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iPhone XS Max in der Praxis – Profi-Kamera und WLAN-Probleme

28.09.2018 | 08:33 Uhr |

Unser erster Praxistest des neuen iPhone XS Max fällt sehr positiv aus, die Kamera sorgt für Begeisterung. Die WLAN-Konnektivität nicht.

Nimmt man das iPhone Max das erste Mal in die Hand, ist man von der Optik zu Recht begeistert. Auf den ersten Blick ist das neue iPhone XS Max als hochwertiges Oberklasse-Smartphone zu erkennen, das man nur ungern in einer plumpen Schutzhülle versteckt . ( Angesichts des hohen Kaufpreises sollte man aber zumindest darüber nachdenken, Anm. d. Red. )  Die Verarbeitung und Materialien sind erstklassig, vor allem die neue Version in Gold ist eine schöne Abwechslung gegen das allzu vertraute Spacegrau und Silber. Auf den ersten Blick hält man es vielleicht sogar für das Modell in Silber, da vor allem die Rückseite eher an Perlmutt erinnert – weniger an ein auffälliges Rolex-Gold.

Fazit: Das iPhone XS und das iPhone XS Max sind ein gutes Upgrade, vor allem die Kamera hat Apple stark verbessert. Vom XS Max sind wir beeindruckt, Bildschirm und Kamera sind erstklassig und die Performance reicht für die nächsten Jahre. Nach einiger Nutzungszeit will man nur ungern wieder zu einem „kleinen“ iPhone zurück. Umgewöhnen muss man sich aber bei Bedienung und Aufbewahrung: Eine Einhandbedienung ist damit kaum noch möglich und es passt eher in die Jacken- als die Jeans-Tasche.

1. Lieferumfang
2. Gründe für das iPhone XS Max
3. Gründe gegen das iPhone XS Max
4. Stabilität und Kratzer
5. Kamera im Test und Vergleichsbilder
6. Probleme mit WLAN und LTE
7. Warten auf das XR?
8. Preise

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Lieferumfang – Die erste kleine Enttäuschung

Was kritische Geister beim Blick in die Verpackung aber sofort bemängeln: Ein Audio-Adapter für Lightning fehlt, beim iPhone X lag er noch in der Schachtel. Auch das schwache Standard-Netzteil kann man eigentlich gleich darin liegen lassen, für das komplette Laden eines iPhone XS Max benötigt es über drei Stunden. iPhone-Käufern sollten beim Kauf im Apple Store besser gleich den Audio-Adapter und das leistungsstärkere iPad-Netzteil mit bestellen – eine sich lohnende Ausgabe von 35 Euro.

Eine Frage der Größe: Max oder Standard?

Die wichtigste Frage ist aber wohl: Welches der beiden Modelle soll man wählen? Das große oder das kleine? Der Preis ist dabei ja gar nicht so entscheidend, da das Max nur 100 Euro teuer ist. Im Unterschied zu den Plus-Modellen sind die beiden XS-Modelle ja intern fast identisch und bieten die gleiche Kamera und CPU. Das neue iPhone XS Max ist aber deutlich schwerer und größer, weshalb wir auf gleich zu Beginn ausführlicher darauf eingehen wollen.

Was für das XS Max spricht

Immer mehr Anwender lassen Macbook und iMac verstauben und nutzen privat nur noch ihr Smartphone für WhatsApp, Fotos, Spiele und Internet. Kein Wunder, dass der  Bildschirm nicht groß genug sein kann und der 5,8-Zoll-Bildschirm des iPhone XS unter den neuen Geräten plötzlich die kleinste Variante ist. Neben einem iPhone SE oder sogar iPhone X wirkt der neue und brillante 6,5-Zoll-OLED-Bildschirm riesig. Sogar das iPad Mini bekommt damit Konkurrenz von „unten“ und wirkt fast schon obsolet – solange man nicht den Preisunterschied berücksichtigt.

An nichts gewöhnt man sich aber schneller als an einen großen Bildschirm und schon bald kommt einem das Max „normal“ vor während das Display eines iPhone 7 oder 8 viel zu klein wirkt. Vor allem bei Webseiten, Fotos und Videos profitiert man vom großen und hoch aufgelösten Display und kann deutlich mehr Inhalte ohne Blättern und Zoomen darstellen. Anwender mit älteren Augen können außerdem die Zoom-Funktion aktivieren und ihr iPhone in einem sehr lesefreundlichen Modus nutzen...

