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iSmart Alarm: Modulare Alarmanlage für das Smart Home

01.09.2017 | 17:08 Uhr |

Eine kleine und einfach zu installierende Alarmanlage ist das modulare System von iSmart Alarm. Gewisse Unzulänglichkeiten sollten aber nicht unerwähnt bleiben.

Überwachungskameras für das Smart Home haben wir schon einige getestet und würden wir das System iSmart Alarm nur nach der Qualität ihres Auges beurteilen, käme es nicht besonders gut weg. Denn wir haben, vor allem nachts, mit Produkten anderer Hersteller schon bessere Bilder aufgenommen oder mehr Konfigurationsmöglichkeiten ausgeschöpft, um falsche Alarme auszuschließen. Da aber das Sicherheitskonzept von iSmart Alarm ( auf Amazon für rund 120 Euro ) modular ist und wir uns hier nicht nur auf die Kamera verlassen müssen, spielt die Bildqualität letztlich nicht die entscheidende Rolle. Wir bekommen hier aber eine Sicherheitskamera und nicht auch noch ein Aufnahmegerät, mit dem wir munter bewegte Bilder aus unserem Alltag teilen wollen.

Zentrum des Systems ist der Cube One, ein würfelförmiges und recht elegantes Gerät, das sich per Kabel mit dem Router verbindet und die zugehörigen Geräte des Systems miteinander verknüpft. Da wäre zum einen die erwähnte Kamera, doch stecken im Einsteigerpaket auch noch ein Bewegungsmelder, ein Türensensor und eine Fernbedienung.

Das Gehirn der Anlage: Der Cube One erinnert ein wenig an den Power Mac G4 Cube
Vergrößern Das Gehirn der Anlage: Der Cube One erinnert ein wenig an den Power Mac G4 Cube
© iSmartalarm

Die Einrichtung verläuft über eine kostenlose App, die jedoch kleinere Mängel in Sachen Design und Lokalisierung aufweist. Zwar stören wir uns schon nicht mehr an eine gemischtsprachige Benutzeroberfläche, das kommt leider häufig vor. Aber auf dem gleichen Screen in aufeinander folgenden Menüpunkten deutsch und englisch zu lesen, irritiert gewiss viele Nutzer. Nicht nur deshalb ist die App unübersichtlicher als sie sein müsste, ein Menüpunkt "Be...ten" rechts oben in eine Ecke gequetscht geht gar nicht. Wir werden mit diesem natürlich nicht zur innerlichen Ansprache an höhere Wesen verleitet, Beten hilft hier ganz gewiss nicht, dass wir hier aber die Alarmfunktionen bearbeiten können, dämmert uns erst nach einer Schrecksekunde. Wenig hilfreich ist auch, dass das vom Hersteller auf seiner Website angebotene Handbuch nicht mehr zur aktuellen Version der App passt.

Sprachmix in der App, hier in einem besonderen Beispiel. Auch an anderen Stellen durchaus störend.
Vergrößern Sprachmix in der App, hier in einem besonderen Beispiel. Auch an anderen Stellen durchaus störend.

Abgesehen von solchen kleineren Unzulänglichkeiten geschieht die Einrichtung der Komponenten aber erfreulich einfach. Wir erstellen zunächst ein kostenloses Konto bei iSmart Alarm – es gibt keine kostenpflichtigen Upgrades mit mehr Speicherplatz, das ist auch gar nicht nötig – finden den Cube One innerhalb von Sekunden und genauso schnell auch die danach in etwa fünf Metern aufgestellten Kamera mit dem Namen Spot. Sobald diese mit dem WLAN des Heims verbunden ist, verrichtet sie ihre Dienste auch aus größeren Entfernungen. Einzeln kostet der kompakte Würfel mit seinem flexiblen Standfuß 40 Euro, im Doppelpack 80 Euro. Sehr schön: Eine Magnetplatte für die Wandmontage inklusive Schrauben und Dübeln liegt bei. Den Strom bezieht die Spot über ein USB-Kabel (A auf C) und ein entsprechendes Ladegerät.

Der Bewegungssensor eignet sich bestens, um vor der Tür angebracht zu werden.
Vergrößern Der Bewegungssensor eignet sich bestens, um vor der Tür angebracht zu werden.

