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Mac mit 128 GB? Zehn Tipps für das Auslagern von Daten

04.12.2018 | 08:33 Uhr |

Hat man ein Macbook Air oder einen Mac mini mit 128 GB gekauft, steht man vor einem Problem: Wohin all den Daten?

Noch immer nimmt Apple für Speicherplatz eine Extra-Gebühr: So ist auch bei einem Macbook Air und dem neuen Mac Mini der Preis für Speicherplatz fast schon unanständig: Kommt man mit 128 GB nicht aus, sind ja auch 256 und 512 GB nur eine Notlösung. Für die 1024-GB-Version werden aber gleich 960 Euro Aufpreis fällig  – da kann man sich ja gleich einen iMac kaufen! Beim Macbook Air hat man ja sogar bei hohem Speicherbedarf nur die Wahl zwischen 512 (für 500 Euro zusätzlich) und 1,5 TB Speicher für 1500 Euro.  Da aber die neuen Modelle mit einem schnellen Thunderbolt-3-Port ausgestattet sind, liegt die Idee nahe, seine Daten einfach auf eine externe SSD auszulagern. Dabei helfen Ihnen unsere Tipps

Nur 128 GB: Lohnt Apples Aufräum-Tool?

Für einen Desktop-Rechner sind 128 GB viel zu wenig: Nutzt man nur Büroprogramme und Safari, kommt man mit 128 GB Speicher aus, schon mit einer größeren Musiksammlung oder einigen tausend Familienfotos wird es knapp. Apple hat aber ein eigenes Aufräum-Tool vorinstalliert, das beim Aufräumen der Daten hilft.

Um es aufzurufen geben Sie einfach in Spotlight „Speicherverwaltung“ ein und öffnen Sie das aufgelistete Programm. Einen Versuch ist das Tool immer wert, Wunder sollten Sie nicht erwarten. Sie erhalten aber in jedem Fall einen guten Überblick, wo sich die Platzfresser auf ihrer Festplatte verstecken.

Etwas genauer haben wir die Speicherverwaltung bei Macs in diesem Artikel beschrieben: " So kommen Sie mit 128 GB Speicher beim Macbook Air zurecht ".

Auslagern mit iCloud – Stärken und Schwächen des Konzepts

Auf einen Tipp von Apples Aufräum-Tool sollte man  näher eingehen: Man kann nämlich alle Fotos, Dokumente und Nachrichten auf Wunsch in iCloud speichern. Das spart Unmengen an Platz, da auch automatisch große alte Dokumente auf Apple Server hochgeladen werden. iCloud wird so zum automatisch gepflegten Archiv. Ein hochgeladenes Dokument bleibt als Platzhalter auf der Festplatte.

Diese Lösung eignet sich aber nicht für jeden und für die meisten deutschen Anwender bleibt wohl weiterhin ein externes Laufwerk die sinnvollere Option:

In der Praxis funktioniert die Datei-Verwaltung zuverlässig, allerdings erfolgt diese nur bei Anwendern mit äußerst schneller Internetanbindung mit akzeptabler Verzögerung. Bei Office-Dateien und auch Audiodateien sind die nötigen Up- und Download kein Problem, selbst über VDSL sind aber größere Foto-Dateien oder PDFs erst mit lästiger Verzögerung verfügbar – und längst nicht überall in Deutschland gibt es schnelles Internet.

Daten auslagern: Komplett oder teilweise?

Hat man sich für die Auslagerung auf ein externes Speichermedium entschieden, stehen zwei Alternativen zu Wahl:

- Man kann das komplette System auf das Medium klonen und von diesem externen Speicher booten – mit dem Tool Carbon Copy Cloner oder Super Duper ist dieses "Klonen" kein Problem. Man verzichtet aber auf die wertvolle interne Festplatte des Macs und an das externe Medium werden hohe Anforderungen gesetzt. Bei einer schnellen SSD wird da schnell Überhitzung zu einem Problem und als Systemvolume wird es stark beansprucht. Vor allem für Macbook-Besitzer von vornherein keine sinnvolle Lösung, aber für Mac Mini-Besitzer eine interessante Option.