Farbverfälschungen bei seitlichem Blick auf das Display sind weit weniger deutlich als beim iPhone X, insgesamt macht das Display einen tadellosen Eindruck. Auch erste Labortests bestätigen erstklassige Ausleuchtung und Farbgenauigkeit.

Ist es aber ein Tablet-Ersatz? Mit einem iPad mit 9,7-Zoll-Display kann das Mega-iPhone nicht mithalten, hier hat man noch weitaus mehr nutzbare Anzeigefläche. Das liegt vor allem am Seitenformat: Vor allem bei dem Lesen von Zeitschriften in der App Readly fällt uns das hohe aber relativ schmale Bildschirmformat negativ auf.

Für die Darstellung von DinA4-Seiten ist das Seitenformat allerdings nicht ideal.
Vergrößern Für die Darstellung von DinA4-Seiten ist das Seitenformat allerdings nicht ideal.

Bei der Nutzung von Office-Apps wie Word und Excel ist der Bildschirm im Porträtformat großartig, im Horizontalformat etwas enttäuschend – man sieht im Vergleich zu herkömmlichen Bildschirmen weniger Zeilen oder Tabellenspalten. Trotzdem ermöglicht der großzügige Bildschirm nicht nur mehr Komfort, sondern kann die Produktivität deutlich steigern und wird in Flugzeug und Bahn manches Tablet ablösen.

Was gegen das Max spricht

Der große Bildschirm ist Gold wert, bei der Bedienung muss man sich aber umstellen. Langjährige Nutzer eines iPhone Plus kennen das längst und schon das iPhone 6 bescherte ja bei der einhändigen Bedienung die ersten Probleme. 

Optisch wirkt das iPhone Max dank kaum noch vorhandenen Rahmens gar nicht mal so riesig, es hat aber nicht nur fast die doppelte Oberfläche eines iPhone SE, sondern wiegt knapp das Doppelte. 208 Gramm klingen nicht nach viel Gewicht, nach langer Nutzung wird es aber doch spürbar. Stark umstellen müssen sich vor allem Anwender, die bisher ihr Handy mit einer Hand bedienen. Nicht nur für Kolleginnen mit zarten Händen ist die Bedienung mühsamer als beim iPhone SE – man muss ständig umgreifen, um an einen Button oder Bedienelement zu gelangen.

Für kleine Hände eher ungeeignet – das iPhone XS Max
Vergrößern Für kleine Hände eher ungeeignet – das iPhone XS Max

Das klingt zwar wie eine Binsenweisheit, sollte aber nicht unterschätzt werden: Es ist nicht nur „uncool“, in der Straßenbahn, beim Telefonieren oder mit Gepäck in der Hand  ist das zweihändige Hantieren einfach lästig. Was den Autor außerdem stört: Viele iPhone-Gesten wie das Entsperren oder das Aufrufen des Homebildschirms sind mit einer Hand schwer durchführbar. Man muss das Max am unteren Drittel halten und das teure, schwere und glatte Smartphone dabei gekonnt ausbalancieren. Nebenbei ist es für die Tasche vieler Damenjeans zu groß.

Natürlich kann man komplett auf Siri setzen oder mit einer Spezialgeste den Bildschirm verkleinern: Durch das Streichen über den unteren Bildschirmrand wird ja die obere Bildschirmhälfte ausgeblendet. Eigentlich sollte man nun per linkem Daumen alle Bedienelemente erreichen können, dafür ist aber wohl nicht nur der Daumen des Autors zu kurz. Früher haben wir ja noch über Anwender gelacht, die sich einen Haltegriff an die Rückseite ihres iPhone kleben, aber nach einigen Tagen der Max-Nutzung wird man da schnell gnädiger. Für manche Anwender ist dann wohl doch das „kleine“ XS die angenehmere Wahl.

Stabilität und Kratzer: Kaum besser

Was den Schutz gegen Kratzer angeht, gab es bei der Keynote missverständliche Aussagen: Apple spricht zwar vom „most durable glass developed ever“ allerdings galt dies eigentlich schon für das iPhone X und Apple hat hier nach ersten Tests wenig verbessert. Laut ersten Testberichten mit Prüf-Geräten scheint das Glas nicht besser gegen harte Gegenstände geschützt zu sein als das iPhone X. Bei mehreren Tests hielt das Display nur bei Kratzversuchen bis zum Härtegrad 5 durch, ein eher mäßiger Wert. Man sollte es also nicht zusammen mit dem Schlüsselbund in die Hosentasche stecken und auf die hervorstehende Rückenkamera achten. Auch diese kann nämlich zerkratzen.

