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Kaufberatung: Macbook, MacBook Air oder Pro kaufen?

02.11.2018 | 09:41 Uhr | Thomas Armbrüster

Das neue Macbook Air mit Retina Display vergrößert Apples Modellpalette, da alle anderen Macbooks weiterhin im Angebot bleiben. Im mittleren Preisbereich hat man nun die Auswahl zwischen drei Modellen

Wer nicht ohnehin nach dem neuesten und schnellsten Macbook Pro greift, sondern außer auf die Leistung auch auf seinen Geldbeutel achtet, kann zwischen Macbook, dem neuen Macbook Air oder dem Macbook Pro ohne Touch Bar wählen, wenn er in etwa das gleiche Budget zur Verfügung hat. Am günstigsten ist mit 1349 Euro das Macbook Air mit Retina Bildschirm, während man für das Macbook und das Macbook Pro ohne Touch Bar 1499 Euro ausgeben muss, jeweils in der günstigsten Konfiguration. Für mehr oder weniger dasselbe Budget bekommt man aber unterschiedliche Ware.

Das Äußere

Macbook Pro und das Macbook Air haben identische Breite und Tiefe und unterscheiden sich nur bei der Dicke des Gehäuses. Wobei das Macbook Air am vorderen Ende dünner und am hinteren dicker ist als das Macbook Pro. Beim Gewicht spart man beim Macbook Air so rund 100 Gramm gegenüber dem Macbook Pro. Das Macbook ist im Vergleich zu den beiden anderen Modellen deutlich kleiner, da es nur ein 12-Zoll-Display hat, und bringt rund 250 Gramm weniger als das Macbook Air auf die Waage.

Alle drei Modelle haben ein Retina Display, aber nur das Macbook Pro unterstützt den großen Farbraum P3 und ist mit 500 Nits auch heller als die beiden anderen Modelle, die nur 300 Nits bieten. True Tone gibt es bei keinem Modell, diese Technologie ist erst ab dem Macbook Pro mit Touch Bar erhältlich. Ein Force-Touch-Trackpad haben alle drei Macbooks, ebenso wie eine Tastatur mit Butterfly-Mechanismus. Diese ist beim Macbook Air aus der dritten Generation, also vergleichbar mit dem aktuellen Macbook Pro mit Touch Bar. Zudem hat sie eine Besonderheit aufzuweisen, denn es ist ein Fingerabdrucksensor verbaut, um sich ohne Eintippen eines Passworts am Macbook anzumelden.

Bei den Anschlüssen gerät das Macbook ins Hintertreffen. Denn es hat nur einen einzigen USB-C-Anschluss, und dieser bietet auch nur USB 3.1 der ersten Generation mit maximal 5 Gbit/s und kein Thunderbolt, während die beiden USB-C-Anschlüsse von Macbook Air und Macbook Pro USB 3.1 mit bis zu 10 Gbit/s und Thunderbolt 3 mit bis zu 40 Gbit/s unterstützen. Einen Kopfhöreranschluss haben alle drei Modelle. Die Facetime-Kamera des Macbook hat nur eine Auflösung von 480p, die Kamera von Macbook Air und Macbook Pro dagegen HD-Qualität.

Apple Macbook Pro 2018 im Macwelt Preisvergleich
Apple Macbook  2018 Macwelt Preisvergleich
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Das Innere

Das Macbook stattet Apple mit einem besonders Strom sparenden Prozessor aus der Y-Serie von Intel mit nur 5 Watt Leistungsaufnahme aus, sodass auf einen Lüfter verzichtet werden konnte. Im Macbook Pro ist dagegen ein 15-Watt-Chip mit höherer Taktung verbaut, der auch eine leistungsfähigere Grafikeinheit mit 48 Execution Units (EUs) und Zugriff auf 64 MB eDRAM hat. Beide Prozessoren stammen aus der Kaby Lake Reihe von Intel. Auch beim Macbook Air mit Retina Display greift Apple auf die Y-Serie zu, diesmal aus der neueren Baureihe Amber Lake. Der Prozessor hat eine Leistungsaufnahme von 7 Watt, und im Macbook Air ist zur Kühlung ein Lüfter verbaut. Die Basistaktrate ist niedriger, der Turbo Boost aber gleich hoch wie beim 15-Watt-Prozessor des Macbook Pro. Die Grafikeinheit Intel UHD Graphics 617 hat jedoch wie diejenige im Macbook nur 24 Execution Units und kein eDRAM. Erste bei Geekbench aufgetauchte Messwerte deuten darauf hin, dass das Macbook Air nicht ganz die Werte des Macbook Pro erreicht, was sich aber erst durch unabhängige Tests sicher feststellen lässt.