Wir stellen den kleinen Würfel aber auf einen halbhohen Schrank und lassen die Schrauben auch bei den anderen beiden Komponenten in der Packung und nutzen stattdessen die beigelegten Klebefolien, um den Türsensor und den Bewegungsmelder anzubringen. Beide arbeiten mit Knopfbatterie, die bereits eingelegt, aber noch durch eine Folie vom Kontakt unterbrochen ist. Der Türsensor besteht aus zwei Teilen, das kleinere pappt am beweglichen Teil, das Größe – mit der Batterie innen – am Rahmen der Eingangstür. Mit nur kurzer Verzögerung meldet uns der Sensor, dass die Tür auf und wieder zu geht, der Bewegungssensor ist lediglich dazu da, Bewegungen zu erkennen und bei Bedarf Alarm auszulösen.

Hinter der Tür dann der womöglich wichtigste Sensor. Funktioniert sehr zuverlässig – erst bei Bewegung und nicht schon bei Erschütterung.
Vergrößern Hinter der Tür dann der womöglich wichtigste Sensor. Funktioniert sehr zuverlässig – erst bei Bewegung und nicht schon bei Erschütterung.

Die Kamera ist wie erwähnt eine eigene Komponente, hat aber auch einen Bewegungssensor integriert, auf dessen Veranlassung hin sie zehnsekündige Clips aufnimmt. Im Test hat das leider nicht zuverlässig funktioniert. Wir vermuten jedoch eine fehlerhafte Einstellung unsererseits, nachdem wir die Kamera aus dem System entfernten und wieder neu integrierten, reagierte sie auf jede Bewegung und jedes Geräusch in ihrem Sicht- respektive Hörfeld.

Auch die Kamera reagiert auf Bewegungen und auch Geräusche, wenn man sie nicht versehentlich zu Tode konfiguriert. Den Fehler konnten wir nicht reproduzieren.
Vergrößern Auch die Kamera reagiert auf Bewegungen und auch Geräusche, wenn man sie nicht versehentlich zu Tode konfiguriert. Den Fehler konnten wir nicht reproduzieren.

Software mit vier Basiseinstellungen

Die App macht nicht wirklich Spaß, da sie wie gesagt, ein wenig unübersichtlich ist und inkonsistent in der Benutzerführung. So ist nicht wirklich klar, wann denn genau welche Einstellung gespeichert wird und wann noch eine zusätzliche Aktion notwendig ist. In der Regel speichert die App "on leave", also wenn man eine Seite verlässt – und erst dann.

Das hat man nach der Ersteinrichtung aber wohl verinnerlicht, die vier Grundeinstellungen sind ja recht intuitiv. "Aktivieren" bedeutet: Alles scharf schalten. "Deaktivieren" natürlich das Gegenteil. "Zuhause" heißt so viel wie, dass nur die Türsensoren reagieren – sonst käme man vor lauter Meldungen der Bewegungssensoren ja zu gar nichts anderes mehr, als Benachrichtigungen auf dem Smartphone zu checken. Zur vierten Grundeinstellung, dem Panik-Knopf, kommen wir später. Noch besteht ja kein Grund zur Panik.

Die drei anderen Zustände sind frei konfigurierbar und weitere definierbar. Wir könnten zum Beispiel im "Zuhause"-Modus auch den Bewegungssensor, den wir vielleicht direkt vor der Haustür angebracht haben, schon Alarm geben lassen. Oder die ein oder andere Kamera doch filmen und lauschen  lassen – etwa im Zimmer der kleineren Kinder oder in der Speisekammer, wenn man größere Kinder hat. Das ist alles in allem schön gelöst, wenngleich wir uns die Bedienung der App eben ein klein wenig intuitiver gewünscht hätten. So gar im deaktivieren Zustand kann der Cube One Aktionen ausführen – etwa eine Türglocke erschallen lassen, wenn wir selbst die Tür öffnen.

Nachts sind alle Tester grau. Infrarotkameras gibt es Bessere, für das Produktversprechen reicht die Qualität aber völlig aus.
Vergrößern Nachts sind alle Tester grau. Infrarotkameras gibt es Bessere, für das Produktversprechen reicht die Qualität aber völlig aus.

