2327354

Joanna Stern: Coole Apple-Videos und Tipps im Wall Street Journal

31.01.2018 | 10:46 Uhr | Thomas Hartmann

Joanna Stern ist eine US-amerikanische Technikjournalistin, die beim "Wall Street Journal" launige Texte und Videos zu Apple-Produkten veröffentlicht.

Laut Wikipedia ist Joanna Stern eine Journalistin, die über das "Laptop Magazine", "Engadget" und den von ihr mitbegründeten Blog "This Is My Next", aus dem die Website "The Verge" hervorging, zu "ABC News" kam. Ihre Schwerpunkte waren bereits Technik und Verbraucherfragen zu elektronischen Produkten. Seit Ende 2013 begann Stern schließlich als Kolumnistin für Verbraucherelektronik beim "Wall Street Journal" als Nachfolgerin des bekannten Walter Mossberg zu schreiben. Berühmt und ausgezeichnet wurde ihre filmische Rezension der Apple Watch. In ihrem Video zur Apple Watch 3 Cellular (LTE), hier auf Youtube zu finden , versuchte sie einen Tag lang völlig ohne iPhone auszukommen und aufgrund der Mobilfunkeigenschaften der Apple Watch 3 alles nur mit dieser zu erledigen.

Apple Watch 3 LTE: Vielfältig

So nimmt sie die Uhr mit zu ihrem Workout, macht Fotos und verschickt Texte und Mails per Siri. Sie lässt sich Wege anzeigen oder ihre Herzfrequenz in spannenden Extremsituationen überwachen. Vieles klappt einwandfrei, doch allzu oft verliert die Apple Watch 3 Cellular ihre Mobilfunkverbindung. Freilich stammt der Test vom September des vergangenen Jahres. Zu dem Zeitpunkt konnte sie noch nicht wirklich zu der neuen Apple Watch raten.

Auch wir waren in unserem Langzeittest von der neuen Generation der Uhr begeistert , vor allem von der Akkulaufzeit. Diese profitiert aber wesentlich von einem mitgeführten iPhone, denn sobald das GPS-Modul in der Uhr selbst aktiv werden muss, ist die Energie schnell aufgebraucht.

Ladegeräte im Apfelsaft-Test

Toll, anschaulich und extrem einprägsam ist auch ihr Test verschiedener Ladegeräte für das iPhone. Auch dieses Video mit dem Titel ”How to Charge Your iPhone Faster” findet sich auf Youtube und zeigt, wie sich iPhone 8 und iPhone X am schnellsten und günstigsten laden lassen, ganz anders, als Apple sich das von seinen Kunden wünscht. So stellt sie das mitgelieferte 5-Watt-Ladegerät einem eigens zu erwerbenden 29-Watt-Schnellladegerät mit USB-C gegenüber. Dazu benutzt sie einen witzigen Verglich mit dem Auffüllen von Gläsern mittels Apfelsaft, der übrigens kein Apple-Produkt sei …

Demnach benötigt der Ladestecker mit 5 Watt zum kompletten Aufladen etwas über 3 Stunden, das 29 Watt-Ladegerät nur zirka 2 Stunden. Doch Joanna Stern rechnet vor: Für das USB-C zahlt man 50 US-Dollar und benötigt zusätzlich einen USB-C- zu-Lightning-Adapter, der mit 25 US-Dollar zusätzlich zu Buche schlägt, sodass man letztlich 75 US-Dollar für das schnellere Ladeerlebnis draufzahlt. Die Preise in Euro unterscheiden sich natürlich, aber die Größenordnung ist klar. Dagegen empfiehlt Stern den 12-Watt-Ladestecker, ebenfalls von Apple für ältere iPhones oder das iPad, die lediglich mit 20 US-Dollar zu Buche schlagen, und im Vergleich nur zehn Minuten länger als das sehr viel teurere Geräte und Kabel von Apple für die Gesamtladung benötigen. Auch andere passende Ladegeräte, etwa von Anker mit 24 Watt für 11 US-Dollar, das nach ihrem Test genauso schnell ist wie der Ladestecker mit 12 Watt, stellt sie vor. Ferner empfiehlt die Journalistin passende Kabel von Drittanbietern.