- Man lagert nur einzelne Daten aus. Hier bieten sich vor allem die Bibliotheken mit Fotos und Videos und die iTunes-Ordner an. Der große Vorteil: Auch ohne angeschlossenes Speichermedium ist der Rechner noch nutzbar, weshalb dieses Lösung auch für den Macbook-Air-Nutzer interessant ist. Das externe Speichermedium wird weniger stark belastet und die schnelle interne SSD kann zusätzlich genutzt werden. Dank SSD-Preisverfall sind kleine externe SSDs mit 500 GB ja für knapp über 100 Euro zu haben.

Musik und Fotos auslagern

Bei den meisten Anwendern sind wohl die Foto-Bibliothek und der iTunes-Ordner die größten Platzfresser. Besonders einfach funktioniert das Auslagern bei der Fotos-Bibliothek: Man muss sie nur auf das externe Volume kopieren und mit einem Doppelklick öffnen. Automatisch startet Fotos dann mit der externen Bibliothek als Vorauswahl. Über die Voreinstellungen kann man sie zusätzlich als Systemfotomediathek auswählen (Fotos –> Einstellungen –> Allgemein –> Als Systemfotomediathek verwenden).

Fotos kann man gut auf eine externe SSD auslagern.
Vergrößern Fotos kann man gut auf eine externe SSD auslagern.

Auch die iTunes-Sammlung kann problemlos auf ein externes Volume kopiert werden. Dazu kopiert man einfach den Ordner „iTunes“ aus dem Benutzerordner Musik auf das externe Medium. Um die extern gelagerte Mediathek nun auszuwählen, öffnet man nun iTunes mit gedrückter Wahltaste. iTunes zeigt ein kleines Sonderfenster, über das Sie die Mediathekt auswählen können.

Dieses Menü sieht man nach einem Programmstart mit gedrückter Wahltaste.
Vergrößern Dieses Menü sieht man nach einem Programmstart mit gedrückter Wahltaste.

Bootcamp: Windows virtualisieren und auslagern

Ein Problem beim Auslagern von Dateien ist oft eine Bootcamp-Partition. Hier empfehlen wir die Virtualisierung des Systems, etwa mit Parallels Desktop oder VMware Fusion. Beide Programme bieten eigene Funktionen für das komfortable Umwandeln eines Bootcamp-Systems in ein virtuelles System. Der große Vorteil: Das virtuelle Windows  kann unkompliziert auf eine externe SSD ausgelagert werden und startet von diesem externen Volume schnell und problemlos.

Externe Laufwerke mit Time Machine sichern

Hat man Daten auf ein externes Laufwerk ausgelagert, ist ein regelmäßiges Backup dieser Daten unerlässlich. Was viele nicht wissen: Time Machine kann auch diese Daten sichern. Aktivieren kann man dies über die Systemeinstellung von Time Machine, unter „Optionen“. Der Hintergrund: Externe Laufwerke sind automatisch von dem Backup ausgeschlossen und werden unter „Folgende Objekte nicht sichern“ ausgeschlossen. Man muss Sie nun einfach nur mit dem Minus-Button aus der Liste entfernen. Sie werden dann automatisch in die Datensicherung aufgenommen – falls genug Speicherplatz vorhanden ist.

Mit der Minus-Taste kann man ein externes Laufwerk aus der Liste der Ausnahmen entfernen.
Vergrößern Mit der Minus-Taste kann man ein externes Laufwerk aus der Liste der Ausnahmen entfernen.

Welches externe Laufwerk sollte man wählen?

Unsere Empfehlung: Wählen sie trotz regelmäßiger Time-Machine-Backups eine externe SSD eines renommierten Markenherstellers mit USB-C-Schnittstelle. Nicht ohne Grund greifen fast alle Anwender zu einer bewährten Lösung wie der T5 von Samsung oder einer externen SSD von Lacie, WD oder Sandisk. Man kann zwar Geld sparen, wenn man eine interne SSD kauft und in ein externes Gehäuse steckt. Nach unserer Erfahrung haben aber gerade günstige externe Gehäuse oft Qualitätsprobleme und durch die riesige Anzahl der Angebote gibt es kaum Nutzererfahrungen, die einen warnen könnten. Unser Kauftipp: Als besonders problemlos hat sich die T5 von Samsung bewährt, die laut unseren Tests auch eine gute Performance bietet und sich wenig erwärmt.