Das mit dem Schall ist indes so eine Sache und hier muss man womöglich tiefer in die Konfiguration einsteigen. Ab Werk ist nur eine mittlere Lautstärke für die Sirene eingestellt, wofür wir bei unseren Tests erst einmal dankbar sind. Wobei – die maximal möglichen 110 dB bringen die Wände auch nicht wirklich zum Wackeln. Was aber beim Scharfschalten und bei der Alarmauslösung stört, sind die (ab Werk voreingestellten) akustischen Countdowns. Beim ersten Aktivieren des Alarms hätten wir uns drei Minuten lang geduldig Gepiepse des Cube One anhören müssen, bis wir die Einstellung fanden. Jetzt ist die Alarmanlage innerhalb von 30 Sekunden scharf, was im echten Leben ein akzeptabler Zeitraum ist. Umgekehrt irritiert aber ein wenig, dass die Kulanz zwischen Trigger und Sirenengeheul nicht kürzer einzustellen ist als zehn Sekunden – ab Werk war es eine Minute. So piepst erst einmal die Anlage, bevor sie losheult. Hat man beim Heimkommen vergessen, vorher per App oder Fernbedienung alle Sensoren zu deaktivieren, mag man über die Gnadenfrist froh sein, im Ernstfall könnten selbst nur zehn Sekunden Vorwarnzeit einen Eindringling dazu bringen, die Alarmanlage auszuschalten. In den Einstellungen lässt sich das Piepen – von dem man durchaus auch schon wach werden könnte – abstellen. Aber dass es keine Möglichkeit gibt, die Alarmanlage ohne Verzögerung scharf zu schalten, rechnen wir dem iSmart Alarm als kleinen Makel an.

Benutzerverwaltung und Alarme

Immerhin steht auf der Plusseite die Benutzerverwaltung der Anlage. Der Superuser kann jederzeit weitere Familienmitglieder und Freunde in die Wachgesellschaft seiner Wohnung mit aufnehmen. Das hat nicht nur den einfachen Vorteil, dass überraschend früh heimgekehrte Mitbewohner den Alarm auf ihren eigenen Smartphones ausschalten können, sondern dass sich alle an eine Anlage angeschlossenen Personen von bestimmten Vorkommnissen alarmieren lassen können. Das ist vor allem im Panikmodus recht sinnvoll, denn tippt man zweimal auf die entsprechende Schaltfläche, heult nicht nur die Sirene los, sondern es gehen Push-Nachrichten an alle Familienmitglieder raus, die nun ihrerseits etwa auf die Kamera(s) schauen können, was der Grund für den Alarm ist. Optional können die Alarmierten auch über den Lautsprecher der Kamera in den Raum sprechen und entsprechend der Antwort weitere Maßnahmen einleiten. In Panikfällen hilft auch die Fernbedienung weiter, die in Form eines Schlüsselanhängers alle vier Grundszenarien schalten kann, auch den Panikmodus. Was aber nicht funktioniert: Die Alarmanlage allein dadurch einzuschalten, indem man mit iPhone und Fernbedienung die Reichweite des Cube One verlässt.

Verzögerung beim Scharfschalten und beim Alarm. Nicht immer erwünscht.
Vergrößern Verzögerung beim Scharfschalten und beim Alarm. Nicht immer erwünscht.

Fazit

iSmart Alarm ist ein einfaches Alarmsystem, das trotz kleinerer Haken gut in Betrieb zu nehmen ist und gut funktioniert. Die App hat kleinere Unzulänglichkeiten, das Konzept des Systems weiß aber insgesamt zu gefallen. Für Ansprüche von kleineren oder nicht ganz so kleinen Unternehmen reicht die digitale Alarmanlage für Einsteiger nicht aus, für Privathaushalte sehr wohl. Positiv: Keine Zusatzkosten über Abos. Dafür muss man in Kauf nehmen, dass immer die ältesten Clips gelöscht werden, wenn der Cloudspeicher voll ist. Das sollte aber verschmerzbar sein, zumal man in die Kamera auch noch eine SD-Karte einstecken kann (nicht im Lieferumfang enthalten).  Der Preis von unter 120 Euro für das von uns getestete Starterpaket ist ohnehin kaum zu schlagen.

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