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Macbook Pro: RAIDs für USB-C und Thunderbolt 3

20.02.2018 | 16:05 Uhr |

Macbook und Macbook Pro bieten nur eine respektive vier Buchsen des Formats USB-C. Neues Zubehör im Überblick.

Selbst wenn man auf Wunsch bei Apple immer größeren Speicher in seinem Rechner haben kann, haben externe Laufwerke nicht ausgedient. Ob für große Bilddatenbestände, Backups oder als alternative Bootlaufwerke. Die Aufgaben sind vielfältig.

In unserem vierten Teil mit USB-C- und Thunderbolt-3-Zubehör geht es diesmal um RAIDs für das Macbook Pro. Wir haben uns aus dem immer größer werdenden Angebot zu verschiedenen Kategorien exemplarisch ein paar Lösungen ausgesucht.

Bleibt man zu Hause an seinem Schreibtisch, benötigt man vielleicht eher eine große Festplatte für ein Backup oder ein schnelles SSD-Laufwerk als Arbeitslaufwerk für Bildbestände und Bildbearbeitung. Hier bieten sich Gehäuse für zwei oder mehr Laufwerk an, die es sowohl für 3,5-Zoll-Festplatten, als auch 2,5-Zoll-Festplatten und SSDs gibt. Verbunden zu einem RAID, lassen sich so höhere Geschwindigkeiten oder eine Redundanz der Daten erreichen, je nach gewünschtem Einsatzzweck.

Durch die große Geschwindigkeit von USB-C und Thunderbolt 3 ist es somit unerheblich, ob das Laufwerk im Rechner direkt am Mainboard angeschlossen ist oder extern in einem Gehäuse – ein großer Vorteil der neuen Technik.

RAID-Gehäuse: Schneller oder sicherer Speicher

Eine beliebte Gruppe an Laufwerksgehäusen für professionelle Anwender im stationären Bereich sind Gehäuse mit Platz für zwei oder mehr Laufwerke. In der Regel lassen sich mehrere Platten zu einem RAID, also einem Laufwerksverbund, zusammenschalten. Entweder über das Festplattendienstprogramm oder einem eigenen RAID-Kontroller.

RAID-Gehäuse für 2,5-Zoll-Laufwerke. In groß für vier oder in klein für zwei Laufwerke. Für jeden Geschmack gibt es etwas Passendes.
Vergrößern RAID-Gehäuse für 2,5-Zoll-Laufwerke. In groß für vier oder in klein für zwei Laufwerke. Für jeden Geschmack gibt es etwas Passendes.
© Thomas Bergbold

Der Begriff RAID steht für: "Redundant Array of Independent Disks“, also die „Redundante Anordnung unabhängiger Laufwerke“. Fügt man mehrere Laufwerke zu einem RAID zusammen, bekommt man entweder mehr Sicherheit vor einem Laufwerksausfall oder erhöht die Geschwindigkeit beim Schreiben und Lesen. Es gibt unterschiedliche Arten von RAIDs, vier wesentliche stellen wir im Kasten vor.

RAID0, RAID1, JBOD

1. RAID 0

Beim RAID 0 werden Laufwerke im Wechsel angesprochen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Hierbei werden die Daten in Blöcke aufgeteilt und abwechselnd auf jede der Laufwerke geschrieben. Da hierbei keine Redundanz gegeben ist, also keine doppelte Ablage von Daten, bietet diese Lösung keine Ausfallsicherheit. Fällt ein Laufwerk aus, sind auch die Daten von dem zweiten Laufwerk nicht mehr lesbar. RAID 0 nennt man daher auch Striping, beziehungsweise ein Verteiltes RAID-System . Ein Backupsystem, das gerne auch ein RAID 0 sein kann, ist also unerlässlich. Im iMac Pro stecken übrigens zwei zwei SSDs, die zu einem RAID0 zusammen geschlossen sind. Aber wer einen iMac Pro kauft, weiß auch bestimmt, welchen Zweck Time Machine hat …

