2335810

KI-Forscher: Machtübernahme durch Maschinen unwahrscheinlich

09.03.2018 | 11:05 Uhr |

Anders als Tesla-Chef Elon Musk oder der Astrophysiker Stephen Hawking glaubt der ehemalige Google X-Manager Thorsten Kröger nicht an düstere KI-Szenarien.

Vielmehr betont Krüger die positiven Entwicklungsmöglichkeiten der künstlichen Intelligenz, die den Menschen etwa in Spracherkennung, Bildanalyse und Medizin beiseite steht und sich rasant entfaltet. Thorsten Kröger ist Leiter am Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für Intelligente Prozessautomation und Robotik (IPR) verantwortlich. Das von ihm einst gegründete und geleitete Startup Reflexxes wurde 2014 von Google übernommen. Dort war er bis 2017 Bereichsleiter für Robotersoftware bei Google X. Das KIT ist Partner im Digital Hub Künstliche Intelligenz Karlsruhe. Soweit seine Vorstellung bei " Business Insider ", wo er einen Artikel zur Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) veröffentlicht hat.

Nachdem er Schlagworte wie ”Machine Learning” kurz erläutert (Software-Algorithmen auf einem Computer lernen selbstständig aus Daten, in denen sie Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen und verallgemeinern), unterscheidet er die künstliche Intelligenz, die sich physisch wie in der Robotik äußert, von derjenigen, die eher auf der Perzeptionsseite liegt, nämlich Maschinen oder Software, welche die Umwelt wahrnehmen und analysieren. Paradebeispiel dafür sind Sprachcomputer wie Alexa, Siri oder Google Home, wo wir rasante Fortschritte erleben. Seitens der Robotik sei der Weg aber noch deutlich weiter.

Besonders betont Kröger die Fortschritte der künstlichen Intelligenz in der Bilderkennung, die bei Standbildern schon effektiver sei als bei Menschen, sowie in der Medizin und der Prognostizierung etwa von Hautkrebs im frühen Stadium durch Smartphone-Fotoaufnahmen. Dagegen müsse man auf wirklich intelligente Roboter noch länger warten – obwohl schon 1997 ein Computerprogramm den Menschen beim Schachspielen schlagen konnte. Physische Roboter, die gegen den Menschen Schach spielen, gebe es aber noch nicht. Dies liege daran, dass man mit den verschiedenen Kräften, Drehmomenten und Motorströmen eine sehr viel komplexere Aufgabe vor sich habe. Dass Roboter oder allgemein künstliche Intelligenz, die schlauer ist als Menschen, plötzlich die Macht übernehmen, hält Krüger nach jetzigem Stand für unwahrscheinlich. Dafür seien die heutigen Modelle zu einfach und statisch, sie könnten nicht kombinieren und nicht so flexibel und adaptiv auf Situationen reagieren wie Menschen. Anstatt sich diesbezüglich zu viele Sorgen zu machen, sollte man sich lieber von Alexa eine Pizza bestellen lassen...

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2335810