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Jourist-Übersetzungs-Apps im Test

11.04.2018 | 16:21 Uhr |

Vom Sprachenspezialist Jourist Verlag haben wir uns die beiden Apps Weltübersetzer und Bildwörterbuch für iOS genauer angesehen.

Die App Jourist Weltübersetzer bietet Sprachführer für 34 Sprachen und soll als persönlicher Dolmetscher fungieren. Die Anwendung enthält laut Entwickler über 2200 illustrierte, vertonte Wörter und Anwendungen und umfasst Themenbereiche wie Hotel, Unterhaltung, Stadtverkehr und Sehenswürdigkeiten, Freizeit und viele mehr. Man lernt auch, wie man die Polizei in jeder Sprache ruft oder den Arztbesuch im Ausland möglichst hilfreich gestaltet. Jourist hat die App auf Version 3.2 angehoben und entsprechend überarbeitet, dazu soll unter anderem eine Optimierung der App-Leistung gehören.

Von Arabisch bis Mandarin und mehr

Als erstes fügen wir eine Reihe von Sprachen hinzu, die uns interessieren, der Download dafür beträgt jeweils nur um die 20 MB. So haben wir außer ”gewohnten” Sprachen wie Englisch oder Italienisch auch für uns ”exotischere“ wie Arabisch, Chinesisch Mandarin und Japanisch auf dem iPad Pro. Doch das Angebot umfasst viele weitere Möglichkeiten wie Hindi oder Russisch, Türkisch oder Farsi. Nun wählt man eine installierte Sprache aus und findet dort zunächst die unterschiedlichen Kategorien, angefangen bei Grundlagen wie Begrüßung, wichtigste Redewendungen und anderes mehr, dann weitere Themen wie Hotel, Kommunikation, Einkaufen und so weiter. Dazu gibt es zusätzliche Unterkategorien, bis man schließlich bei einer Reihe von einfachen Fragen wie ”Können Sie das reparieren?” oder Wendungen im Stil von ”Ich möchte einen Termin ausmachen” und anderen mehr landet. Dazu gibt es immer recht aussagekräftige Illustrationen, ferner die schriftliche Übersetzung in die fremde Sprache in deren eigenen Buchstaben (wie Arabisch oder Griechisch), dazu die Lautschrift. Der Clou aber ist gewissermaßen die Aussprache eines Wortes oder einer Wendung durch Muttersprachler durch Bedienung des entsprechenden Ausführungspfeils.

Geht man noch weiter in den jeweiligen Begriff oder die Wendung mit Bild hinein, kann man dort auch die Wiedergabegeschwindigkeit, die nämlich standardmäßig recht flott ist, auf langsamer stellen. Auch Favoriten für Wörter, die man im Auge behalten will, lassen sich anlegen.

Weltübersetzer für viele Fälle

Das alles ist sehr ansprechend und gut gemacht, man lernt damit gewiss nicht fließend eine fremde Sprache zu sprechen, aber für Anwendungen im Urlaub oder auf einfachen Geschäftsreisen dürfte das reichen. Wobei Sprachen wie Chinesisch oder Japanisch auch hier eine echte Herausforderung bleiben. Immerhin kamen Redewendungen oder Worte mit dem iPad oder iPhone auch einfach vorlesen lassen, das wäre dann auch die Nagelprobe, wie gut die ausgesprochenen Beispiele in der Realität funktionieren.

Im App Store gibt es den Weltübersetzer ab iOS 7.0, der Download beträgt etwa 200 MB. Regulär kostet diese App 8 Euro, bei Verfassen dieser Zeilen ist sie immer noch im Angebot von 0,49 Euro, dafür sollte man unbedingt zugreifen, aber auch den höheren Preis kann sie bei Vielbenutzern wert sein. Zu bedenken ist, dass man diese App nicht offline benutzen kann.

Mehr als 1000 Bilder

Die zweite App von Jourist in unserem Test ist Bildwörterbuch. Diese folgt der Weisheit, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte und bringt entsprechend Begriffserklärungen mit über 4500 detaillierten Farbabbildungen auch im Offline-Modus. Als Sprachen werden hier unterstützt unter anderem Englisch, Deutsch, Französisch, aber auch Russisch, Arabisch und Chinesisch. Umfangreiche Erklärungen gibt es zu allen englischen Begriffen. Auch in dieser App sucht und lädt man zunächst die  Sprachen aus, die einen speziell interessieren, die Auswahl ist dabei deutlich geringer als beim Übersetzer.

Wir probieren es mal mit Russisch. Dort präsentiert sich uns eine recht klein gehaltene Übersicht zu verschiedenen Kategorien wie Nahrungsmittel, Sport, Gesellschaft, Kunst oder Wissenschaft. Dort geht es dann in weitere Unterkategorien, die jeweils neben der deutschen Bezeichnung mit dem russischen Namen in deren eigenen kyrillischen Buchstaben dargestellt sind. Wir gehen weiter in die Kategorie Medizin und dort zur Ersten Hilfe, suchen die Ambulanz aus und sehen die fast bildschirmfüllende farbige Darstellung eines russischen Rettungswagens. Ein etwas unscheinbarer Pfeil am rechten unteren Rand öffnet den Zugang zu weiteren dazugehörigen Begriffen wie Stopplicht, zusätzliche Alarmanzeige (womit das Blaulicht gemeint ist) und andere mehr. Tippt man darauf, wird der Begriff an der passenden Stelle auf dem Bild angezeigt und wieder mit deutschem und russischem Begriff markiert.

Aussprachehilfe extra zu laden

Doch leider scheint es hier zunächst keine Aussprachehilfe zu geben, bis man vielleicht entdeckt, dass man diese in der etwas umständlichen Menüsteuerung eigens herunterladen muss, für jede Sprache extra. Das hält zwar die Belastung der Speicherkapazität klein, sollte aber wie die App insgesamt etwas übersichtlicher und hinweisfreudiger gemacht sein. Dafür kann man das entsprechende Bild auf Facebook teilen, per E-Mail, SMS Twitter und anderen verschicken. Dabei werden die Begriffe aber so verkleinert, dass man sie kaum noch lesen kann.

Auch das Bildwörterbuch von Jourist gibt es im App Store   ab iOS 7.0, der Download beträgt hier nur knapp 11 MB, nach Download der entsprechenden Sprachen und Zusätze ist diese App auch offline nutzbar. Hier gibt es für die Version 2.1 keinen Preisvorteil mehr, zu zahlen sind 9 Euro.

Fazit und Empfehlung

Der Ansatz der beiden Apps ist zum intuitiven Erlernen elementarer Wendungen und Wörter in vielen – besonders beim Weltübersetzer – Sprachen sehr hilfreich. Prinzipiell gefällt uns der Weltübersetzer mit seiner einfachen Navigation und den überzeugenden Redebeispielen mit passenden Aussprachen deutlich besser. Zumal die dortigen Beispiele wirklich aus dem Leben gegriffen sind. Das Bildwörterbuch dagegen ist zwar auch mit viel Aufwand für die einzelnen Darstellungen gestaltet, doch insgesamt scheint uns diese App nur für spezielle und eingeschränkte Ansprüche ausreichend. Wer sich aber gern in Details von Bildern verliert, ist auch damit gut bedient.

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