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Keycue & Co.: Praktische Helferlein fürs macOS

06.08.2018 | 11:26 Uhr |

Von der österreichischen Entwicklerschmiede Ergonis Software haben wir uns die drei hilfreichen Tools Keycue 9, Popchar 8.3 und Typinator 7.6 angesehen und möchten nicht mehr darauf verzichten.

Lange Texte abkürzen: Typinator

Um gleich mit der letztgenannten Software zu beginnen: Typinator benutzen wir selbst schon länger als ganz ”normaler” Kunde, um flott Ausdrücke oder ganze Sätze über Abkürzungen zu tippen und haben dabei schon sehr viel Zeit gespart. Das Tool steht in Konkurrenz zum allerdings noch teureren Textexpander von Smile Software. Hier geht es uns aber nicht um einen Vergleich, sondern um die Aussage, dass Typinator mit seinen vielen Konfigurationsmöglichkeiten, Vorlagen für Autokorrekturen und Sets seinen Dienst unauffällig im Hintergrund verrichtet, jederzeit über ein Menulet aufrufbar ist und man sofort und einfach neue Kürzel für Snippets, Signaturen, Bilder, Maps oder eben auch längere Textbausteine einrichten kann. Systemkonflikte hatten wir damit noch nie. Sollten Tastaturkürzel innerhalb des Programms schon vergeben sein, weist das Tool durch eine Warnung darauf hin. Typinator 7.6 läuft ab Mac-OS X 10.6 und kostet 25 Euro, Unterstützung finden außer Deutsch auch Englisch und Französisch.

Jederzeit alle Zeichen: Popchar X

Zu den alten Bekannten auf dem Mac, bereits zu klassischen Mac-OS-Zeiten und laut Entwickler jetzt schon seit 30 Jahren, zählt Popchar , das inzwischen ein ”X” angehängt bekommen hat, um es von den früheren Versionen für System 6 etc. zu unterscheiden. Außerdem gibt es längst auch eine Version für Windows.

Auf unserem Mac nistet sich Popchar X wie gewohnt unauffällig und fast versteckt in der linken oberen Bildschirmecke ein und ist dort per Mausklick jederzeit aufrufbar. Natürlich funktioniert es auch in der rechten Ecke oder in der Systemmenüleiste, auch ein Tastaturkürzel zum Aufruf ist definierbar. Und dann demonstriert es einfach seine alten Stärken, indem es sämtliche installierten Schriften anzeigt und für jeden Schriftsatz wiederum alle darin enthaltenen Buchstaben, Zeichen und Symbole, die per Mausklick ins im Vordergrund aktive Dokument eingefügt werden können.

Das ist in vielen Fällen sehr hilfreich, ein typisches Anwendungsbeispiel waren früher die Symbole und Zeichen aus Wingdings, Zapf Dingbats und später auch den Webdings, die sich sonst nur umständlich auffinden ließen – oder andere ”Sonderzeichen”. Heute sind es zusätzlich die beliebten Emojis, welche Popchar X ebenfalls im Schriftsatz Apple Color Emoji in vielen Varianten anbietet und die sich wie andere Zeichen auch einfach per Mausklick einfügen lassen. Popchar X bietet eine beeindruckende Fülle von Konfigurationsmöglichkeiten, Suche (sogar per eigener Zeichnung), Anlegen von Favoriten, eine aussagekräftige Schriftvorschau, Beispieltexte und manches mehr. Einen Überblick verschafft man sich auf der Website des Entwicklers hier . Übrigens finden sich sämtliche Texte beim österreichischen Entwickler aus Linz in englischer Sprache. Das ist prinzipiell sicherlich kein Problem und entspricht dem internationalen Anspruch, dennoch würde sich mancher Nutzer vielleicht auch über deutschsprachige Beschreibungen freuen. Popchar X 8.3 läuft ebenfalls ab Mac-OS X 10.6 und kostet 30 Euro.

Alle Menüs und Emojis im Blick: Keycue

Vor allem aber haben wir uns Keycue in der neuesten Version 9.0 vorgenommen. Damit erhält man einen ziemlich genialen Überblick über sämtliche Menüs und Menüeinträge in einem Programm, das gerade im Vordergrund steht. Denn wer weiß schon immer genau, welche Befehle und Optionen es alle in einem Programm gibt? Vor allem wenn man nicht immer damit arbeitet. Hier lässt sich wiederum per Tastaturbefehl oder Klick auf das Menulet von Keycue ein Fenster aufrufen, das sämtliche Befehle und Tastaturkürzel aus vordergründigem Programm und System in einem Fenster anzeigt, das sich zudem transparent gestalten lässt. Viele Optionen ermöglichen es, beispielsweise Untermenüs auszublenden oder Einträge aus dem Apple-Menü und anderes mehr. Die Entwickler haben offenbar wirklich an alles gedacht, was das Leben in der täglichen Arbeit erleichtern kann.

Kurze Zeit hatten wir ein etwas frustrierendes Problem, da nämlich beim doppelten Tippen der linken Befehlstaste sehr häufig Apple Mail direkt oder im Hintergrund kommentarlos abstürzte. Der äußerst engagierte Support von Ergonis half auf die Spur: offenbar ist die von uns genutzte Erweiterung MailButler ( das wir hier vorgestellt haben ) dafür verantwortlich, zum Beispiel durch eigene Einträge im Hilfe-Menü. Ein Workaround war zunächst, ein anderes Tastaturkürzel zu bestimmen, denn aus noch unbekannten Gründen tritt dieses Problem nur im Zusammenhang mit der linken Befehlstaste auf. Und wie gesagt, offenbar allein wegen der Mail-Erweiterung MailButler. Ansonsten arbeitete Keycue  9.0 in unserem Test einwandfrei.

Keycue 9.0 benötigt mindestens macOS 10.7 und kostet 20 Euro.

Fazit und Empfehlung

Die hier vorgestellten Tools von Ergonis Software erweisen sich in unserem Test allesamt als praktische Erweiterungen der täglichen Arbeit auf dem Mac. Sie sind so vorkonfiguriert, dass man ohne große Vorbereitungen einfach damit starten kann, bieten aber allesamt auch teils raffinierte Einstellungsoptionen für Profis. Wer in den beschriebenen Arbeitsfeldern Erleichterung und intuitive Unterstützung sucht, liegt mit allen drei Helferlein goldrichtig.

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