2249066

Logitech Spotlight: Raffinierte Fernbedienung für Präsentationen

01.02.2017 | 09:54 Uhr |

Mit der Spotlight bringt Logitech eine Fernbedienung für Präsentatoren, die diese dank raffinierter Features bald nicht mehr missen wollen.

Wie gestaltet man im digitalen Zeitalter eine Präsentation, von der das Publikum noch lange schwärmt, wertvolle Erkenntnisse mit nimmt und vor allem die Kernbotschaft versteht? Nun, am Besten nimmt man ein Programm wie Powerpoint, Prezi oder Keynote, klatscht dutzende mit jeweils tausend Textzeichen vollen Folien hintereinander und liest diese im Leierton vor, während man sich hinter dem Bildschirm seines Präsentationsrechners versteckt und so schnell als möglich von Folie zu Folie schaltet. Nein, natürlich nicht. Ganz im Gegenteil.

Patentrezept einer Keynote

Wer je eine Präsentation von Steve Jobs gesehen hat, die auch heute bei Apple noch so ähnlich ablaufen, weiß bei Erstellen seines Vortrages, worauf zu achten ist. Ein konsistentes Thema der Vorlage - Keynote, Powerpoint und Prezi bieten derlei an. Nur wenig Text auf die einzelne Folie, nicht mehr als drei oder vier Aufzählungen, wenn überhaupt. Sparsam eingesetzte Effekte, nicht bei jedem Folienwechsel ein anderer. Schöne, aussagekräftige Bilder einsetzen, unter Beachtung der Nutzungsrechte natürlich. Hin und wieder mal ein Video zur Unterbrechung, Auflockerung oder einfach nur zur Betonung einzelner Aspekte. Kurz vor Schluss dann der wie beiläufig erwähnte eigentliche Höhepunkt des Vortrages, am Ende alles noch einmal zusammen fassen. Optional: Schwarzen Rollkragenpullover, Jeans und Turnschuhe tragen.

Und doch wird bei den meisten Präsentatoren etwas fehlen, selbst, wenn sie alle Punkte beachtet und ihren Vortrag ausgiebig geübt haben. Etwa die Selbstsicherheit und Gelassenheit, die Leute wie Steve Jobs auf der Bühne ausstrahlen. Da hilft nur Üben. Und eine zuverlässige Technik. Denn wenn man versehentlich zu schnell vor- oder zurückschaltet oder mit dem Laserpointer einfach nicht die Position auf dem Bildschirm trifft, auf die es ankommt, geht selbst dem Gelassensten die Sicherheit rasch verloren und der Vortrag wird zum kompletten Desaster.

Technik soll zuverlässig unterstützen

In Sachen zuverlässiger technischer Unterstützung will nun Logitech mit seiner formschönen und durchdachten Fernbedienung für Powerpoint- oder Keynote-Vorträge aller Art ansetzen. Die Spotlight erinnert in ihrer Form ein wenig an den iPod Shuffle der ersten Generation, liegt aber dank ihrer stark abgerundeten Kanten weit besser in der Hand - da gehört sie auch hin. Eine Fernbedienung für Vorträge braucht nicht viele Knöpfe und diese sollten sich immer leicht finden lassen. Das löst der Hersteller gut, der wichtigste Knopf in der Mitte, der von Folie zu Folie weiter schaltet, liegt leicht vertieft im Korpus des digitalen Zeigestocks, so lässt er sich immer leicht finden. Etwas nach unten versetzt ist der Knopf für den Rückwärtsgang, deutlich kleiner und ohne Kuhle für den Daumen - Verwechslungen ausgeschlossen. Ein dritter Knopf oberhalb des größten lässt sich vorwiegend zum Starten von eingebetteten Videos nutzen - der Präsentator muss also nicht zurück an den Rechner, um die "Play"-Taste zu drücken, lautet der Gedanke. Der Knopf hat aber noch eine zweite wichtige Funktion.

Die drei Modi des Spotlight
Vergrößern Die drei Modi des Spotlight

Einen Laserpointer sucht man an der Spotlight vergeblich - und genau das sollte auch so sein. Statt eines winzigen Lichtpunkts, mit dem auch erfahrene Vortragende mit ruhiger Hand oft nur sehr ungenau auf ihrer Folie zeigen können, was sie zeigen wollen, setzt die Spotlight auf ein - nun ja: Spotlight. Drei unterschiedliche Markierer bietet die Software an: Drückt man auf den Knopf oben auf der Fernbedienung, verdunkelt sich die Folie mit Ausnahme eines kreisförmigen Ausschnittes, eben jenes Spotlights, das der Fernbedienung den Namen gibt. Diesen steuert man mit der Bewegung der Hand, die Beschleunigungssensoren übersetzen das und bewegen den Lichtpunkt ohne Zeitverzögerung und ohne erkennbares Zittern. Dabei ist es zudem egal, wohin man mit der Spotlight deutet, klar, man leuchtet ja nicht auf die Projektion der Folie, sondern steuert seinen Marker auf der Folie selbst. Wem ein einfacher weißer Kreis genügt, um etwas hervorzuheben, kann auf diesen umschalten, für eher bildlastige Vorträge empfiehlt sich eine Art Lupe: Das Kreisinnere wird vergrößert dargestellt.