Achillesferse des iPhone XS Max bleibt vor allem die Glasrückseite: Bricht diese beim Sturz, wird eine Reparatur ohne Apple Care sehr teuer. Beim Max nimmt Apple für eine Displayreparatur 361,10 Euro, bei einem sonstigen Schaden wie einem Bruch der Rückseite stolze 641 Euro. Sorgt man sich um den Wiederverkaufswert seines iPhones, sind deshalb eine Schutzhülle und eine Folie empfehlenswert – besser auch das teure Apple Care oder eine Alternative .

Die Kamera begeistert

Wichtigste Neuerung des neuen iPhone XS ist nach unserer Meinung die verbesserte Kamera. Apple hat für seine Weitwinkelkamera nicht nur einen um 32 Prozent größeren Sensor gewählt, zusätzlich sorgt ein neuer Image-Prozessor für bessere Bildqualität – das Ergebnis hat uns wirklich begeistert. Fotografen, vor allem Porträt-Spezialisten könnte die neue Technologie SmartHDR aber etwas irritieren.

Die Fotos sind hell, bieten dank der Kombination mehrerer Aufnahmen mehr Dynamik als manche DSLR und kräftige Farben. Dank des besseren Sensors gelingen auch in Innenräumen und bei Dämmerung weit bessere Aufnahmen als beim iPhone X oder iPhone 8. Der Autofokus arbeitet ebenso schnell wie zuverlässig. Gegenlichtaufnahmen werden gut korrigiert, bei Motiven mit sonnigem Himmel werden sowohl helle als auch dunkle Bereiche gut abgebildet. Die Weitwinkelkamera ist außerdem etwas weitwinkliger geworden, laut der App Halide Camera liegt die Brennweite jetzt bei 26 mm statt wie beim iPhone X noch bei 28 mm. Auch die maximale Belichtungszeit wurde verlängert und liegt jetzt bei bis zu einer Sekunde.

Im Unterschied zu manchen Android-Smartphones übertreibt es Apple bei der Foto-Optimierung aber nicht und bleibt sehr nah an der Wirklichkeit – das Foto kommt der fotografierten Wirklichkeit sogar weit näher als manch herkömmliches Foto mit überbelichtetem Himmel. Im Prinzip sehen die Fotos des iPhones nämlich dank der neuen HDR-Automatik oft so aus, wie sie nur nach einer Verbesserung per Bildbearbeitung aussehen würden: Auch bei den Farben trifft das iPhone meist ins Schwarze, nur bei manchen Blumen-Fotos geriet uns die Farbstimmung zu kräftig. Sogar Nachtaufnahmen oder Fotos in der Dämmerung sind gut möglich. Manchmal werden zwar dunkle Bereiche zu stark aufgehellt, dies kann man aber per Helligkeitssteuerung (ins Bild tippen) schnell korrigieren.

Im Vergleich zu den stark aufbereiteten Fotos von Android-Smartphones galten iPhone-Fotos immer als sehr wirklichkeitsgetreu, aber langweilig. Nach unserem Eindruck hat sich Apple von dieser puristischen Einstellung etwas gelöst, eine Konzession an den Geschmack der Kunden. Das mag manchen Fotografen nicht gefallen, für die meisten Nutzer ist dies aber genau richtig. Profis können ja zu einer alternativen Kamera-App wie Obscura greifen oder gleich RAW-Fotos erstellen.

Etwas enttäuscht waren wir von der zusätzlichen Telekamera. Diese bekam im Unterschied zur Weitwinkelkamera leider keinen größeren Sensor und wird bei wenig Licht und bei Nahaufnahmen häufig durch den Digitalzoom der Weitwinkelkamera ersetzt. Wichtig ist sie aber vor allem für die Porträt-Funktion. Leider stehen Funktionen wie Porträtlicht und einstellbare Tiefenschärfe aber nur bei Aufnahmen per Tele-Linse zur Verfügung. Ganz fehlerfrei arbeiten die Tiefenschärfe- und Porträt-Lichtfunktion noch immer nicht, zumindest stehen die Funktionen aber jetzt auch für die Frontkamera zur Verfügung. Auf dem Display und im Web sehen diese Porträtaufnahmen erstklassig aus, sie wirken aber unschärfer und stärker geglättet als Aufnahmen per Weitwinkelkamera.

