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ISS feiert heute ihren 20. Geburtstag - Zukunft unsicher

20.11.2018 | 11:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Vor genau 20 Jahren startete die erste russische Rakete mit einem Teil der ISS ins All. Doch die Zukunft der Raumstation ist unsicher.

Am 20. November 1998 startete eine russische Proton-Schwerlastrakete mit dem Fracht- und Antriebsmodul Sarja (russisch fĂŒr „Morgenröte“) ins All. Sarja wurde der erste Teil der Internationalen Raumstation ISS. Somit kann die ISS heute ihren 20. Geburtstag feiern. Nach und nach wuchs die ISS zu ihrer heutigen Form, wobei in den ersten Jahren auch noch das Space Shuttle der NASA bei den TransportflĂŒgen mithalf. Mittlerweile dient die Dragon-Kapsel von SpaceX, die Falcon-9-Raketen ins All transportieren, zur Versorgung der ISS. Sowie russische Sojus-Raketen mit dem entsprechenden Transportmodul.

Die ISS hat seit dem Jahr 2000 dauerhaft eine Besatzung. Die Raumstation besteht aus 15 miteinander verbundenen Modulen. Die Astronauten erforschen von der ISS aus das Weltall, sammeln Daten ĂŒber die Ozeane, die AtmosphĂ€re und die LandflĂ€chen der Erde. Vor allem aber können sie in der Schwerelosigkeit Experimente durchfĂŒhren, die auf der Erde nicht möglich sind. Mit Cimon ist auch Roboter-Astronaut mit kĂŒnstlicher Intelligenz auf der ISS im Einsatz. Und 2016 lief auf der ISS sogar ein Astronaut an einem Marathon mit.

Derzeit fĂŒhrt der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst das Kommando auf der ISS. Er ist im Juni 2018 mit einer russischen Sojus-Rakete zur Raumstation gestartet. Aktuell befinden sich nur drei Astronauten beziehungsweise Kosmonauten auf der ISS, weil der Start der eigentlich als Ablösung vorgesehenen Besatzung gescheitert ist. Immerhin funktionierte aber das Rettungssystem der russischen Sojus MS-10 und sowohl der US-Astronaut als auch der russische Kosmonaut kehrten unversehrt zur Erde zurĂŒck. Alexander Gerst twitterte sogar ein Foto des missglĂŒckten Starts. Der gescheiterte Start der Ablöse-Besatzung ist nicht die einzige jĂŒngste Panne: Denn in der Sojus-MS-09-Kapsel, mit der Gerst geflogen ist, wurde im September 2018 ein Loch entdeckt.

Die Zukunft der ISS liegt aber im Dunklen. Denn US-PrĂ€sident Donald Trump will fĂŒr den Unterhalt der ISS kein Geld mehr ausgeben. Die NASA wendet jĂ€hrlich zwischen drei und vier Milliarden US-Dollar fĂŒr die ISS auf. Die NASA solle sich aber ab 2025 von der ISS zurĂŒckziehen, wenn es nach Trump geht. Stattdessen sollen private Unternehmen die ISS ĂŒbernehmen. Ob und welche Unternehmen ĂŒberhaupt daran interessiert sein könnten einen Teil der ISS zu ĂŒbernehmen und zu betreiben, ist aber noch völlig unbekannt.

Trump-VorgĂ€nger Obama hatte im Jahr 2014 die NASA-Beteiligung an der ISS bis 2024 verlĂ€ngert. Verschiedene kommerzielle Raumfahrtunternehmen wollen, dass die NASA ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die ISS zumindest bis 2028 verlĂ€ngert. Denn 2028 könnte die ISS ohnehin das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, wie einige Beobachter meinen.

FĂŒr eine verlĂ€ngerte Nutzung der ISS bis 2028 ist allerdings die Zustimmung der anderen ISS-Betreiber wie Japan oder der European Space Agency erforderlich. Derzeit sei noch unklar, was die NASA-Partner mit der ISS vorhaben. Sollten sich die ISS-Betreiber allerdings dafĂŒr entscheiden, die ISS aufzugeben, dann wĂŒrde das nicht bedeuten, dass die ISS keine Kosten mehr verursacht. Denn der Abbau der ISS - die Sie hier ĂŒbrigens virtuell besichtigen können - und deren geplantes VerglĂŒhenlassen in der ErdatmosphĂ€re dĂŒrfte drei Jahre dauern und vermutlich 950 Millionen Dollar kosten.

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