2287077

Lästige Werbe-Popups in Mobile Safari umgehen

19.07.2017 | 16:33 Uhr |

Lästige Popups, die zu Gewinnspielen auffordern sind nicht neu. Seit kurzem sind aber auch immer mehr seriöse Webseiten betroffen.

Wer steht hinter diesen lästigen Popups?

Jedem mit etwas Interneterfahrung ist es eigentlich klar: Blendet sich beim Surfen plötzlich ein bildschirmfüllendes Popup ein, handelt es sich um Werbung, auch Scam genannt. Aktuell haben es die lästigen aber eigentlich harmlosen Autoren dieser Werbepest auf Nutzerdaten abgesehen. Bei einer neueren Version soll Google angeblich iPhones oder Amazon-Gutscheine verschenken, man muss nur an einem kleinen Quiz teilnehmen. Natürlich handelt es sich um Betrug, was erfahrenen Anwendern schon die zahlreichen Tippfehler und eine Webadresse wie Goodmanman.com zeigen. Eine Liste der Betreiberseiten findet sich etwa auf der Seite Onlinewarnungen.de

Neu ist allerdings, dass auch immer mehr seriöse Webseiten betroffen sind. In einem gerade von uns beobachteten Fall sorgte etwa die Valerian-Filmkritik auf Gamestar.de für unerwünschte Werbung.

Warum das Ganze? Nimmt ein Surfer am „Gewinnspiel“ teil, erhält der Werbeanbieter Namen und E-Mail-Adresse des Teilnehmers. Ein wertvoller Datensatz, für den Dienstleister bis zu einen Euro pro Stück bezahlen. Diese aggressive Werbung erfolgt anscheinend ohne Wissen der Webseitenbetreiber, offenbar schmuggeln die Betreiber ihre Scam-Werbung unerkannt auf die betroffenen Webseiten.

Wie werde ich das Popup wieder los?

Das eigentliche Problem: Öffnet sich die Werbung im Safari von iPhone oder iPad, wird man die Werbung nur schwer wieder los. Man kann etwa nicht einfach eine Seite im Verlauf zurückgehen, um den Artikel weiter zu lesen. Die Seite taucht nämlich dank Javascript-Tricks nicht im Verlauf auf. Was ebenfalls passieren kann: Nach Schließen einer Seite und erneuten Aufruf der Seite, landet man wieder beim lästigen Umfrage-Popup. Wie wir feststellten, helfen Adblocker für Safari hier leider auch nicht weiter. Weder die Inhalteblocker "Adblock Plus" noch "Crystal" scheinen mit dieser Form der Werbung klar zu kommen. Was kann man tun? In einigen Fällen ist der Reader-Modus hilfreich. Hat man die Seite aufgerufen, dauert es einige Sekunden, bis das Popup erscheint. Aktiviert man sofort den Lesemodus, kann das Overlay nicht mehr aktiv werden.

Eine zweite Möglichkeit findet man unter Einstellungen/Safari/Erweitert. Deaktiviert man hier die Option „Javascript“ (etwa vor Besuch der Seite Gamestar.de) ist man ebenfalls vor dieser Skript-Attacke geschützt. Ideal ist aber keine dieser beiden Lösungen, da man mit beiden Optionen die Funktionalität der Seiten stark einschränkt. Außerdem aktiviert sich das Fenster ja nur zufällig, man weiß also nie, wann es einen erwischt. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Webseitenbetreiber der befallenen Seiten in Zukunft achtsamer bei der Wahl ihrer Werbekunden sind.

Leser-Kommentar von Christian Meier

Keiner will diese Art von Werbung haben – weder Webseitenbetreiber noch Agenturen, da durch solchen Müll generell die Akzeptanz gegenüber Werbung rapide sinkt.

Diese Leute sind übelste Spammer und gehen wie folgt vor – es wird unter einem Deckmantel Werbung gebucht und stattdessen dieser Spam ausgeliefert. Schaltet die Agentur oder das Werbenetzwerk eine dieser Buchungen ab, ist zwei Minuten später schon die nächste da.

Dabei sind auch die Netzwerke wie Google AdSense betroffen, die technisch und personell sicherlich mit Abstand am besten aufgestellt sind. Und selbst Google bekommt das Problem momentan nicht in den Griff.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2287077