2302030

J-Coin: Japanische Banken entwickeln eigene Kryptowährung

27.09.2017 | 15:22 Uhr |

Ein Zusammenschluss aus japanischen Banken will eine eigene Kryptowährung entwickeln und diese zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 einführen.

70 Prozent aller Finanztransaktionen in Japan werden mit Bargeld getätigt – ein sehr viel höherer Wert als in so manchem Entwicklungsland. Die Nutzung von Bargeld verursacht hohe Kosten in Form von Transaktions- und Bearbeitungsgebühren. Bargeld-Transaktionen lassen sich außerdem sehr viel besser vor der Finanzaufsichtsbehörde verbergen. Um den Schwarzmarkt zu schließen, gab es beispielsweise in Indien bereits einen aggressiven Vorstoß in Richtung digitaler Währungen.

Ein Zusammenschluss aus mehreren japanischen Banken will mit dem Segen der Finanzaufsichtsbehörde nun auch in Japan den Wandel hin zu digitalen Transaktionen anschieben . Die so genannte J-Coin soll auf der Blockchain-Technologie basieren und voraussichtlich zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio eingeführt werden. Die J-Coin soll das digitale Gegenstück zum japanischen Yen werden und im Eins-zu-Eins-Kurs umgetauscht werden können. J-Coin-Transaktionen werden kostenlos angeboten, im Gegenzug erhalten die japanischen Banken detaillierte Einblicke in den Zahlungsverkehr ihrer Kunden. Damit ließen sich zwar Probleme wie Steuerhinterziehung eindämmen, Bankkunden müssten dafür jedoch auch einen Teil ihrer Privatsphäre aufgeben.

Das japanische Finanzinstitut Mitsubishi UFJ Financial Group testet mit der MUFG Coin derzeit eine eigene Kryptowährung auf Basis der Blockchain-Technologie. Mehr als 1.600 Mitarbeiter nutzen die Kryptowährung bereits. Den Gerüchten zufolge könnte die MUFG Coin langfristig mit der J-Coin verschmelzen. Konkrete Pläne dazu sind jedoch noch nicht bekannt.  

Bitcoins: Geld mit dem eigenen Computer selbst herstellen

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2302030