2. RAID 1

Bei RAID 1 werden die Daten auf die Laufwerke parallel gespeichert und sind somit beim Einsatz von zwei Laufwerken, zweimal vorhanden. Fällt ein Laufwerk aus, sind davon die Daten auf dem funktionsfähigen Laufwerk nicht berührt. Nach Austausch des defekten Laufwerks sorgt die Hardware des RAID-Gehäuses für die Übertragung auf das neue Laufwerk. Somit ist Redundanz gegeben und die maximal mögliche Sicherheit vor dem Laufwerkausfall bei einem Verbund. RAID 1 nennt man daher auch Mirroring - Spiegelung, beziehungsweise ein Gespiegeltes RAID-System . Die Geschwindigkeit ist nicht höher, aber die Ausfallsicherheit. Dennoch kann man auch hier nicht auf ein Backup verzichten - kann ja auch ein RAID1 sein. Schließt man insgesamt vier Festplatten zu einem RAID zusammen, je zwei zu einem RAID0 für höheres Tempo und die Paare zu einem RAID1 für höhere Datensicherheit, spricht man auch von einem RAID10 (eins-null und nicht zehn), eine Variante davon ist das RAID5, das auch mindestens vier Disks benötigt.

3. JBOD/SPAN

Neben den RAID-Level für Geschwindigkeit und Redundanz hat sich auch die Verbindung mehrerer Festplatten zu einem größeren logischen Laufwerk etabliert. Hierbei ergibt sich die Größe des Laufwerks aus der Summe der Einzellaufwerke. Es handelt sich bei JBOD (Just a Bunch Of Disks) und SPAN nicht um ein RAID im eigentlichen Sinne, also weder Sicherheit noch Geschwindigkeit, sondern um einen Festplattenverbund. Bei einem Defekt einer der Festplatten gehen aber auch nur diese Daten verloren. Dank immer größerer Festplatten und günstigeren Preisen verliert dieser Typ im Heimbereich an Bedeutung, außer bei 2,5“-Festplatten, da diese noch nicht größer als 2TB gibt.

Raid-Gehäuse zum selbst bestücken

Wir haben uns insgesamt vier RAID-Gehäuse angesehen, die man selbst mit Laufwerken bestücken kann. Für 3,5-Zoll-Festplatten die Icy Box IB-RD3662-C31 von Raidsonic und für 2,5 Zoll Laufwerke das Akitio Thunder3 Quad Mini , die Raidsonic Icy Box IB-RD2253-U31 und von StarTech das S252BU313R .

Das Akitio kann vier Laufwerke mit einer maximalen Höhe von 15 Millimetern in seinem Metallgehäuse aufnehmen. Für die einfachere Montage liefert Akitio Schlitten mit. Ähnlich auch das StarTech, auch hier bekommt der Kunde Schlitten für die Laufwerke, die maximal neun Millimeter hoch sein dürfen. Um an die Laufwerke zu kommen, wird beim Akitio an der Vorderseite eine Klappe geöffnet und beim StarTech die Frontabdeckung mit einem mitgelieferten Inbusschlüssel entfernt.

Das Thunder3 Quad Mini ist ein sehr kompaktes Gehäuse für maximal vier 2,5 Zoll Laufwerke. Die Laufwerke werden sehr einfach über die mitgelieferten Schlitten montieren.
Vergrößern Das Thunder3 Quad Mini ist ein sehr kompaktes Gehäuse für maximal vier 2,5 Zoll Laufwerke. Die Laufwerke werden sehr einfach über die mitgelieferten Schlitten montieren.
© Thomas Bergbold

Das sehr viel kleinere Gehäuse der Icy Box IB-RD2253-U31 verzichtet auf Schlitten, hier werden die Laufwerke mit dem Gehäuse verschraubt. Da man sehr gut an die Laufwerksplätze kommt, ist das sehr einfach. Das passende Werkzeug zum Öffnen des Gehäuses liefert Raidsonic mit. Akitio und StarTech hingegen verzichten auf Werkzeug.

