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IT-Industrie erleidet starke Kursverluste

22.11.2018 | 10:23 Uhr | Peter Müller

Apple war zwar die erste "Trillion-Dollar-Company", ist derzeit aber keine 900 Milliarden US-Dollar an der Börse wert. Delle oder Abschwung?

Nun berichtet auch das seriöse Wall Street Journal ( via The Verge ) davon, dass Apple die Bestellungen bei den Zulieferern für alle drei aktuellen iPhone-Modelle zurück geschraubt habe. Vor allem das iPhone XR verkaufe sich schwächer als erwartet. Für die Zulieferer mag das ein Problem sein, wenn sich die Berichte als korrekt erweisen, doch hatte es im Vorjahr bereits ähnliche Spekulationen über das iPhone X gegeben, die sich als nicht korrekt erwiesen. Zudem sind Stückzahlen für Apple nicht mehr so relevant, im letzten Quartal hatte der Konzern bei gleich bleibenden Verkaufszahlen den Umsatz mit dem iPhone um 29 Prozent gesteigert. Die Hochpreisstrategie scheint sich für Apple also auszuzahlen. Doch genau so könnte man auch behaupten, die hohen Preise hätten rückläufige Nachfrage zur Folge, geringere Stückzahlen und eine Verschiebung der Verkäufe hin zum iPhone 8.

Apples Marktkapitalisierung ist nun weit von der Billion US-Dollar (im Englischen sind 10 12 eine "trillion") entfernt, der aktuelle Kurs beträgt 176,98 US-Dollar, 8,88 US-Dollar oder satte 4,78 Prozent weniger als im Vorjahr. am 4. September war Apple virtuell noch 1,103 Billionen US-Dollar wert, der Kurs von AAPL erreichte mit 232,07 US-Dollar am 4. Oktober sein bisheriges Allzeithoch.

Also von wegen November-Rallye - aber nicht nur Apple verliert derzeit wegen angeblich rückläufiger iPhone-Bestellungenan der Börse deutlich an Wert, sondern auch andere IT-Schwergewichte wie Facebook, Amazon, Netlix und Google. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, haben laut Spiegel Online aber auch damit zu tun, dass in den hohen Börsenwerten der Großunternehmen bereits sehr hohe Erwartungen stecken, die selbst Rekordgewinne kaum erfüllen können. Zudem würden die Zinsen in den USA allmählich wieder steigen, was das Erzielen von Gewinnen schwieriger machen könnte. Grund zur Panik und zum ewigen Lied "Apple is doomed" besteht aber keineswegs: Bis auf Facebook stehen die Aktien der Technikriesen immer noch höher als zu Jahresbeginn.

Keinen Anlass zur Panik sieht auch der Oppenheimer-Analyst Ari Wald, wie er gegenüber CNBC bekräftigt. Die Apple-Aktie würde unter der allgemeinen Flaute des Marktes leiden, seit der Finanzkrise hatte AAPL keinen schwierigeren Monat mehr. Dennoch seien die langfristigen Aussichten weiter gut, was nicht nur der seit Jahresbeginn um gut zehn Prozent gestiegene Wert ausdrücke. Seit 2012 sei das Papier im permanenten Aufwärtstrend, dieser dürfte weiter anhalten.

Update vom 22. November 2018:

Apples größter Zulieferer Foxconn richtet sich laut Bloomberg auf ein schwieriges Jahr 2019 ein. Laut eines internen Memos, das dem Blatt vorliege, wolle Foxconn seine Ausgaben um 2,9 Milliarden US-Dollar reduzieren, fast um die Hälfte. Der Grund sei die Aussicht auf ein "sehr schwieiriges und wettbewerbsintensives" Jahr. Auch die iPhone-Sparte sei davon betroffen, sie müsse etwa 850 Millionen US-Dollar einsparen. Etwa zehn Prozent der Belegschaft werde Foxconn abbauen. Laut des Analysten Jun Zhang von Rosenblatt Securities ist in China im Rahmen des Single-Tages am 11.11. das iPhone XR dank der angebotenen Rabatte gut verkauft worden und habe insgesamt bereits iPhone XS und XS Max überholt, die einen Monat länger im Handel waren. Die Zuwächse des günstigeren Modells hätten jedoch laut Apple Insider den allgemeinen Rückgang nicht kompensieren können.

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