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Jobs-Oper hat in Santa Fe Premiere

24.07.2017 | 12:34 Uhr |

Jetzt singen sie auch noch: In Santa Fe hatte am Wochenende die erste Oper über das Leben und Wirken von Steve Jobs Premiere.

Über Steve Jobs wurden Bücher noch und nöcher geschrieben und Filme gedreht, nun nimmt sich die Oper der Biographie des Apple-Gründers an. An diesem Wochenende hatte die Oper "The (R)evolution of Steve Jobs" auf dem Festival in Santa Fe Premiere – in einem Open-Air-Theater am Rande der Wüste von New Mexico. Die Musik hat Mason Bates komponiert, das Libretto stammt von Mark Campbell. Die Geschichte beginnt zwar in der Garage der Familie Jobs im Jahr 1965, springt dann aber vor und zurück durch die Zeit und streift wichtige Ereignisse wie die Vorstellung des iPhone im Januar 2007 auf der Macworld Expo in San Francisco. Die Kulisse der Garage, in der seinerzeit die ersten Apple-Computer entstanden, spielt dabei immer wieder eine wesentliche Rolle. The Guardian hatte zusammen mit dem Komponisten die Originalschauplätze im Silicon Valley besucht und ist dabei auch an der weltberühmten Garage vorbeigefahren.

Bates arbeitet mit elektronischer Musik, während der Aufführung sitzt er inmitten des Orchesters und bedient zwei Notebooks, um entsprechende Sounds dem Gesamtklang hinzuzufügen. In seiner Steve-Jobs-Oper verwendet der Komponist Originalklänge, wie sie legendäre Apple-Geräte von sich gaben, etwa der Mac Plus, der der Ouvertüre einen signifikanten Effekt hinzufügt. Das Publikum vermag zwar nicht genau zu erkennen, ob es sich bei einem Klag um das Rattern einer Festplatte in Apple II, Power Mac oder Mac Plus handele, derartige Geräusche würden aber der Authentizität der Szenerie dienen und den Sound des Silicon Valley gewissermaßen auf die Bühne bringen.

Auch die nicht unkomplizierte Persönlichkeit des verstorbenen Technik-Visionärs schreit gewissermaßen nach einer Bühnenbearbeitung, er sei ein sehr emotionaler Mensch gewesen, pflichtet seine mehrmals von ihm gefeuerte Marketing-Expertin Andrea Cunningham bei.

Nicht jedem dürfte die Oper indes gefallen, das Opernhaus von San Francisco hatte die Gelegenheit ausgeschlagen, die Premiere abzuhalten, will das Stück aber in der Saison 2019/20 produzieren. Weder Apple noch die Erben von Steve Jobs haben ihre Zustimmung  zu dem Stück gegeben, es aber auch nicht abgelehnt. Die Geschichte ist für zwei Stunden Musiktheater extrem komprimiert, so unterschlägt "The (R)evolution of Steve Jobs" komplett seine Zeit im Exil bei Next und seine Nebentätigkeit als Pixar-CEO.

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