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macOS Mojave: Das bringt der Dunkelmodus

29.06.2018 | 11:01 Uhr | Bastian Gruber

Prominent hat Apple den Dunkelmodus für macOS 10.14 Mojave angekündigt. So sieht der Dark Mode aus, das bringt er.

Apple kleidet macOS in ein neues Gewand: Bedienelemente können ab macOS Mojave in schwarz dargestellt werden. Was das für den Nutzer bedeutet und ob es nicht nur Kosmetik ist erklären wir in diesem Artikel.

Was verspricht der Dunkelmodus?

Anwendungsentwickler sind es schon lange gewohnt, hellen Text auf dunklem Grund zu sehen. Wer den ganzen Tag Code schreibt, empfindet es als angenehm, auf einem schwarzen Hintergrund zu arbeiten. Dies schont die Augen und lässt vor allem Texte besser erkennen – richtige Kontrast- und Farbeinstellungen vorausgesetzt.

Der Trend geht wieder in Richtung dunkel, das zeigt etwa der im Apple Store empfohlene LG Ultra Fine Monitor und Apple selbst mit den Macbooks (Pro), dem iMac Pro und dessen Peripherie in Space Gray. Jetzt zieht der Hersteller das Betriebssytem hinterher: Unter Mojave erscheint auf Wunsch alles im schwarzen Glanz. Vor allem auf Geräten mit Retina-Display versprechen helle, kontrastreiche Texte auf schwarzen Grund besser für die Augen zu sein.

Dunkelmodus aktivieren

Bisher war es nur möglich, die Menüleiste verdunkelt darzustellen – Apples erster Versuch, eine Art Dunkelmodus zu implementieren. Diese Einstellung  war auch bislang eher versteckt. Die Aktivierung des Dunkelmodus in macOS Mojave hingegen erscheint prominent unter "Systemeinstellungen > Allgemein". Ganz oben prangert die Auswahl zwischen „Hell“ und „Dunkel“. Schon bei der Ersteinrichtung von macOS Mojave fragt das System nach, ob man nicht in den Dunkelmodus wechseln möchte.

Ein Klick auf "dunkel" dimmt alle Bedienelemente und Anwendungen, die für den Dunkelmodus aktualisiert wurden, langsam von hell auf dunkel. Es ist kein Neustart erforderlich. Die Menüleiste, das Dock sowie die Systemeinstellungen selber tragen anschließend ihr dunkles Gewand.

Alles dunkel?

Da macOS Mojave bislang erst in einer erste Beta-Version vorliegt, hatten Entwickler noch keine Chance, eigene Anwendungen anzupassen. Selbst Apples eigene Programme Pages, Numbers und Keynote sind bisher ausschließlich in der hellen Version verfügbar. Mail, iTunes, der App Store und andere Systemanwendungen zeigen aber bereits ihre dunkle Seite.

Genau an dieser Stelle sind während der Beta-Phase Komplikationen zu erwarten. Arbeitet der Nutzer zuerst stundenlang in einer dunklen Anwendung mit weißem Text, so fällt es schwer, die Augen wieder an eine Anwendung mit weißem Hintergrund und schwarzem Text zu gewöhnen. Einige wenige Drittanbieteranwendungen passen sich automatisch an das Schwarz an und zeigen eine komplett dunkle Benutzeroberfläche. Hier sind dann aber die Bedienelemente und der Text nicht angepasst, so dass es zu Darstellungsproblemen kommt.

Safari und dunkle Webseiten

Das nächste große Thema dürfte das Internet sein. Denn Safari versucht automatisch den Hintergrund von Webseiten schwarz darzustellen. Einziger Ausweg: Eine Webseite muss explizit eine Hintergrundfarbe gesetzt haben. Ist dies der Fall, überschreibt Mojave den Hintergrund nicht.

Dennoch dürften vor allem nicht gut gepflegte Seiten nicht mehr sonderlich attraktiv im neuen Dunkelmodus aussehen. Auch fallen auf einem schwarzen Hintergrund schlecht ausgeschnittene Logos mehr auf. Denn: Viele Logos wurden für einen weißen Hintergrund konzipiert. Schlecht geschnittene Umrandungen fallen nicht auf. Auf schwarzem Hintergrund jedoch sieht das Auge jedes kleine Detail.

Gesund oder schädlich?

Wer viel mit Mails zu tun hat, dem dürfte es auch schwer fallen, alle Texte nur noch auf schwarzem Hintergrund zu lesen. Firmenlogos sowie bunte Schriftzüge beißen sich mit dem dunklen Farbprofil. Auch ist es aus ergonomischer Sicht zweifelhaft, wie viel der schwarze Hintergrund wirklich hilft.

Weißer Text auf schwarzem Hintergrund gefällt nicht immer. Die Schrift muss ausreichend fett und mit größerem Abstand dargestellt werden. Dabei helfen vor allem hoch auflösende Monitore und durchdachte Bedienelemente.

Fazit

Schon kurz nach Erscheinen der ersten Beta passt der Dunkelmodus wunderbar in das Gesamtkonzept von macOS 10.14 Mojave. Auch auf dem Bildschirm mit schwarzer Tastatur, Trackpad und dunklem Macbook passt das neue Farbschema gut rein. Vor allem für Vielschreiber verspricht der dunkle Hintergrund ein angenehmeres Arbeiten. Dabei ist zu beachten, dass die Schrift auch entsprechend skaliert wird: Fetter, ein wenig mehr Abstand und nicht immer nur weiß, sondern auch dunkles Gelb kann man gut lesen.

Dritthersteller werden aus Erfahrung zügig nachziehen und die eigene Anwendung mit schwarzem Hintergrund anbieten. Anschließend dürfen wir uns wohl auf neue Logos vor allem in der Menüleiste und auf dem Dock freuen. Da der Dunkelmodus sehr einfach zu aktivieren ist, empfehlen wir jedem Mojave-Tester, ihn einfach Mal auszuprobieren. Es ist kein Neustart erforderlich und der Wechsel von hell zu dunkel und wieder zurück dauert nur wenige Sekunden.

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