Videoaufnahmen profitieren ebenfalls vom besseren Sensor und neuen Imageprozessor. Wie bei der Keynote versprochen ist die Audioqualität deutlich verbessert und bei Aufnahmen ist ein deutlicher Stereo-Effekt erkennbar – beispielsweise ein sich näherndes Auto. Auf das Thema Kamera und alternative Apps werden wir aber in weiteren Artikeln noch ausführlich eingehen.

Akkulaufzeit verbessert

Das XS Max bietet eine höhere Akkukapazität als iPhone XS und XR, trotz riesigem Bildschirm soll es laut Apple länger laufen als das iPhone XS oder iPhone X. Apple verspricht etwa eine Surfzeit von „bis zu 12 Stunden“. Die meiste Energie verbraucht offensichtlich der Monitor.

Ein gutes Ergebnis liefert unser erster Test, der Battery Score von Geekbench 4.2. Dabei misst die App die Akkulaufzeit bei Ableistung einer Vielzahl von Berechnungen. Ein guter Test, um die Akkuleistung bei alltäglichen Aufgaben zu messen. Hier erzielt das iPhone XS Max 3728 Punkten – das iPhone X hatte vor einem Jahr nur 2751 Punkten erreicht. Allerdings bleibt das iPhone dabei deutlich unter der Laufzeit der Konkurrenten P20 Pro und Note 9. Für einen Tag Arbeit sollte das iPhone XS Max aber genug Energie liefern.

Wie schon beim Test des iPhone X gibt es bei einem Test der Akkuausdauer aber eine Besonderheit zu beachten: Bei einem OLED-Display ist der Weißanteil der Webseiten für den Energiebedarf entscheidend: Besteht die Webseite fast nur aus weißer Fläche, ist der Energieverbrauch am höchsten, ist sie dagegen fast nur schwarz, kann das Display die entsprechenden Pixel deaktivieren und verbraucht fast keine Energie. Bei LCDs gibt es diese Unterschiede nicht, beim iPhone XS ist aber auch beim Abspielen von Filmen und bei Games nicht nur die Helligkeit, sondern auch der Schwarzanteil des Bildschirminhalts entscheidend.

Wir testen die Laufzeit deshalb in zwei Durchläufen, mit einer vorrangig weißen und einer fast durchgehend schwarzen Webseite. Das Ergebnis: Schon nach 6 Stunden und 19 Minuten schaltet sich das Gerät bei der hellen Webseite aus, das iPhone X hatte in diesem Test noch über eine halbe Stunde länger durchgehalten. Bei der zweiten Seite kann sich das OLED-Display dagegen „ausruhen“ und hält beeindruckende 20 Stunden durch. Beim täglichen Surfen sollte das Ergebnis zwischen diesen Extremen liegen, 12 Stunden darf man aber nicht erwarten. Die meisten aktuellen Webseiten sind leider eher hell gestaltet, nicht ohne Grund gibt es deshalb den Rat, das Display zu invertieren.

Die Unterschiede je nach Schwarzanteil erklärt wohl auch, warum Tester beim Messen der Akkulaufzeit zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Um die Laufzeit zu testen, lassen wir von einem Tool eine Webseite alle zehn Sekunden abrufen. Die Bildschirmhelligkeit stellen wir auf 75 Prozent, übrigens weit heller als dies bei anderen Testern üblich ist. Bei der hellen Webseite hatte das iPhone X damals immerhin 7 Stunden durchgehalten, dafür nur 13 Stunden bei einer dunklen Webseite.

Performance

In iPhone XS und iPhone XS Max steckt der gleiche A12-Prozessor, so ist die CPU-Leistung so gut wie identisch: Mit 4158 Punkten im Single Core und 9671 Punkten im Multi-Core-Score lieferte das iPhone X bereits eine erstklassige Leistung, das XS Max liegt aber mit 4732 im Single-Core und 11109 im Multi-Core wie versprochen um knapp 15 Prozent vorn. Noch höher liegt die Steigerung aber im Grafikbereich, den Geekbench über den Metal Score testet. Die Metal-Performance lag beim iPhone X bei 15445 Punkten, das Max erzielt 21317 Punkte - ein Sprung von fast 40 Prozent.

