fertiger in Asien und das jeweils aktuelle iPhone wird flugs zum Ladenhüter erklärt. Das war schon beim iPhone X der Fall, jetzt trifft es das iPhone XR. Was das japanische Wirtschaftsmagazin "Nikkei" berichtet , erklimmt aber neue Höhen, denn dieses Mal reduziert Apple keine Order, sondern hält Foxconn und Pegatron angeblich dazu an, ihre Produktionskapazitäten nicht wie geplant auszuweiten. Sollte das stimmen, wäre es allenfalls ein Zeichen dafür, dass Apple die bereit gestellten Kapazitäten nicht außerplanmäßig stark beanspruche. Über den Verkaufserfolg des iPhone XR sagt das wenig bis nichts aus. Denn Apples Lieferkette ist recht komplex, aus einzelnen Bestelländerungen lässt sich kaum auf die Gesamtlage schließen. Wie die Quellen berichten, sei bei Foxconn die Planung offenbar deutlich am tatsächlichen Bedarf vorbei gegangen, man komme dort mit Produktionslinien aus und müsse sich nicht auf 60 geplante ausweiten. Auch kleinere Hersteller wie Wistron hielten zusätzliche Kapazitäten für die iPhone-XR-Produktion bereit, diese würden aber nicht benötigt. Stattdessen würde Apple mehr iPhone 8 und 8 Plus bauen lassen als ursprünglich veranschlagt. Der Kurs der Apple-Aktie gab im vorbörslichen Handel nach. Weder Apple noch die beteiligten Unternehmen wollten die Geschichte kommentieren. Zweifel an dem Nikkei-Bericht sind aber durchaus angebracht, wie Philip Elmer-DeWitt bemerkt, lag Nikkei mit seinen auf vagen Stichproben basierenden Gerüchte über Produktionsrückgänge bei Apple in der Vergangenheit schon mehrfach falsch.

Apple legt in USA zu

Apple wird künftig keine Verkaufszahlen seiner Produkte mehr nennen, nur noch die damit generierten Umsätze. Marktforscher werden daher einspringen müssen. Einige Zahlen für das dritte Quartal nennt nun Kantar World Panel , das einen "gesunden" Verkaufsstart" für das iPhone XS und XS Max in den USA festgestellt haben will. Zusammen mit einem "starken Momentum" für das iPhone 8 und 8 Plus habe das dafür gesorgt, dass der Marktanteil von iOS in den USA um 5 Prozent angestiegen sei. Das außerhalb des betrachteten Zeitraums veröffentlichte iPhone XR werde zu einer weiteren Steigerung beitragen. In Europa verhält sich die Sache ein wenig anders, dort behalten die Kunden ihre Smartphones zwei Monate länger als noch im Jahr 2016, zum Neukauf müssten daher besondere Innovationen verlocken. Huawei mach das mit seinen P20 richtig und habe sich hinter Samsung als die zweite Marke etabliert.

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