Die Ausstattung des Thunder3 Quad Mini mit zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse und einen Displayport kann überzeugen. Nicht zu verachten ist der Schalter um den Lüfter zu deaktivieren.
Vergrößern Die Ausstattung des Thunder3 Quad Mini mit zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse und einen Displayport kann überzeugen. Nicht zu verachten ist der Schalter um den Lüfter zu deaktivieren.
© Thomas Bergbold

Damit der Kunde es mit der Montage und der Konfiguration einfach hat, liefern alle Hersteller eine Anleitung mit. Die von Raidsonic hat hierbei die Nase vorn, aber auch die von Akitio geht in Ordnung. Die StarTech könnte etwas ausführlicher sein. Die Montage gestaltet sich aber trotzdem recht einfach. Während das Raidsonic auf einen Lüfter verzichtet, verfügen die Gehäuse von Akitio und StarTech über abschaltbare Lüfter. Beim lauteren Lüfter des Akitio kann das durchaus mal nötig sein, der StarTech-Lüfter lässt sich sogar in drei Stufen manuell regeln. Bei den Schnittstellen setzt Akitio auf Thunderbolt 3, Raidsonic und StarTech auf USB 3.1.

 

Die Icy Box IB-RD2253-U31 ist ein Preisbrecher unter den RAID-Gehäusen. Klasse, dass dies nicht auf Kosten der Leistung und Verarbeitung geht.
Vergrößern Die Icy Box IB-RD2253-U31 ist ein Preisbrecher unter den RAID-Gehäusen. Klasse, dass dies nicht auf Kosten der Leistung und Verarbeitung geht.
© Thomas Bergbold

Das Raidsonic und das StarTech besitzt einen eingebauten RAID-Kontroller mit vier Modi. Neben einem Einzellaufwerk-Modus sind das RAID 0, RAID 1 und Span. Span beziehungsweise Large ist das Zusammenschalten beider Laufwerke zu einem gemeinsamen größeren Laufwerk – also JBOD. Das Akitio verzichtet auf einen eingebauten RAID-Kontroller und setzt auf das Software-RAID von macOS.

Zunächst messen wir die  Einzellaufwerke, als Messlaufwerk nutzen wir wie immer eine Crucial SSD M550. Hier gibt es wenig Überraschendes, die Werte entsprechen etwa denen der USB-C-Gehäusen für Einzellaufwerke. Beim Akitio messen wir mit 458 MB/s beim Schreiben etwas höhere Werte als beim Raidsonic und dem StarTech mit rund 447MB/s. Beim Lesen herrscht mit rund 508 MB/s Einigkeit.

So richtig flott wird es dann mit RAID 0. Hier spielen die Hardware-RAID-Kontroller im Raidsonic und StarTech ihre Vorteile aus und stellen mit rund 775 MB/s beim Schreiben, deutlich vor das Software-RAID des Akitito mit 629 MB/s. Beim Lesen nähern sie sich an, der Akitio kommt hier auf 707 MB/s und die Gehäuse von Raindsonic und StarTech auf rund 774 MB/s.

Da der Akitito Platz für vier Laufwerke hat, kann man hier auch ein RAID 0 mit vier Laufwerken aufbauen. Jetzt kommen wir mit den Datenraten über 1000 MB/s, genauer gesagt 1040 MB/s Schreiben und 1120 MB/s Lesen. Tolle Werte.

Der kleinen Icy Box IB-RD2253-U31 sieht man auf den ersten Blick gar nicht an, dass sie ein RAID-Gehäuse für zwei Laufwerke ist.
Vergrößern Der kleinen Icy Box IB-RD2253-U31 sieht man auf den ersten Blick gar nicht an, dass sie ein RAID-Gehäuse für zwei Laufwerke ist.
© Thomas Bergbold

Beim RAID 1 macht sich der Hardwarekontroller im Raidsonic und StarTech wieder positiv bemerkbar. Geht die Ausfallsicherheit eigentlich immer auf die Performance, so glänzen die Gehäuse mit nahezu den gleichen Werten wie mit nur einem Laufwerk. Der Akitio fällt mit einem Schreibwert von 338 MB/s wieder deutlich ab, dafür liegt der Lesewert mit 706 MB/s deutlich vorne.