Auch der Antutu Benchmark bestätigt eine gute Leistung, hier messen wir 360624. Performance-Probleme konnten wir in unserem Test nicht feststellen, alle Apps liefen flüssig und problemlos. Wir verweisen hier an der Stelle auf den ersten Macwelt-Test des iPhone XS Max, der ein paar mehr Benchmarks gemessen hat .

Mäßig: LTE und Wi-Fi

Die Empfangsqualität per LTE machte in einen kurzen Praxis-Test ebenfalls einen soliden Eindruck, sowohl Sprachqualität und Empfang in Innenräumen. Allerdings ist die maximale LTE-Leistung von bis zu 1000 Mbit/s in der Praxis kaum nutzbar, Vodafone bietet eine ähnliche LTE-Leistung nur in wenigen deutschen Städten – nicht in München oder Berlin.

Wir planen aber weitere Tests der Mobilfunk-Leistung, da einige Anwender über unregelmäßige Ergebnisse berichten. Möglicherweise hängt dies aber auch mit iOS 12 zusammen und gilt zu unserer Überraschung auch für Wi-Fi, vor allem im 5-GHz-Band: Etwas irritiert waren wir von der Messung des WLAN-Durchsatzes, den wir mit einer WLAN-App von AVM an einer Fritzbox 7490 überprüften. Während ein altes iPhone 6S im 5-GHz-Band locker einen Durchschnittswert von 436 Mbit erzielte, blieb das iPhone Max bei mageren 188 Mbit/s. Diese Benchmarkwerte gelten auch in der Praxis: Das Übertragen eines 1,7 GB großen Film auf das iPhone dauert per Wi-Fi 94 Sekunden, per USB nur 54 Sekunden. Das ist für Streaming und Airdrop völlig ausreichend, aber überraschend lahm.

Möglicherweise handelt es sich hier aber auch um ein Problem mit bestimmten Routern. Hier könnte Apple aber mit einem Update bald Besserung bringen, setzt doch Apple einen neuen Wi-Fi-Chip aus eigener Produktion (Apple/USI 338S00540 WiFi/Bluetooth Modul). Nach ersten Erfahrungen scheint das Gerät bei schlechtem Empfang auch schneller zum 2,4-GHz-Band zu wechseln als frühere Modelle.

Lohnt das Warten auf das XR?

Leider war noch kein Vergleich mit dem XR möglich, weshalb einige Fragen noch offen bleiben. Das kommende Einstiegsmodell ist etwas schwerer und größer als das XS, bietet aber einen etwas kleineren Bildschirm, als das iPhone XS Max. So ist nicht ganz klar, ob die Kamera des XR auch ohne Telekamera gute Tiefenschärfe-Effekt bieten kann und ob das neue LCD-Display mit den OLED-Displays mithalten kann. Für viele Interessenten ist es wohl keine schlechte Idee, erst einen Blick auf das XR werfen wollen, bevor sie sich für ein XS Max oder XS entscheiden.

Preise

Das iPhone XS Max ist teuer, kostet aber nur moderate hundert Euro mehr als das kleinere Modell. Ärgerlicher ist das Preismodell bei der Auswahl des Speichers: Die Einstiegsversion bietet nur magere 64 GB an Speicherplatz, eine Version mit 128 GB gibt es nicht. Braucht man mehr Speicherplatz, muss man schon zum Modell mit 256 GB greifen, das gleich 1419 Euro kostet, das XS mit 256 GB kostet 1349 Euro. Bei der Maximalausstattung beträgt der Preisunterschied wieder 100 Euro: 1.649 Euro für das XS Max, 1.549 Euro für das XS.

Fazit

Das iPhone XS und das iPhone XS Max sind ein gutes Upgrade, vor allem die Kamera hat Apple stark verbessert. Vom XS Max sind wir beeindruckt, Bildschirm und Kamera sind erstklassig und die Performance reicht für die nächsten Jahre. Nach einiger Nutzungszeit will man nur ungern wieder zu einem „kleinen“ iPhone zurück. Umgewöhnen muss man sich aber bei Bedienung und Aufbewahrung: Eine Einhandbedienung ist damit kaum noch möglich und es passt eher in die Jacken- als die Jeans-Tasche.

Macwelt Marktplatz

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