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Kommentar: Noch ist der HomePod kein Kassenschlager - Schuld sind zwei Missverständnisse

14.03.2018 | 16:45 Uhr |

Nur wenige Millionen Stück soll Apple vom HomePod bisher verkauft haben. Wird der Apple-Lautsprecher etwa zum Reinfall?

In Deutschland ist der Homepod noch gar nicht verfügbar, schon melden erste Marktforscher miese Absatzzahlen. Für Apple ist es ja in der Tat eine Enttäuschung: In den Apple Stores in den USA und UK sind Homepods problemlos verfügbar und Schlange stehen muss niemand. Laut Quellen von Barclays soll Apple ja bisher gerade einmal sechs bis sieben Millionen Stück produziert haben. Kein Vergleich also zum Verkaufshit Air Pod. Bei der Markteinführung des Headsets mussten die Apple Stores den begehrten Ohrhörer ja rationieren und es kam zu langen Warteschlangen. Wird die Apple Neuheit etwa zum Misserfolg wie damals die Boombox?

Vielleicht liegt es ja an den mäßigen Testberichten. Fast alle Blogger, Youtuber und Journalisten kommen nach einem dicken Lob für die Tonqualität zu einem großen „Aber“ – und vergleichen ausführlich Siri mit Amazon und Alexa. Hier schneidet dann der Homepod eher mäßig ab, kann Apples spröde Assistentin doch nur begrenzt mit den beiden gut informierten Rivalinnen mithalten.

Hier liegt aber ein großes Missverständnis vor, das wohl noch einige Zeit nachwirken wird: Den Vergleich mit Alexa und Google Assistenten kann der Homepod nicht gewinnen, das war von Apple aber eigentlich nie so geplant. Er ist eher Loudspeaker als Smart Speaker: Der Homepod wurde ja konzipiert, lange bevor der Echo auf den Markt kam. Er ist als ein erstklassiger Lautsprecher entwickelt worden, der in vielen Wohnungen die alte Stereoanlage oder den rauschenden Bluetooth-Lautsprecher ablöst. Klanglich ist er nach unseren mehrwöchigen Hörtests in der Redaktion ja hervorragend und auch für Anwender interessant, denen die Faszination für einen geschwätzigen und neugierigen Cloud-Assistenten abgeht. Denn die beiden Rivalen wie Alexa und Google Assistant haben nach Angaben von unterschiedlichen Tester noch immense Probleme mit dem Datenschutz und lauschen nicht nur dann, wenn der Nutzer dies will. Für den technikaffine Early Adopter ist der Homepod aber vielleicht zu simpel – will man damit aber die nächsten fünf oder zehn Jahre täglich Musik hören, ist er die erste Wahl.

Was aber ebenfalls die Verkäufe hemmt: Der Homepod ist vor allem ein Lautsprecher für Apple-Music-Nutzer. Mit aktuell 38 Millionen zahlenden Abonnenten wächst der Dienst ja rasant, im Vergleich zu den potentiellen AirPod-Käufer mit iPhone ist aber die Zielgruppe doch noch vergleichsweise klein. Für Spotify-Fans ist ja trotz Airplay-Unterstützung ein Gerät von Sonos oder anderer Hersteller interessanter. Das kann sich aber in den nächsten Monaten und Jahren schnell ändern. Apple Music wächst rasant und mit jedem Abonnenten steigt auch die Zahl der möglichen Homepod-Nutzer – und umgekehrt. Was man ebenfalls nicht vergessen darf: Siri wird laufend weiterentwickelt und der Homepod erhält in der nächsten Zeit noch eine ganze Serie an Verbesserungen und neuen Funktionen – viele warten anscheinend ja lieber noch auf die angekündigt Stereo- und Multiroom-Unterstützung. Im Homepod steckt jedenfalls noch sehr viel Potential, wenn auch wohl eher die Hölle zufriert, als dass er eine native Spotify-Unterstützung bekommt.

Tipp: Interessiert an einem eigenen Apple-Lautsprecher? Aktuell verlosen wir einen nagelneuen, von uns aus England importierten Homepod. Hinweis: Es handelt sich natürlich nicht um ein Testgerät.

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