Stern kommt zudem auf das Thema des drahtlosen Aufladens nach dem von Apple unterstützten Qi-Standard zu sprechen. Dieses sei im Tempo vergleichbar mit der Ladegeschwindigkeit des 5-Watt-Ladegeräts, was sich aber durch ein Update inzwischen günstiger darstellen könnte. Letztlich empfiehlt sie hier anders als Apple die drahtlosen Ladegeräte von Samsung entweder für 40 bis 50 US-Dollar oder gar ein noch schnelleres und vielseitigeres Qi-Ladegerät vom südkoreanischen Hersteller für 90 US-Dollar. Doch unabhängig davon hat sie auch noch kostenlose Tipps auf Lager, um ein iPhone erst gar nicht so flott wieder aufladen zu müssen, indem man dieses zu passenden Zeiten in den Flugmodus versetzt, in den Niedrigstrom-Modus bringt, die Helligkeit vermindert oder Benachrichtigungen ausschaltet. All dies spart Akkuverbrauch.

Apples iCloud als Bösewicht und Erpresser

Schließlich beschäftigt sich Joanna Stern auf geradezu umwerfende Weise mit der schlichten Frage, was man tun soll, wenn der iCloud-Speicher voll ist. Ihr Video ” iCloud Storage Full? Here's What to Do ” von knapp drei Minuten zeigt im besten Film-Noir-Stil (und natürlich in Schwarz-Weiß), welche drei Lösungen sich anbieten, zwei davon auch ohne Apples kostenpflichtige Hilfe. Ihr Gesprächspartner ist eine dunkle Gestalt mit einem Kopf und Hut, die wie eine Wolke, also Cloud aussehen und ihr auf erpresserische Weise mit dem Verlust ihrer wertvollen Daten und Fotos droht, wenn sie die Speicherkapazität nicht sofort erhöht.

Doch Joanna Stern lässt sich selbstverständlich nicht einschüchtern, sondern gibt bekannt, wie man der ”feindlichen Situation” begegnet. So lassen sich direkt am iPhone oder iPad zunächst ältere, nicht mehr benötigte Backups etwa von anderen Geräten löschen. Das schafft schon mal einiges an Platz in der Cloud. Zweite Option: Einfach andere Backup-Lösungen im Internet nutzen, wie etwa Google Photos. Für viele Apple-Fans klingt das sicher fast wie ein Sakrileg, entsprechend verboten schien es früher für viele eingefleischte Macianer, Microsoft-Programme zu benutzen. Doch in diesem Fall kostet das nichts (außer dem Teilen der eigenen Fotos mit dem Internetkonzern …). Der Speicherplatz dort ist prinzipiell, wenn auch ab einem bestimmten Grad nicht mehr in höchster Auflösung, unbegrenzt. In ihrem Video zeigt Stern genau, wie man die Synchronisierung auf Kosten der iCloud anstößt. Drittens dagegen folgt dann doch die Verbeugung vor Apple: ”Zahle für die iCloud”, heißt es dort. Das kann allerdings bei 10 US-Dollar für 2 TB im Monat enden. Vorteil dabei immerhin ist die Familienfreigabe und die Möglichkeit, Backups für seine Computer zu erstellen. Dies aber fühle sich Joanna Stern zufolge so an, als ob die iCloud doch gewonnen habe. Und diese, wie oben beschrieben personifiziert durch die Wolke, jubelt hämisch auf Englisch: ”I've got your money…”.

Fazit

Unabhängig vom jeweiligen Thema, man darf gespannt sein auf weitere Filme der Wall Street Journal-Videojournalistin, deren Beiträge es teils auch als Texte gibt, diese setzen aber einen Zugang beim WSJ voraus. Schon die jetzigen Videos voller Witz und einfach nachvollziehbaren Tipps machen Laune auf mehr. Wir bleiben dran…

Macwelt Marktplatz

2327354