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Mac-Geschichte: Flower-Power-iMac vor 17 Jahren vorgestellt

22.02.2018 | 09:40 Uhr |

Apple hat ein Gespür für Design, das war schon immer so. Steve Jobs hat sich bei seinen Gestaltungswünschen für Apples Geräte bei Dieter Rams inspirieren lassen, heute trägt der Gestaltungswille bei Apple den Namen Jonathan Ive.

Man muss sagen, auch der Homepod ist Apples Chef-Designer Jonathan Ive wieder gut gelungen, wobei die Zylinderform ja nicht viel Spielraum ließ. Das Weiß macht sich ausnehmend gut im Musikregal, eine Remineszenz an die Industriedesigns von Rams und Ive selbst – der iPod lässt grüßen. Wir fürchten zwar, das Stoffgitter könnte verschmutzen und zwar schneller als die der schwarzen Variante – aber vielleicht finden sich ja Ideen für eine sanfte Reinigung. Sonst müssen wir akzeptieren, wenn der Lautsprecher allmählich Patina ansetzt, das geht High-End-Boxen ja auch so oder unseren Gitarren, die wir oft und intensiv spielen. Der Homepod muss ins Wohnzimmer und nicht ins Museum. Vielleicht landet er da ja eines Tages.

Der iMac ist längst dort angekommen, vor allem seine erste Fassung, die im Farbton Bondi Blue. Die edle weiße Schneekönigin iMac G4 mag zwar hübscher sein, das Original hatte aber den größeren Einfluss auf das Industriedesign rund um die Jahrtausendwende. Plötzlich musste alles Plastik halbdurchlässig und bunt sein: transluzent eben. Was macht ein auf derart plumpe Weise kopiertes Unternehmen mit seinem unverwechselbaren Design? Richtig, es erfindet es neu. Das war dann eben die auf das iPod-Weiß reduzierte Schneekönigin.

Aber bevor Jony Ive mit deren Gestaltung durch war – Steve Jobs hatte ja noch etliche Sonderwünsche – musste Apple einen kleinen Umweg nehmen. Der iMac G3 war in die Jahre gekommen, noch bevor der Ruf nach einem TFT-Display laut wurde, musste Apple auf die Nachfrage nach einem CD-Brenner reagieren. Erste Macs – Powerbook G4 Titan und Power Macs – hatte Apple erst im Januar 2001 gezeigt – nun sollte also auch der iMac CDs nicht nur lesen, sondern auch schreiben können.

Der Nachfolger war aber noch nicht fertig, also musste ein Zwischengerät her, mit dem gleichen CRT-Monitor und dem knuddeligen Formfaktor. Nur hatte der iMac 2001, den Steve Jobs am 22. Februar 2001 auf der Macworld Expo in Tokio zeigte, eben eine andere Farbe. Eine ganz andere, oder eher deren zwei. Und nicht nur humoristisch fragten sich Beobachter, was denn der Chefdesigner im Hippie-Staat Kalifornien so alles geraucht hat.

Die Unterstellung lag nahe, dass der Brite an den Knospen der Cannabis Indica genascht habe, schließlich hieß die eine "Farb"-Variante der neuen iMacs "Flower Power". Wie man aber später erfuhr, war Ive mutmaßlich mit vielen anderen und wichtigeren Dingen beschäftigt, weswegen er nicht so viel Zeit und Aufwand in die Gestaltung der iMacs stecken konnte. Fairerweise muss man auch sagen, dass den Flower-Power-Mac kein einziges Cannabis-Blatt zierte, dafür eine Vielzahl anderer stilisierter Blätter, Blüten und anderer Pflanzenteile.

Die andere Farbe war beinahe noch schlimmer: Blaue Punkte auf weißem Grund. Apple nannte das "Dalmatian Blue", der iMac sollte gewissermaßen zum 102ten Dalmatiner werden. Ein paar Wochen später hatten wir anlässlich des 1. April gescherzt, man habe ein Verfahren gefunden, bei dem man die Farbe der Punkte ändern könne, wenn man das Gehäuse leichter Hitze aussetze. Aber auch eine größere Farbvielfalt hätte die Verkaufszahlen des iMac im Jahr 2001 nicht mehr retten können, schon drei Jahre nach seinem Start schien der All-in-one an seinem Ende angelangt. Aber dann kam der flache iMac, ganz in weiß – und ohne Blumenstrauß.

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