Hat man einen Mac mit Thunderbolt-Anschluss, liegt natürlich der Wunsch nahe, ein externes Thunderbolt-Laufwerk anzuschließen. Aktuell sind externe SSD mit Thunderbolt-3-Schnittstelle sehr teuer. Die von uns empfohlene Samsung X5 bietet für einen Straßenpreis von 350 Euro eine Kapazität von 500 GB, das ist etwa das Dreifache einer USB-C-Variante. Interessant sind die Thunderbolt-Laufwerke aber für Aufgaben wie Videoschnitt oder Grafikanwendungen – und natürlich den schnellen Austausch großer Datenmengen. Die Vorteile bei Standardanwendungen sind aber gering.

Die X5 von Samsung bietet erstklassige Performance
Vergrößern Die X5 von Samsung bietet erstklassige Performance
© Samsung

Für Profis kommt statt einer externen SSD auch ein NAS in Frage, allerdings benötigt man für optimale Performance dann ein sehr schnelles Netz. Ein weiteres Problem bei NAS ist die oft komplizierte Bedienung, Fehler des Linux-Systems und Abhängigkeit von regelmäßigen Updates des Herstellers. Als „Familienserver“ ist deshalb ein alter Zweit-Mac oft eher zu empfehlen – etwa als Time-Machine-Server oder Medienserver.

Alten Mac als Time-Machine-Server nutzen

Ab High Sierra kann jeder Mac auch als Time-Machine-Server für alle Mac dienen – etwa ein alter Mac Mini mit Fusion Drive oder großer USB-Festplatte. Die Funktion ist aber etwas versteckt. Als ersten Schritt muss man unter der Systemeinstellung „Freigaben“ die Option „Dateifreigabe“ aktivieren. Der eigentlich Trick: In der Liste „Geteilte Ordner“ klickt man nun mit der rechten Maustaste auf einen der freigegebenen Ordner und ruft ein Kontextmenü auf. Hier findet sich die Option „Erweiterte Optionen“ mit der Aktivierungsmöglichkeit. Eine ausführliche Anleitung finden Sie hier .

Das Kontextmenü ist etwas versteckt.
Vergrößern Das Kontextmenü ist etwas versteckt.

Für Profis: Nutzerordner auslagern

Für das Auslagern der Nutzerdaten gibt es auch eine Art „Nerd-Variante: Ein erfahrener Anwender kann statt einzelner Ordner oder Bibliotheken den kompletten Benutzerordner auf ein externes Medium auslagern. Diese Option steht über die Systemeinstellung "Benutzer und Gruppe" zur Verfügung, man klickt hier mit Rechtsklick auf den auszulagernden Benutzer und wählt im Kontextmenü  „Erweiterte Optionen“. Nun kann man als Ort für den Benutzerordner eine externe SSD auswählen. 

Man kann auch einen kompletten Benutzerordner auf ein externes Volume auslagern.
Vergrößern Man kann auch einen kompletten Benutzerordner auf ein externes Volume auslagern.

Die Lösung klingt elegant, wir empfehlen diese Variante aber nur eingeschränkt. Sie kann etwa bei Systemupdates für Probleme sorgen und ohne angeschlossene SSD hat man keinen Zugriff auf seine Daten.

Große Platzprobleme können Programme wie Logic aber auch Steam verursachen, da sie im Library-Ordner schnell mal 50 bis 200 GB belegen. Bei den meisten Programmen ist dies über eine Voreinstellung lösbar, so kann man bei Steam problemlos ein externes Laufwerk als Ziel wählen. Fehlt diese Option, etwa bei Logic Pro, kann man zu einem so genannten Symlink greifen: Auf der internen Festplatte bleibt dabei nur ein Verweis zu dem Library-Ordner, das eigentliche Verzeichnis kann aber auf die externe Festplatte ausgelagert werden. Eine Anleitung finden Sie hier .

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