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iPhone XS (Max): Meine Gründe dafür

13.09.2018 | 13:32 Uhr |

Kaufen oder nicht, und wenn ja, welches Modell? Die Auswahl wird größer – die Zahl der Gründe für das neue Apple-Flaggschiff aber auch.

Zugegeben, Apple hat mit dem iPhone XS (Max) das Rad nicht neu erfunden und nicht einmal das iPhone. Der legendäre Designer Hartmut Esslinger hat der Süddeutschen Zeitung gegenüber schon vor der gestrigen Keynote in einem Interview erklärt , dass er auch nicht viel erwarte. Apple sei als reiche, satte Firma in Sachen Innovation etwas träge geworden und er hoffe ja, dass sich das eines Tages wieder ändere und Apple ihm einen Grund gebe, ein neues iPhone zu kaufen. Das Zehner mit seiner Notch gefalle ihm aber überhaupt nicht. So gesehen fällt Esslinger als Kunde für die neuen Geräte aus – denn die Notch ist geblieben.

Und auch sonst hat sich auf den ersten Blick wenig geändert, die Spezifikationen für den Bildschirm sind beispielsweise identisch geblieben. Einfach nur mehr vom Gleichen? Nein, denn die wenigen evolutionären Änderungen des iPhone XS (Max) sind es durchaus wert, sich Gedanken darüber zu machen, ob man morgen nicht eines der Geräte bestellen möchte. Ich mache noch einen Kassensturz, sehe mich aber schon in der virtuellen Verkaufsschlange stehen. Hier sind meine subjektiven und auch ein paar objektive Gründe dafür:

Größere Auswahl

Vor einem Jahr hatten Interessenten an der neuen Technologie nur eine magere Auswahl aus zwei Speichervarianten und zwei Farben für das iPhone X. Das hat Apple nun vervielfacht, indem mit Gold eine dritte Farbe hinzukam, mit der Erweiterung auf 512 GB eine dritte Speicheroption und schließlich mit der Max-Variante eine zweite Bildschirmgröße. Ehedem vier Optionen, jetzt 18. Da ist für jeden etwas dabei, für mich etwa das schicke Gold, auf das ich seit dem iPhone 5S setze. Persönlich gebe ich mich mit 128 GB Speicher zufrieden, die iCloud erlaubt es ja, viele Daten auszulagern und nur das lokal zu speichern, was man wirklich vor Ort benötigt. Wer aber ein halbes Terabyte in der Hosentasche herumschleppen will, kann das ab sofort tun. Externe Speicherlösungen, die immer ein wenig kompliziert waren, braucht man dann nicht mehr. Der Preis ist dann aber recht happig und erreicht die Dimensionen eines Macbook Pro, aber die volle Ausbaustufe ist eher für Business- und Poweruser interessant.

Gleich drei neue iPhones bringt Apple dieses Jahr auf den Markt: iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR. Worin diese sich unterscheiden und was die neue Generation der Apple Watch, die Series 4, so alles auf dem Kasten hat, erfahrt ihr in diesem Video.

► Die Keynote zusammengefasst: www.macwelt.de/a/appleevent-heute-ab-19-uhr-iphone-xs-und-apple-watch-series-4,3439639

► Alles zum iPhone XR: www.macwelt.de/a/iphone-xr-lcd-iphone-mit-x-technik,3439646

► Apple Watch Series 4:
www.macwelt.de/a/apple-watch-series-4-und-watchos-5-voll-auf-die-gesundheit-gesetzt,3438698

Hoher Wiederverkaufswert

Apropos Preis: Wer in der mickrigen Auswahl des Vorjahres fündig geworden ist, kann sein iPhone X nun dafür aufwenden, die Neuanschaffung zu 60 oder mehr Prozent zu finanzieren. Das findet man bei keinem anderen Hersteller. Es ist zwar alles andere als nachhaltig, kauft man sich jedes Jahr ein neues Telefon, gibt man das alte aber in den Second-Hand-Markt, braucht man kein allzu schlechtes Gewissen haben. Natürlich glauben wir Apples Marketingchef Phil Schiller, wenn er sagt, das iPhone XS (Max) sei das beste iPhone, das Apple je gebaut habe. Das wird er nächstes Jahr über den Nachfolger auch sagen. Finden wir dann wieder genügend Gründe für einen Neukauf, haben wir von unserem 2018er-Modell aber den Vorteil, dass es auch 2019 noch einen guten Gebrauchtpreis erzielen wird.