Für die größeren 3,5-Zoll-Festplatten ist die Raidsonic Icy Box IB-RD3662-C31 gedacht. Das Metallgehäuse hat wie sein kleinerer Bruder einen Hardware-RAID-Kontroller und einen USB-C Anschluss. Die Besonderheit ist der schnelle Zugriff auf die Laufwerke über je eine Klappe an der Vorderseite. Bei den Datenraten mit unserer Cruzial SSD messen wir nahezu die gleichen Werte, wie auch bei der kleineren ICY Box IB-RD2253-U31. Möchte man in das IB-RD3662-C31 2,5 Zoll Laufwerke einbauen, liefert Raidsonic passende Rahmen IB-2538StS für 11,90 Euro das Stück.

Die Icy Box IB-RD2253-U31 kommt in der klassischen Bauweise daher. Ein stabiles Metallgehäuse beherbergt maximal zwei Laufwerke und der Zugriff erfolgt von Vorne über zwei Klappen. Ein Wechsel der Laufwerke ist dadurch einfach ohne Werkzeug möglich.
Vergrößern Die Icy Box IB-RD2253-U31 kommt in der klassischen Bauweise daher. Ein stabiles Metallgehäuse beherbergt maximal zwei Laufwerke und der Zugriff erfolgt von Vorne über zwei Klappen. Ein Wechsel der Laufwerke ist dadurch einfach ohne Werkzeug möglich.
© Thomas Bergbold

Datenraten von RAID Gehäusen

Einzellaufwerk

RAID 0 (2 LW)

RAID 0 (4 LW)

RAID 1 (2 LW)

RAID 1 (4 LW)

Anschluss/Gerät

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

Thunderbolt 3 Gehäuse mit Cruzial M550

Akitio Thunder3 Quad Mini

458

507

629

707

1040

1120

338

706

326

967

USB-C Gehäuse mit Cruzial M550

Raidsonic Icy Box IB-RD2253-U31

448

505

776

772

442

504

Raidsonic Icy Box IB-RD3662-C31

447

506

777

768

445

505

StarTech S252BU313R

447

508

775

774

445

509

USB-C Gehäuse mit Seagate Ironwolf Pro

Raidsonic Icy Box IB-RD3662-C31

217

229

435

438

214

228

Empfehlung: RAID-Gehäuse

Das Raidsonic überrascht mit einem eignen RAID-Kontroller und einem günstigen Preis. Das StarTech ist für ein RAID-Gehäuse mit Laufwerksschlitten recht günstig. Leider finden wir ein paar auffälligen Kleinigkeiten. Da fällt einem zuerst der wackelige Anschlussstecker am Laufwerksgehäuse auf. So etwas sollte bei einem Qualitätsprodukt nicht vorkommen. Dabei ist nicht nur störend, dass dieser wackelt, nein, er verschwindet auch nicht komplett in der Buchse am Gehäuse.

Wie auch beim kleinen Bruder, verfügt die Icy Box IB-RD3662-C31 über einen leistungsfähigen RAID-Kontroller. Im Lieferumfang befindet sich auch ein schnelles USB-C Kabel mit 1 Meter Länge.
Vergrößern Wie auch beim kleinen Bruder, verfügt die Icy Box IB-RD3662-C31 über einen leistungsfähigen RAID-Kontroller. Im Lieferumfang befindet sich auch ein schnelles USB-C Kabel mit 1 Meter Länge.
© Thomas Bergbold

Den letzten Kritikpunkt hat man als Tester schon lange nicht mehr erlebt: Ein Lüfter, der im Standby nicht ausgeht. Geht der Mac also in den Ruhezustand oder wird er ausgeschaltet, gilt das nicht für den Lüfter. Er säuselt einfach ungehindert weiter. Dafür ist es vorbildlich, dass er nicht nur in drei Stufen vom Anwender eingestellt, sondern auch ausgeschaltet werden kann. Nicht jedes Laufwerk wird so heiß, dass man es aktiv kühlen muss. Ausschalten lässt sich der Lüfter auch bei dem viel größeren Akitio. Dass beim Einsatz auf dem Schreibtisch auch die sehr leisen Exemplare unserer Testmuster stören können, konnten wir in unserem Test feststellen. Wobei der StarTech-Lüfter in einer niedrigen Stufe extrem leise ist.

