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iPhone Xs Max versus Canon EOS-R

20.11.2018 | 16:13 Uhr |

Auf zum ungleichen Duell: Smartphone-Kamera gegen Vollformat-Systemkamera. Beide Kameras haben ihre Vorteile, die man gut miteinander kombinieren kann. Wir zeigen, welche das sind.

Wer als Sieger aus dem Ring geht, scheint schon am Anfang klar: Natürlich bietet die Canon EOS-R ( siehe News ) eine deutlich bessere Bildqualität im Vergleich zum iPhone Xs Max ( siehe unseren ausführlichen Test ). Doch die Bildqualität alleine ist kein Gradmesser für eine Kamera. Vielmehr gehen weitere Merkmale in die Wertung ein – allen voran das Gehäuse. Denn hier kann das Smartphone klar selbst gegen die kompakteste Systemkamera punkten. Sie ist einfach so handlich, dass man das Smartphone an sich immer dabei hat. Auch aus fotografischer Sicht erweitert eine Smartphone-Kamera die Bandbreite an Motiven, die man festhalten kann. Daher ergänzt eine Smartphone-Kamera sich mit einer Systemkamera beziehungsweise Spiegelreflexkamera (DSLR). Wir zeigen die Besonderheiten dieser beiden höchst unterschiedlichen Kameragattungen anhand eines iPhone Xs Max und einer Canon EOS-R mit 24-105-mm-Objektiv .

Fotografieren mit dem iPhone Xs Max

Ausgestattet mit zwei Hauptkameras, einem sehr schnellen Prozessor und künstlicher Intelligenz gleicht das iPhone Xs Max systembedingte Nachteile einer Smartphone-Kamera aus. Aufgrund der kleinen Bauart ist es einem Smartphone beispielsweise nicht möglich, ein Zoomobjektiv zu verwenden. Stattdessen verwenden die meisten Smartphones eine weitwinklige Kamera, die etwa einem 28-Millimeter-Objektiv einer Vollformat-Kamera entspricht.

Zwar kann man statt eines richtigen Zoomobjektivs einen Digitalzoom verwenden, doch das geht zu Lasten der Bildqualität. Daher bietet das iPhone Xs Max außer einer Weitwinkel-Kamera zusätzlich eine Porträt-Kamera mit einer Brennweite um die 50 Millimeter im Vergleich zum Vollformat. So kann man das iPhone Xs Max beispielsweise ideal für Landschaftsaufnahmen und Porträtaufnahmen verwenden. Der große Vorteil dabei: Fotografiert man Menschen, agieren sie ungezwungener und gelöster vor der Kamera im Vergleich zu einer großen und für manche leicht bedrohlich wirkende Kamera. Landschaften lassen sich zudem auch dann ablichten, wenn sie schwer erreichbar sind und eine große Kamera im Gepäck nur störend ist – beispielsweise auf Skitouren in den Bergen. Die Qualität der Landschaftsfotos kann dabei übrigens durchaus mit einer großen Kamera konkurrieren. Und möchte man die maximale Bildqualität erreichen, die das iPhone Xs Max liefern kann, dann lässt sich das Bild auch im Raw-Format (.DNG) speichern – allerdings nur mit einer zusätzlichen Kamera-App wie etwa Lightroom .  Zudem bietet das von Apple verwendete HEIF-Format deutlich eine deutlich bessere Qualität gegenüber dem JPEG-Format ( siehe dazu unseren Artikel) .

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Im Weitwinkel-Modus dagegen lassen sich auch Fotos aus Bodenhöhe erstellen. So gelingen beispielsweise beeindruckende Aufnahmen von Pflanzen und Pilzen, die so mit einer großen Kamera nur schwer bis gar nicht möglich wären. Seine Stärken kann die iPhone-Kamera zudem bei Panorama-Aufnahmen ausspielen: Hier gelingen sehr schnell beeindruckende Bilder. Außerdem ist die Video-Funktion ein weiteres Plus: Das iPhone Xs Max ermöglicht es beispielsweise, 4K-Videos (3840 x 2160 Pixel) mit 60 Bildern pro Sekunde aufzunehmen – das schafft keine Vollformat-Systemkamera, die sich derzeit auf dem Markt befindet. Erst die S-Serie von Panasonic, die im Frühjahr 2019 auf den Markt kommt, wird dies ebenfalls können. Für Sportler ebenfalls interessant ist die sehr gute Zeitlupen-Funktion des iPhone Xs Max: Bis zu viermal langsamer lässt sich so ein Video ruckelfrei wiedergeben.