Bei der Ausstattung mit Arbeitsspeicher sind alle drei Modelle gleich, denn sie kommen in der Grundausstattung jeweils mit 8 GB. Wobei der Speicher beim Macbook etwas langsamer ist als bei den beiden anderen Modellen. Eine Aufrüstung durch Apple auf 16 GB ist bei allen Macbooks möglich. Beim Datenspeicher zeigt sich Apple nur beim Macbook großzügiger und verbaut mindestens 256 GB, während Macbook Air und Macbook Pro in der Grundversion nur 128 GB aufzuweisen haben. Um mit dem Macbook gleichzuziehen, muss man jeweils 250 Euro investieren und für das Macbook Air 1599 Euro und für das Macbook Pro 1749 Euro bezahlen, also mehr als für das Macbook. Warum Apple für 128 GB mehr Datenspeicher 250 Euro verlangt, also umgerechnet 1,95 Euro pro zusätzlichem Gigabyte, ist nicht nachvollziehbar. Eine NVMe SSD mit 250 GB beispielsweise von Samsung oder Western Digital kostet für Endverbraucher im Handel rund 80 Euro, also rund 32 Cent pro Gigabyte. Leider kann man diese nicht in die Macbooks einbauen. Selbst unter der Annahme, dass in den Macbooks besonders hochwertiger Speicher verbaut ist, erscheint dieser Preisaufschlag zu hoch, denn beim iPad Pro kosten 256 GB nur einen Aufpreis von 170 Euro, und da steigt man ja von 64 GB um, was zu einem Preis pro Gigabyte von 90 Cent für die 192 zusätzlichen Gigabyte führt. Interessanterweise führt Apple die Laufzeittests bei den Macbooks auch nicht in der mageren Grundausstattung durch, sondern beim Macbook Air mit 256 GB Datenspeicher und beim Macbook Pro sogar mit 1 TB, was man den Fußnoten auf den entsprechenden Webseiten entnehmen kann.

Das Macbook Air hat wie das aktuelle Macbook Pro mit Touch Bar und der iMac Pro den T2-Controller eingebaut. Dieser ist nicht nur für die Speicherung der Fingerabdrücke verantwortlich, sondern auch für die Verschlüsselung der Daten und für die Prüfung des Systems beim Systemstart (Secure Boot). Außerdem sind in den von Apple entwickelten T2 der System Management Controller (SMC), der SSD Controller, der Bildsignalprozessor und der Audio Controller integriert.

Vergleich Macbook/ Macbook Air/ Macbook Pro ohne Touch Bar

Modell

Macbook Air Retina Display

Macbook

Macbook Pro ohne Touch Bar

Preis

1.349,00 €

1.499,00 €

1.499,00 €

Technische Angaben

Display

13,3 Zoll Retina Display

12 Zoll Retina Display

13,3 Zoll Retina Display

Auflösung

2560 x 1600 Pixel

2304 x 1440 Pixel

2560 x 1600 Pixel

Farbraum

Voller Standard-Farbraum (sRGB)

Standard-Farbraum (sRGB)

Großer Farbraum (P3)

Helligkeit

300 Nits

300 Nits

500 Nits

Prozessor

1,6 GHz Intel Dual Core i5 (i5-8210Y, Amber Lake)

1,2 GHz Dual‑Core m3 (m3-7Y32, Kaby Lake)

2,3 GHz Dual‑Core i5 (i5-7360U, Kaby Lake)

CPU-Takt

2x 1,6 GHz (Turbo Boost bis zu 3,6 GHz)

2x 1,2 GHz (Turbo Boost bis zu 3,0 GHz)

2x 2,3 GHz (Turbo-Boost bis zu 3,6 GHz)

Cache

4 MB Level 3

4 MB Level 3

4 MB Level 3

Leistungsaufnahme (TDP)

7 Watt, Lüfter

5 Watt, kein Lüfter

15 Watt, Lüfter

Arbeitsspeicher

8 GB 2133 MHz LPDDR3

8 GB 1866 MHz LPDDR3

8 GB 2133 MHz LPDDR3

Grafikchip

Intel UHD Graphics 617

Intel HD Graphics 615

Intel Iris Plus Graphics 640, 64 MB eDRAM

Interner Speicher

128 GB Flash-Speicher/PCIe

256 GB Flash-Speicher/PCIe

128 GB Flash-Speicher/PCIe

Empfehlungen

Die Wahl zwischen dem Macbook einerseits und dem Macbook Air und dem Macbook Pro andererseits ist einfacher als diejenige zwischen Macbook Air und Macbook Pro. Das Macbook bietet sich vor allem dann an, wenn es auf geringe Größe und wenig Gewicht ankommt und man auf schnelle Schnittstellen sowie eine gute Facetime-Kamera verzichten kann. Belohnt wird man dagegen durch doppelt so viel Datenspeicher wie bei den anderen Standardmodellen. Da sich Macbook Air und Macbook Pro in Größe und Gewicht kaum unterscheiden, gibt es hier auf keiner Seite einen entscheidenden Vorteil. Das Macbook Pro hat vor allem das bessere Retina Display auf seiner Seite, eine höhere Grundtaktrate sowie eine Grafikeinheit mit mehr Power. Das Macbook Air punktet mit der längeren Laufzeit, dem Fingerabdrucksensor und dem T2-Sicherheitschip sowie einem niedrigeren Preis. Beide Modelle sind aber beim Datenspeicher in der Grundversion sehr mager ausgestattet, bei Mehrbedarf muss man recht tief in die Geldbörse greifen. Da das Macbook Pro schon länger auf dem Markt ist, gibt es im Handel hin und wieder niedrigere Preise als bei Apple auf der Liste stehen. Und auch bei Apples generalüberholten Produkten ist das Macbook Pro öfter zu finden. Das Macbook Air mit Retina Display wird hier vorerst wohl noch nicht auftauchen. Inwieweit sich die beiden Modelle in der Leistung unterscheiden, wird sich erst in den noch anstehenden Tests erweisen.

Das Macbook kann aber mit beiden nicht ganz mithalten.

Apple Macbook Pro 2018 im Macwelt Preisvergleich
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