Überwältigender Prozessor

A12 Bionic heißt der neue Chip, der gegenüber seinem schon sehr guten Vorgänger noch ein paar Verbesserungen bringt. Sechs Kerne hatte schon der Vorgänger, zwei für Höchstleistungen und vier für hohe Effizienz. Der A12 ist aber nun im 7-Nanometer-Verfahren gefertigt, was Leistungssteigerungen bei gleichzeitig gesunkenem Stromverbrauch bedeutet. Das ist in jedem Jahr der Fall, zumindest solange das Moore'sche Gesetz noch gilt. Was aber beim A12 neu ist: Das neuronale Netz des Chips setzt nun auf acht Kerne, bisher waren es nur zwei. Bis zu fünf Billionen Rechenoperationen pro Sekunde seien damit möglich. Das hat bedeutende Auswirkungen, etwa auf das maschinelle Lernen, das Apple mit seiner Schnittstelle CoreML auch Entwickler bereit stellt. Apps können auf dem iPhone selbst also deutlich mehr Berechnungen vornehmen, insbesondere AR-Anwendungen werden davon profitieren. Diese Verbesserungen hängen aber mit einem weiteren der Vorzüge den iPhone XS (Max) zusammen.

Bessere Kamera mit Smart HDR

Weiterhin setzt Apple auf zwei Objektive auf der Rückseite, ein Tele- und ein Weitwinkelobjektiv, das kennt man seit dem iPhone 7 Plus. Apple will die Komponenten verbessert und die Fläche des CCD-Chips vergrößert haben, der das Licht in elektrische Energie wandelt. Den eigentlichen Trick erledigen aber der ISP (Image Signal Processor) und das neuronale Netz im Zusammenspiel. Die Kamera nimmt einerseits deutlich mehr Bilder auf, da auch die Verzögerung des Auslösers geringer wurde. Aus den vielen Einzelbildern errechnet das iPhone XS (Max) nun eines mit einem um 60 Prozent erhöhten HDR-Umfang. Aber das ist nur ein Teil. Dank des größeren Datenmaterials und dessen schnellerer Auswertung werden nun auch wesentlich imposantere Porträtfotos mit Bokeh-Effekt möglich, die Tiefenunschärfe, also gewissermaßen die Verschwommenheit des Hintergrund, lässt sich noch nachträglich anpassen, in der Fotos-App. Die Ergebnisse, die wir in der Keynote gesehen haben, waren in der Tat beeindruckend. Aber: Man darf davon ausgehen, dass hier professionelle Fotografen am Werk waren und die Bedingungen optimal waren. Was wie Schnappschüsse aussieht, kann auch das Ergebnis eines tagelangen Prozesses gewesen sein. Und: Auch das iPhone XR ist in der Lage, Vorder- und Hintergrund so gut zu trennen, es kommt hier wohl vor allem auf den Prozessor und die Sensorik der Kamera an und weniger auf deren zweites Objektiv. Dennoch sind die Verbesserungen beim Fotografieren ein starkes Argument für die Anschaffung eines iPhone XS (Max). Zumal nur dieses bei Videos nun auch den Ton in Stereo aufnehmen kann.

Dual-SIM

Was für Android-Nutzer ein alter Hut ist, ist für Apple-Kunden völlig neu: Endlich kann man zwei SIM-Karten in sein Telefon stecken und somit private wie dienstliche Telefonate mit dem gleichen Gerät führen. Kleiner Haken dabei: Bis auf China und womöglich einige andere ausgewählte Märkte (konkreter ist Apple bisher nicht geworden), muss man für eine der Nummern die eingebaute SIM, die eSIM nutzen, nur ein physikalischer Slot ist vorhanden. In Deutschland bieten bisher nur Vodafone und T-Mobile Tarife für die eSIM an, hier liegt also die Beschränkung. Dennoch: Das für Apple neue Feature könnte ein wichtiger Grund für den Wechsel sein, selbst vom Vorgängermodell aus. Für mich in jedem Fall.

Ausgereift

Seit den Zeiten des iPhone 3GS – das S stand seinerzeit für "speed", ließ Apple verlauten – war die jeweils zweite Fassung einer neuen iPhone-Generation die bessere und ausgereiftere. Das 4S etwa kam mit Siri und ohne den lästigen Fehler des "Todesgriffs" (Antennagate). Das 5S führte die Touch ID ein, das 6S kam etwa in einem stabileren Gehäuse, um Irrungen um das "Bendgate" zu beenden. Ein 7S gab es im Vorjahr nicht, das 8er kann man wegen seiner Glasrückseite und der damit verbundenen drahtlosen Auflademöglichkeit aber durchaus als das bessere 7er ansehen. So kam auch das iPhone X letztes Jahr mit kleineren Mängeln, die Apple mit der S-Variante behoben hat. Die Gesichtserkennung ist schneller geworden und sollte nun noch bequemer funktionieren, Kratzer auf dem Display und der Kamera kommen hoffentlich nicht mehr vor. Es gibt noch weitere kleinere Optimierungen, etwa beim TrueTone-Blitz und bei den Mikrophonen. Zudem will Apple die Akkulaufzeit erweitert haben, das ist insofern neu, als dass Apple zuletzt es "nur" geschafft hat, bei besserer Leistung und mehr Features die Laufzeit nicht zu reduzieren. Insgesamt ist das XS also das bessere X, wer im vergangenen Jahr noch gezögert hat, der kann jetzt mit weniger Bedenken zugreifen. Und gelassen auf die Nachfolgegeneration warten, bis diese auch den "S"-Namenszusatz bekommt.

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