Als Zubehör liefert Raidsonic zu seinem RAID Adapter für 2,5 Zoll Laufwerke.
Vergrößern Als Zubehör liefert Raidsonic zu seinem RAID Adapter für 2,5 Zoll Laufwerke.
© Thomas Bergbold

Im wichtigen Aspekt der Geschwindigkeit gibt es bei beiden Laufwerksgehäusen nichts zu meckern. Hier punktet vor allem der StarTech dank Hardwarekontroller mit erstklassigen Datenraten. Derart gute Ergebnisse kann auch unser günstigster Vertreter von Raidsonic für sich verbuchen. Zusammen mit dem lüfterlosen Design und der sehr guten Verarbeitung gibt es eigentlich keine Kritikpunkte, mittlerweile liegt auch ein USB-C-Kabel bei.

Auch das S252BU313R von Startech setzt auf eine einfache Laufwerksmontage mit Schlitten. Der Zugang erfolgt über die mit Schrauben montierte Frontplatte.
Vergrößern Auch das S252BU313R von Startech setzt auf eine einfache Laufwerksmontage mit Schlitten. Der Zugang erfolgt über die mit Schrauben montierte Frontplatte.
© Thomas Bergbold

Beim großen Bruder von Raidsonic für 3,5 Zoll Laufwerke findet man auch wenig zu meckern. Da wäre eigentlich nur der Lüfter, der ist immer präsent ist. Interessant ist aber, dass man den Lüfter sehr einfach demontieren kann, praktisch beim Einsatz mit kleinen 2,5-Zoll-Laufwerken.

Sehr praktisch am Startech ist der Schalter für den Lüfter und die guten Leistungsdaten verdankt das S252BU313R seinem RAID-Kontroller.
Vergrößern Sehr praktisch am Startech ist der Schalter für den Lüfter und die guten Leistungsdaten verdankt das S252BU313R seinem RAID-Kontroller.
© Thomas Bergbold

Raid-Gehäuse

Hersteller

Akitio

Raidsonic

Raidsonic

StarTech

Model

Thunder3 Quad Mini

Icy Box IB-RD2253-U31

Icy Box IB-RD3662-C31

S252BU313R

Anschluss

Thunderbolt 3

USB-C

USB-C

USB-C

Preis

399,-

40,-

90,-

100,-

Info

Mag.de

Raidsonic.de

Raidsonic.de

startech.com/de/

Preise auf Amazon.de

409,-

47,-

100,-

100,-

RAID-Gehäuse von der Stange

Fix und fertig konfiguriert kommen unsere nächsten Vertreter: Das G-RAID von G-Technology und von Lacie das Bolt3 sowie das 2big Dock . Allen gemeinsam ist sind zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse und hochwertige Aluminium Gehäuse.

Das elegante Aluminiumgehäuse des G-RAID ist eine Augenweide. Dank schneller 3,5 Zoll Festplatten, kann es mit überzeugenden Datenraten glänzen.
Vergrößern Das elegante Aluminiumgehäuse des G-RAID ist eine Augenweide. Dank schneller 3,5 Zoll Festplatten, kann es mit überzeugenden Datenraten glänzen.
© Thomas Bergbold

Im Innern gibt es aber Unterschiede. Das Bolt3 setzt auf zwei PCIe-Flashspeicher, um den Thunderbolt-3-Anschluss auszureizen. Daher gibt es das Bolt3 derzeit nur mit 2 TB. Das G-RAID und das 2big Dock beherbergen je zwei 3,5-Zoll-Festplatten mit 7.200-U/min der Enterprise-Klasse. Sehr schön, dass nicht nur G-Technology sondern auch Lacie die Festplatten als Wechselfestplatten auf einem Schlitten konstruiert hat. So kann man als Anwender diese auch selbst wechseln oder später aufrüsten. Der Zugriff ist dank einer Frontklappe Kinderleicht. Die zwei RAIDs gibt es in 8TB, 12TB, 16TB oder 20TB. Das G-RAID auch noch in 24TB.

Hinter der Frontklappe hat man einen sehr guten Zugriff auf die Festplattenschlitten des G-RAID.
Vergrößern Hinter der Frontklappe hat man einen sehr guten Zugriff auf die Festplattenschlitten des G-RAID.
© Thomas Bergbold

Die Hardware-RAIDs aller drei Laufwerke sind standardmäßig auf den schnellen Modus RAID 0 eingestellt. Da sie aber für Videoanwendungen ausgelegt sind, ist das auch logisch und sinnvoll. Wer möchte, kann beim 2big Dock per Software den Modus ändern.

