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Kommentar: Streut Apple selbst iPhone-8-Gerüchte?

22.08.2017 | 15:39 Uhr |

Die Homepod-Firmware hat die meisten Einzelheiten zum iPhone 8 ausgeplaudert. Hier stellt sich eine berechtigte Frage...

Nachdem gestern doch kein interstellarer Drache die Sonne verschluckte und nicht mehr hergab, sondern sich über Fly-Over-Land ein Naturschauspiel ereignete, können wir beruhigt mit unser aller Arbeit weiter machen. Und die wird für uns in der Macwelt-Redaktion in den nächsten Wochen vorwiegend daraus bestehen, neue Leaks und Spekulationen über das kommende iPhone von 2017 zu sammeln, zu werten und Ihnen mit unserer Einschätzung zu präsentieren.

Im Prinzip machen wir das ja schon seit kurz nach der Zeit, als das iPhone 7 (Plus) unser Testcenter durchlaufen hatte und dabei durchaus zu beeindrucken wusste. Warum tun wir das, war uns das 7er nicht gut genug? Nein, wir schreiben über kommende Apple-Produkte, über die der Hersteller grundsätzlich kein Wort verliert, weil das die Leute, also Sie, liebe Leser, nun einmal brennend interessiert. Würden Ratgeber über die Feinheiten von Filemaker ein ähnliches hohes Interesse nach sich ziehen, würden wir mehr über die Datenbanksoftware schreiben, als nur alle Jahre mal einen Testbericht zur neuen Fassung.

Man kann es Ihnen und uns aber nicht verdenken, die Stories und Vermutungen über das kommende iPhone sind von einer grundlegenden menschlichen Eigenschaft getrieben – der Neugier. Diese kann gewiss auch lästig und anmaßend sein, wenn wir uns etwa zu sehr dafür interessieren, was der Nachbar so alles hinter verschlossenen Türen treibt. Aber sie hat eine weit hellere Seite, nämlich das starke Bedürfnis, Neues zu lernen und zu erschaffen.

Was denn letztendlich alles neu sein wird im iPhone 8 oder iPhone Edition, werden wir vermutlich am 12. September wissen. Viele der Spekulationen der letzten Wochen und Monate dürften zutreffen, andere werden sich als Rohrkrepierer erweisen. Seit vorletzter Woche, als die Firmware für den ebenfalls noch nicht in den Verkauf gegangene HomePod versehentlich auf einem Apple-Server auftauchte, wird das Bild aber immer klarer. Und plötzlich ergibt sich die Frage: Cui bono? Hat Apple etwa absichtlich die Infos geleakt? Und nicht nur diese, sondern auch andere? Der Hype um das iPhone 8 oder wie auch immer es heißen mag, nutzt ja vor allem Apple. Warum dann nicht selbst die Gerüchteküche anheizen?

Ganz einfach: Weil das eben nicht im Interesse Apples ist. Die Verschwiegenheit hat vor allem das Ziel, nicht zu viele Informationen zu früh zu veröffentlichen. Der iPhone-Hersteller ist da ein gebranntes Kind. Über den Taschencomputer Newton hatte der damalige CEO John Sculley schon lange vor Fertigstellung des Produkts so viel schwadroniert , dass die Konkurrenz mit besseren und billigeren Geräten sogar noch vor Apple heraus kam. Hingegen war das iPhone so lange erfolgreich so geheim gehalten worden, dass die anderen nur noch staunen konnten. Gewiss, mit dem iPhone 8 wird Apple das Rad nicht neu erfinden, aber gewisse Details sollten noch eine Weile unter Verschluss bleiben. Apple hat in jüngster Zeit einen enormen Aufwand betrieben, um Leaks in der Zulieferkette und im eigenen Unternehmen so weit wie möglich zu schließen. Absolute Geheimhaltung ist aber nicht möglich, wenn jemand einen Fehler begeht oder womöglich aus krimineller Energie gehandelt hat.

Die Spekulationen, Apple sorge selbst für den Geheimnisverrat, sind aber nicht neu. Wir erinnern uns an das Frühjahr 2010, als ein Ingenieur einen Prototypen eines iPhone 4 in einer Bierbar in Cupertino versehentlich liegen ließ – auch damals vermuteten einige eine gesteuerte Indiskretion zur Erzeugung eines Medienhypes.

Reisen wir aber noch weiter in die Vergangenheit, als Computer, die man in der Hosentasche trug, so fern jenseits aller Vorstellungskraft lagen, weil man nicht einmal echte portable Computer kannte. Im Jahr 1988 sollte Apple das mit dem ersten Mac Portable ändern und dessen Pläne waren Monate vor der Veröffentlichung tatsächlich durchgesickert. Schon damals vermuteten einige Medien, sie wären gezielt gefüttert worden, wie eine auf Fast Company dieser Tage veröffentlichte Geschichte rekapituliert . Wir werden also weiter auf Leaks warten und werden nicht unter der Hand direkt aus Cupertino mit dem neuesten Klatsch über das iPhone 8 gefüttert werden…

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