Dank der Kombination aus den beiden Kameras und der Bildausbereitung mit Unterstützung künstlicher Intelligenz kann das iPhone Xs Max ein Porträt vor unscharfen Hintergrund erstellen. Dabei lassen sich im Porträt-Modus verschiedene Lichtsettings simulieren, bis hin zu einem Porträt vor schwarzem Hintergrund (Bühnenlicht). Die Qualität dieser Effekte reicht beispielsweise zum Teilen in sozialen Medien, aber ist (noch) nicht mit ähnlichen Bildern vergleichbar, die mit einer großen Kamera wie der Canon EOS-R aufgenommen wurden. Denn besonders schwierige Konturen wie etwa Haare kann das iPhone noch nicht sauber erkennen und freistellen. Das klappt wiederum bei Motiven mit glatten Kanten sehr gut.

Fotografieren mit der Canon EOS-R

Die beiden bedeutendsten Merkmale einer System- oder Spiegelreflexkamera (DSLR) im Vergleich zu einer Smartphone-Kamera ist der sehr viel großflächigere Bildsensor und die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Ein großflächigerer Bildsensor ermöglicht eine höhere Bildqualität und verringert den Bereich, der scharf wiedergegeben werden kann. Das kommt vor allem Porträt-Fotografen zu Gute, die das Motiv vor einem unscharfen Hintergrund ablichten möchten. Genau diesen Look versuchen Smartphone-Kameras zwar mit der Kombination aus zwei Kameras und einer Bildaufbereitung zu simulieren, doch noch gelingt das keinem der Hersteller überzeugend – auch wenn das iPhone Xs Max hier mit das beste Ergebnis zeigt.

Ein weiterer großer Vorteil einer System- oder DSLR-Kamera: Da man das Objektiv wechseln kann, erhöht sich die Bandbreite an Motiven, die man einfangen kann. Von der Makro-Aufnahme bis zum Supertele-Foto eines Vogels oder beim Sport ist alles möglich. Für Smartphone gibt es immerhin Aufsteck-Linsen, mit denen man ebenfalls den Einsatzbereich vergrößern kann – allerdings lassen sich so nicht alle Funktionen der Dualkamera des iPhone Xs Max nutzen.

Stellvertretend für Systemkameras und Spiegelreflexkameras demonstriert die Canon EOS-R mit dem neuen 24-105-mm-Objektiv die Stärken dieser Kamera-Gattung. Einzelheiten zu dieser Kamera erfahren Sie hier . Die EOS-R ist die erste Vollformat-Systemkamera von Canon und ist seit der Photokina diesen Jahres zusammen mit der Nikon Z6 und Z7 ein direkter Konkurrent zur Sony A7-Serie ( siehe unseren Artikel über den Vergleich dieser Modelle ). In der EOS-R steckt zum Großteil die Technik der rund 1000 Euro teureren Spiegelreflexkamera EOS 5D MIV – der herausstechende Unterschied ist der digitale Sucher und das klapp- und drehbare Display der EOS-R.

Fazit iPhone Xs Max oder Canon EOS-R

Beim Vergleich der Bildqualität zwischen dem iPhone Xs Max und der Canon EOS-R geht als klarer Sieger die Systemkamera aus dem Ring. Allerdings ist die Bildqualität der iPhone-Kamera insgesamt erstaunlich gut und genügt in vielen Fällen auch höheren Ansprüchen. Für die Dokumentation des Urlaubs und ein späteres Fotobuch ist die Kamera des iPhone Xs Max also gut geeignet, selbst großformatige Ausdrucke bis in A3-Größe gelingen in optimaler Qualität. Besitzen Sie bereits eine große Kamera, dann können Sie mit einer Smartphone-Kamera ihr fotografisches Spektrum erweitern. Seien es Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln oder einfach eine handliche Zweit-Kamera, mit der man auch unterwegs fotografieren kann. Denn so gut die Bildqualität der Canon EOS-R und anderen großen Kameras auch ist. Der entscheidende Nachteil gegenüber einer Smartphone-Kamera ist vor allem die Größe: Bei einigen Unternehmungen lässt man die große Kamera eben lieber zu Hause.

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