Neben zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen, verfügt das G-RAID auch über einen USB-C und einen HDMI-Anschluss.
Vergrößern Neben zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen, verfügt das G-RAID auch über einen USB-C und einen HDMI-Anschluss.
© Thomas Bergbold

Wir messen sehr überzeugende Datenraten. Das G-RAID markiert mit 408 MB/s beim Schreiben und 402 MB/s beim Lesen den Anfang. Das 2big Dock liegt mit 417 MB/s beim Schreiben und 439 MB/s beim Lesen leicht darüber. Das sind für ein RAID 0 mit zwei Festplatten sehr ordentliche Werte. Weitaus höhere Werte messen wir erwartungsgemäß beim Bolt3. 1037MB/s beim Schreiben und 2172MB/s beim Lesen sind fantastische Werte.

Das Lacie 2big Dock kommt im typischen geradlinigen Design.
Vergrößern Das Lacie 2big Dock kommt im typischen geradlinigen Design.
© Thomas Bergbold

Datenraten von RAID Datenträgern

USB-C

Thunderbolt 3

Anschluss/Gerät

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

RAID 0 vorkonfiguriert

G-Technology G-RAID

378

372

408

402

LaCie Bolt3

979

1517

1037

2172

LaCie 2big Dock

371

397

417

439

In der Ausstattung gibt sich das Bolt3 spartanisch, zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse sind logischerweise für den Einsatzzweck optimal und ausreichend. Die Ausstattung den G-RAID und des 2big Dock gehen da schon mehr in Richtung universellem Hub. So sind neben einem USB-C Anschluss und zwei Thunderbolt-3-Anschlüssen auch Videoanschlüsse zu finden. Beim 2big Dock ist das ein DisplayPort- und beim G-RAID ein HDMI-Anschluss mit 4K/60Hz. Zusätzlich, und das wird Fotografen und Videofilmer freuen, findet man an der Vorderseite des 2big Dock zwei Speicherkartensteckplätze. Einmal für Compact Flash und einen für SDHC UHS-II Karten.

Den Namenszusatz Dock hat das 2big nicht ohne Grund. Perfekt für Fotografen und Videofilmer beherbergt es an der Front zwei Steckplätze für Speicherkarten. Sogar an einen USB 3.0 Anschluss hat Lacie gedacht.
Vergrößern Den Namenszusatz Dock hat das 2big nicht ohne Grund. Perfekt für Fotografen und Videofilmer beherbergt es an der Front zwei Steckplätze für Speicherkarten. Sogar an einen USB 3.0 Anschluss hat Lacie gedacht.
© Thomas Bergbold

Die Messwerte sind auch ordentlich: Toshiba Exceria Pro SDHC UHS-II 115 MB/s beim Schreiben und 228 MB/s beim Lesen und mit einer Lexar Professional 1000x CF 69 MB/s beim Schreiben und 132 MB/s beim Lesen. Das sind nicht ganz die Werte, die man mit einem sehr schnellen Speicherkartenleser erreicht, aber nah dran.

Sehr großzügig ist G-Technology bei den beigelegten Kabeln. Neben einem USB-3.0-Kabel, liegt auch ein Meter langes Thunderbolt-3-Kabel dabei. Bei den Mitbewerbern sind es nur 50 cm für das Thunderbolt-3-Kabel. Das ist viel zu kurz.

Neben zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen hat das 2big Dock auch einen USB-C und einen Displayport Anschluss.
Vergrößern Neben zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen hat das 2big Dock auch einen USB-C und einen Displayport Anschluss.
© Thomas Bergbold

Empfehlung: RAIDs von der Stange

G-Technology und Lacie sprechen mit ihren Produkten den professionellen Nutzer an. Eine fünfjährige Garantie ist neben der stabilen Bauweise ein deutliches Zeichen. G-Technology bietet zusätzlich einen unbegrenzten, kostenlosen technischen Support und Lacie verspricht bei den eingesetzten IronWolf-Pro-Festplatten einen kostenlosen Datenwiederherstellungsdienst. Die Preise auch entsprechend hoch. Die gebotene Leistung entspricht den schnellen 7200 U/min drehenden Festplatten der Enterprise-Klasse.