Video starten, Lautstärke regeln

Über den Vorteil, ein eingebettetes Video direkt von der Fernbedienung aus zu starten, hatten wir gesprochen. Aber auch die Lautstärke lässt sich intuitiv regeln: Einfach den Knopf in der Mitte gedrückt halten und den Arm nach oben (lauter) oder unten (leiser) bewegen - schön! Was in unserem Test mit der Beta-Software von Logi Presentation nicht geklappt hat, war, das Video nach einem Stopp wieder zu starten - stattdessen wechselte auch der Medienknopf zur nächsten Folie. An einer anderen Stelle hatten wir ein Video gar nicht starten können - das lag aber vermutlich daran, dass es mit einem seltenen Effekt in unsere Keynote reingerutscht kam und deshalb womöglich nicht als passendes Medienelement erkannt wurde.

Eine Minute Aufladen soll für drei Stunden Präsentieren ausreichen.
Vergrößern Eine Minute Aufladen soll für drei Stunden Präsentieren ausreichen.

Spotlight verbindet sich via Bluetooth oder mittels des mitgelieferten Empfängers drahtlos mit der Software auf dem Präsentations-Mac. Das gelingt uns im Test zwar nicht immer sofort, aber stets zufrieden stellend. Zur Kopplung könnte man die Fernbedienung aber auch mit dem mitgelieferten USB-Kabel mit dem Rechner verbinden. So holt sich der Akku auch seine Energie, eine Minute an der Ladebuchse soll für bis zu drei Stunden Präsentation ausreichen. Voll geladen hält er laut Hersteller drei Monate. Die Spotlight selbst hat übrigens eine USB-C-Buchse, das mitgelieferte Kabel (Typ C auf Typ A) hat uns an unserem Macbook also nicht geholfen, aber wir hatten ja noch das Ladekabel des Mac griffbereit.

Große Reichweite - wenn der Empfänger mitspielt

Etwas ärgerlich wird es aber dann, als wir den Empfänger auspacken, der am unteren Ende der Spotlight steckt. Dieser soll Entfernungen von bis zu 100 Fuß (etwas über 30 Meter) zwischen Rechner und Fernbedienung erlauben, etwa die dreifache Bluetoothreichweite. Spotlight lässt sich somit auch in großen Räumen und Hallen von durch die Gegend spazierenden Vortragenden nutzen. Der Empfänger ist jedoch ein einfacher USB-A-Stick, da wir gerade keinen Adapter zur Hand haben, stecken wir ihn an unserem iMac ein, der dann meckert, er würde die soeben angeschlossene Tastatur nicht richtig erkennen.

Die mitgelieferte Software konfiguriert die Fernbedienung und vermittelt zwischen ihr und dem Präsentationsprogramm.
Vergrößern Die mitgelieferte Software konfiguriert die Fernbedienung und vermittelt zwischen ihr und dem Präsentationsprogramm.

Wie erwähnt lag uns zum Zeitpunkt des Tests noch die Beta-Version der Steuersoftware vor, die abgesehen von diesen Kleinigkeiten uns aber durchaus zu überzeugen weiß. Das  fängt bei der Animation an, mit der sie erklärt, man solle die Spotlight doch mindestens eine Minute eingesteckt lassen und hört bei den Konfigurationsmöglichkeiten nicht auf. Denn auch der "Zurück"-Taste kann man noch zusätzliche Funktionen geben, die bei einem langen Druck greifen. Das schnelle Zurückspulen erscheint uns dabei genau so sinnvoll wie die Möglichkeit des Scrollens. Wollen wir bei einem der drei möglichen Zeiger bleiben, können wir in der Software auch die beiden anderen deaktivieren und vor alle ein nützliches Feature für alle Präsentationen mit Zeitlimit einstellen: Nach einer bestimmten Zeit oder fünf Minuten vor dem geplanten Ende eines gezeiteten Vortrags meldet sich die Fernbedienung mit einem Vibrationsalarm. Den lässt sie auch bei niedrigem Akkustand spüren. Aber wer im Ernst vor hat, länger als drei Stunden zu präsentieren, hat noch nie eine Keynote von Steve Jobs gesehen. Denn ein guter Vortrag findet sein Ende, lang bevor das Publikum es herbei sehnt.

Fazit

Wer ein oder zweimal im Jahr eine Präsentation vorführt, dem sollten herkömmliche Fernbedienungen oder die App Keynote Remote völlig ausreichen. Wer aber öfter vor Publikum spricht, findet in der Logitech Spotlight ein schickes und intuitiv zu bedienendes Zubehör, das man bald nicht mehr missen möchte. Die Spotlight kostet 130 Euro, das klingt nur auf den ersten Blick teuer. Zu haben ist die Spotlight in gold, silber und dunkelgrau - die Farbpalette kommt uns bekannt vor. Die silberne Variante ist jedoch exklusiv im Apple Store zu bekommen, die beiden anderen Farben bekommt man direkt beim Hersteller und im Fachhandel.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2249066