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Mac als Backup-Server: Time-Machine-Backups per Wi-Fi

08.05.2018 | 16:03 Uhr | Stephan Wiesend

Seit macOS High Sierra gibt es eine Möglichkeit, eine externe Festplatte als Backup-Medium für mehrere Macs im Netzwerk einzurichten.

Time Machine-Backups sind äußerst wichtig, besitzt man mehrere Macs, wird das Jonglieren mit externen Festplatten schnell lästig. Eigentlich ist ja als Backup-Ziel eine USB- oder Thunderbolt-Festplatte vorgesehen, es gibt aber Alternativen. Die einfachste Lösung war bisher die Time Capsule. Zusammen mit seinen Airport-Routern hat Apple leider auch diesen nützlichen Netzwerkspeicher eingestellt. Drahtlose Time-Machine-Backups mehrerer Macs waren man damit sehr komfortabel möglich. Nun muss man sich anders behelfen. Glücklicherweise bietet High Sierra erstmals einen integrierten Backup-Server, der den Mac auf Wunsch zum Time-Machine-Server macht. Bisher war diese Funktion ausschließlich der Server-Version von macOS vorbehalten, Apple hat sie aber in der aktuellen Version gestrichen.

Genug Speicherplatz vorausgesetzt kann man so beispielsweise seinen Hauptrechner zum Time-Machine-Server machen, der dann für das Macbook der Tochter oder dem Mac Mini des Gatten zum Backup-Server wird. Die Funktion für die Aktivierung ist aber etwas versteckt:

1. Zu Beginn müssen Sie einen Ordner für Time Machine Backup freigeben. Gehen Sie dazu zur Systemeinstellung „Sharing“ und wählen die Option „Dateifreigabe“. Diese muss aktiv sein. Mit Hilfe des Plus-Symbols unter „Geteilte Ordner“ können Sie nun einen Ordner auf dem Rechner freigeben.

High Sierra bietet einen eigenen Time Machine Server
Vergrößern High Sierra bietet einen eigenen Time Machine Server

2. Man kann auch eine externe Festplatte als Ordner freigeben – sogar eine externe Festplatte, die Sie bereits für die Time-Machine-Backups ihres Macs verwenden. Hier heißt die Festplatte „Hitachi_Mini“.

Externe Festplatten werden ebenfalls unterstützt
Vergrößern Externe Festplatten werden ebenfalls unterstützt

3. Klicken Sie nun mit der rechten Maustasten auf den Ordner „Hitachi_Mini“. Im Kontextmenü wählen Sie nun die Option „Erweiterte Optionen“

Das Kontextmenü ist etwas versteckt.
Vergrößern Das Kontextmenü ist etwas versteckt.

4. Sie sehen ein Untermenü mit der Option „Als Ziel eines Time-Machine-Backups teilen“. Aktivieren Sie das Häkchen vor dem Eintrag. Tipp: Handelt es sich um die interne Festplatte Ihres Macs, sollten Sie auch die Größe der Backups begrenzen.

Per Häkchen aktiviert man den Time Machine Server
Vergrößern Per Häkchen aktiviert man den Time Machine Server

5. Auf dem zu sichernden Mac erscheinen alle freigegebene Ordner in der Auswahlliste. Sie müssen ihren Zielornder auswählen und einmalig ein Kennwort eingeben. Achtung: Ein erstes Backup per WLAN kann schon mal einen halben Tag dauern.

Der freigegebene Ordner kann per Systemeinstellung ausgewählt werden.
Vergrößern Der freigegebene Ordner kann per Systemeinstellung ausgewählt werden.

Zusätzliche Tipps und Informationen:

– Unterstützt werden als Backup-Server nur Macs mit macOS High Sierra und als Clients Macs mit Sierra oder High Sierra. Ältere Macs können den Server leider nicht nutzen, ebensowenig iOS-Geräte. Diese können aber natürlich drahtlos Backups auf einen der Macs erstellen.

– Unter Systemeinstellungen „Energie sparen“ können Sie bei neueren Macs „Power Nap“ aktivieren. Dann sind für den entfernten Mac weiterhin Time Machine Backups möglich – zumindest in unserem Test funktionierte dies relativ problemlos.

- Sollen Time-Machine-Backup bei einem Macbook auch im Akku-Betrieb erfolgen, muss man dies in der Systemeinstellung Time Machine unter "Optionen" eigens aktivieren.

– Mit dem Apples macOS Server ist High Sierra nicht kompatibel. Man kann also einen alten Mac mit macOS-Server nicht als Backupziel für aktuelle Macs nutzen.

– Verwendet der Mac eine Festplatte mit dem Dateiformat APFS, wird die Freigabe über das Netzprotokoll SMB bereitgestellt. Das alte Apple-Protokoll AFS kann man nur mit Festplatten im Format HFS+ nutzen.

– Läuft gerade ein Backup, kann der Mac nicht in den Ruhezustand versetzt werden. Die Netzverbindung hält ihn aktiv.

– Auf dem Backup-Mac landet das Backup in Form einer wachsenden Sparse-Image-Datei. Im Unterschied zu einem lokalen Backup hat man keinen Zugriff auf die Einzeldateien.

– Ein Nachteil: Ein oder mehrere umfangreiches Backup können natürlich auch ein Heimnetz ausbremsen, was etwa beim Netflix-Abend stören kann.

– Die Funktion Time Machine Server ist in der aktuellen Version von macOS Server nach einer Neuinstallation ausgeblendet, sie ist nur weiter nutzbar, wenn man den Server vor dem Update aktiviert hatte.

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