So schnelle Festplatten machen aber auch entsprechend Geräusche. Das permanente deutlich hörbare Surren ist man als SSD-Nutzer nicht mehr gewöhnt ist. Die verbauten Lüfter sind auch deutlich zu Hören. Ganz anders das Kunstwerk Bolt3. Die Leistung sucht seines gleichen, der Preis dafür ist aber auch extrem hoch.

Die schnellen Festplatten sind auf hochwertigen Schlitten montiert.
Vergrößern Die schnellen Festplatten sind auf hochwertigen Schlitten montiert.
© Thomas Bergbold

Die Laufwerke können mit ihren Thunderbolt-3-Anschlüssen auch das Macbook Pro mit Strom versorgen. Aber das ist nicht ganz ohne Einschränkungen. Die Netzteile sind nicht so stark, dass sie einen leeren Akku laden können, sie können das Macbook Pro nur mit Strom versorgen, wenn der Akku nahezu voll ist. Also eine Grundversorgung sicherstellen. Wird dem Rechner durch Bildbearbeitung oder Videorendering starke Leistung abverlangt, ist die Leistung zu schwach und dass Macbook Pro zieht seinen Strom aus dem Akku. Ist der leer, geht das Macbook Pro dann aus. Das ist uns im Test auch passiert.

Das Bolt3 von Lacie gleicht einer Skulptur. Das große Gehäuse wird von einem Magneten im Sockel gehalten. Dadurch kann man es auch leicht ohne diesen einsetzen.
Vergrößern Das Bolt3 von Lacie gleicht einer Skulptur. Das große Gehäuse wird von einem Magneten im Sockel gehalten. Dadurch kann man es auch leicht ohne diesen einsetzen.
© Thomas Bergbold
Bei den Anschlüssen beschränkt sich Lacie auf das Nötigste: Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse. Leider ist das mitgelieferte Kabel sehr kurz.
Vergrößern Bei den Anschlüssen beschränkt sich Lacie auf das Nötigste: Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse. Leider ist das mitgelieferte Kabel sehr kurz.
© Thomas Bergbold

RAID Laufwerke

Hersteller

G-Technology

Lacie

Lacie

Model

G-Raid Thunderbolt 3

Bolt3

2big Dock

Anschlüsse

Thunderbolt 3

Thunderbolt 3

Thunderbolt 3, USB-C, USB 3.0, Displayport, Compact Flash, SDHC

Preis

Ab 600,- (8TB)

2050,- (2TB)

Ab 600,- (8TB)

Info

g-technology.com/de

lacie.com/de

lacie.com/de

Preise auf Amazon.de

770,- (24TB)

2050,- (2TB)

620,- (8TB)

Thunderbolt 3 oder USB-C?

Fazit: Thunderbolt 3 ergibt im Profieinsatz durchaus Sinn. Die Leistungsdaten von PCIe-Flash-Drives schreien förmlich nach Thunderbolt 3 und dass man mehrere Laufwerke einfach in Reihe schalten kann, macht es dem Profi auch einfacher, sein System auszubauen.

Beim Einsatz von maximal zwei Datenträgern reicht auch USB-C. Die Geschwindigkeit von SATA-6-Datenträgern kann die Möglichkeiten von USB-C nicht ausreizen. Das merkt man sehr gut an unserer Crucial SSD. Beim Einsatz von PCIe-SSD stellt man nämlich eine mehr als doppelt so hohe Datentransferrate fest. Daran sieht man, das SATA-6 eigentlich Schnee von gestern ist und nur noch bei langsamen Festplatten sinnvoll ist.

Geschwindigkeit, die einen träumen lässt, erreicht man mit den PCIe Flash Drives, wie sie im Sonnet Fusion und Lacie Bolt3 verbaut sind.
Vergrößern Geschwindigkeit, die einen träumen lässt, erreicht man mit den PCIe Flash Drives, wie sie im Sonnet Fusion und Lacie Bolt3 verbaut sind.
© Thomas Bergbold
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