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Lacie D2 Professional: Schnelle 10-TB-Festplatte mit USB-C-Anschluss im Macwelt-Test

15.02.2019 | 15:23 Uhr | Stephan Wiesend

Die USB-C-Festplatte von Lacie bietet gute Leistung und macht auch optisch einen positiven Eindruck.

Desktop-Festplatten sind etwas aus der Mode gekommen, selbst fĂŒr das Time-Machine-Backup greift der Mac-Anwender meist zu kompakteren und leisen Mobilfestplatten. Wie die moderne Desktop-Festplatte von Lacie zeigt, gibt es aber noch immer einige starke Argumente fĂŒr die großen Modelle. In unserem Test stand uns die d2 Professional von Lacie mit 6 TB zur VerfĂŒgung. Gedacht ist sie laut Lacie fĂŒr „professionelle Redakteure, Fotografen und Grafiker.“ WĂ€hlen kann der Interessierte zwischen 4, 6, 8 und 10 TB KapazitĂ€t die Preise beginnen bei knapp ĂŒber 200 Euro. Unser TestgerĂ€t mit  6TB Speicher gibt es im Handel fĂŒr knapp 260 Euro , die offenbar besonders beliebte Version mit 10 TB erhĂ€lt man fĂŒr rund 400 Euro. Die Professional-GerĂ€te sind in gewisser Weise die Nachfolger der Serie Porsche Design, die von Lacie eingestellt wird.

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Erster Eindruck und Bedienung

Das Design der d2 Professional ist gut gelungen, und sollte bei Nutzern und deren Kunden einen guten Eindruck machen. Das dunkle Aluminium-GehĂ€use passt farblich ja sogar besser zu aktuellen GerĂ€ten wie iMac Pro und Mac Mini, angeschlossen wird es per USB-C. Dank USB-A-Adapterkabel kann man es aber auch problemlos an Ă€lteren Macs und PCs betreiben. Um Datenaustausch zu erleichtern ist die Festplatte ĂŒbrigens im plattformunabhĂ€ngig nutzbaren Format exFAT formatiert. Ein Tool fĂŒr das Umwandeln in HFS oder NTFS kann von Lacies Seite heruntergeladen werden, eine Neuformatierung ist aber auch mit dem Festplattendienstprogramm möglich.

Ein kompaktes Netzteil liegt bei.
VergrĂ¶ĂŸern Ein kompaktes Netzteil liegt bei.

Auf der RĂŒckseite findet sich der einzelne USB-C-Anschluss und ein Kensington-Lock als Diebstahlschutz. Schade: Andere Festplatten bieten Hub-Funktionen, etwa fĂŒr weitere USB-GerĂ€te. Dies bieten etwa die Thunderbolt-Versionen der d2-Baureihe, die auch Daisy-Chaining unterstĂŒtzen.

Die leuchtende runde LED an der Vorderseite wirkt fĂŒr manchen vielleicht etwas aufdringlich, hat aber praktische Funktionen. Sie dient etwa zum Ein- und Ausschalten, bei Überhitzung soll sich die LED außerdem rot fĂ€rben.

Ein kompaktes Netzteil liegt bei, auf einen LĂŒfter hat Lacie verzichtet. Die KĂŒhlung erfolgt ĂŒber das MetallgehĂ€use, das sich bei lĂ€ngerer Nutzung leicht erwĂ€rmt. Folglich sollte man die Festplatte besser frei aufstellen und nicht stapeln. Ein Leisetreter ist unser 6-TB-Modell aber nicht: In unserem leisen HeimbĂŒro ist die Lacie recht deutlich zu hören, die bei unserem GerĂ€t verbaute Seagate-Festplatte ist bei Schreib- und Lesezugriffen keineswegs lautlos (laut Lacie 28 dB). Bei lĂ€ngerer Nicht-Nutzung schaltet sie sich aber in einen lautlosen Ruhemodus.

Knapp 1,3 Kilo wiegt das GehĂ€use, es ist also wenig fĂŒr mobile Anwender geeignet. Gut: Ein 5-Jahre-Abo fĂŒr den Datenrettungsservice von Seagate ist beim Kauf mit dabei, ebenso ein Gutschein fĂŒr einen Monat Adobe Creative Suite.

Performance

GegenĂŒber den großen Desktop-Festplatten haben in den letzten Jahren mobile HDs und externe SSDs stark an Beliebtheit gewonnen. GĂŒnstige mobile Festplatten mit bis zu 5 TB KapazitĂ€t werden immer gĂŒnstiger und bei mobilen SSDs herrscht geradezu ein Preisverfall. Braucht man aber aber 8 oder besser gleich 10 TB an Speicherplatz fĂŒr Videos, Fotos und Backups, ist man noch immer auf die Festplatten im 3,5-Zoll-Format angewiesen. Diese Schwergewichtsklasse bietet schließlich weitere VorzĂŒge: In der Performance sind die großen Modellen den mobilen Konkurrenten deutlich ĂŒberlegen und sollte auch in SSD-Zeiten nicht unterschĂ€tzt werden.

In unseren Performance-Tsts zeigte die von Lacie verbaute Seagate-Platte (laut Lacie ein Enterprise-Modell) eine fĂŒr Festplatten sehr gute Leistung. Die maximale Schreibrate gab Disk Speed Test mit 221,9 MB/s an, die Lesegeschwindigkeit mit 228,5 MB. Dabei machte es kaum Unterschiede, ob das SpeichergerĂ€t per USB-C oder USB-A an unserem Mac Mini angeschlossen war.

Deutlich besser als bei einer Notebookfestplatte ist bei einer Desktop-Festplatte ebenso die Zugriffszeit bzw. I/O-Rate. Wichtig ist dies bei Aufgaben wie dem Start eines Programms oder dem Zugriff auf eine Fotosammlung. Mit dem Tool Amorphous DiskMark messen wir bei sequenziellen Lesezugriffen (1Mib) 241,3 IOPS. Weit weniger als bei einer SSD aber deutlich mehr als bei einer mobilen Festplatte. Zum Vergleich: Bei einer Seagate Expansion 1 TB erreichen wir 44,1 IOPS, bei einer Samsung SSD T5 sind es gute 503,1 IOPS.

Die Leistung ist auf hohem Niveau
VergrĂ¶ĂŸern Die Leistung ist auf hohem Niveau

Als Praxis-Test erstellen wir außerdem einen Klon unseres Testrechners und kopieren mit Carbon Copy Cloner das komplette Startvolume auf die d2. Nach 18 Minuten und 33 Sekunden ist die 92 GB große Kopie fertig. Ein gutes Ergebnis, ein Ă€hnlicher Klon auf eine Thunderbolt-SSD dauerte in unserem letzten Test immerhin 13 Minuten und 14 Sekunden.

Fazit:

Die d2 Professional ist eine gute Wahl, wenn man viel schnellen Speicher benötigt, aber nicht gleich zu einem RAID oder NAS greifen will. Die Performance ist hervorragend und auch optisch macht die Lacie einen guten Eindruck. Kauft man eine Desktop-Festplatte mit USB-C-Schnittstelle, zahlt man aber aktuell noch einen hohen Aufpreis. Angebote mit herkömmlicher USB-3.0-Buchse gibt es in Massen und selbst Markenprodukte wie die WD My Book oder Seagate Backup Plus Hub sind weit gĂŒnstiger. Als Mac-Anwender hat man mit USB-C-Schnittstelle aber wohl langfristig weniger Probleme und das elegante Aluminium-GehĂ€use ist nach unserer Meinung ebenfalls einen gewissen Aufpreis wert.

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