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macOS Sierra und High Sierra: Startvolume klonen

01.11.2017 | 07:38 Uhr |

Um eine Kopie des Startvolumes zu erstellen, lässt sich unter anderem das Festplattendienstprogramm verwenden.

Zusätzlich zur regelmäßigen Sicherung mit Time Machine auf einem externen Laufwerk ist es in manchen Fällen auch empfehlenswert, eine exakte Kopie (einen Klon) des internen Datenträgers auf einem anderen Laufwerk anzulegen. Denn ein Klon hat gegenüber der Sicherung mit Time Machine unter anderem den Vorteil, dass man im Falle eines größeren Problems auf dem internen Laufwerk sofort von dieser Kopie den Mac neu starten und anschließend weiterarbeiten kann, ohne zuvor das interne Laufwerk aus einer Datensicherung wiederherzustellen. Zudem lässt sich ein Klon auch dazu einsetzen, ein größeres Systemupdate zu testen, beispielsweise auf Unverträglichkeiten installierter Programme mit dem Update, bevor man die neue Systemversion auf dem internen Laufwerk installiert.

Festplattendienstprogramm einsetzen (Sierra)

Mit dem Festplattendienstprogramm lässt sich eine Kopie des internen Laufwerks mit Bordmittel des Systems erstellen. Der Nachteil: Man muss dazu den Mac von der Wiederherstellungspartition starten und kann den Rechner nicht verwenden, bis die Kopie erstellt ist. Zum Klonen schließt man das externe Laufwerk an, auf dem die Kopie erstellt werden soll, startet anschließend den Mac neu und drückt dann sofort die Tastenkombination Befehlstaste-R. Die beiden Tasten hält man so lange gedrückt, bis ein Fortschrittsbalken auf dem Bildschirm erscheint. Am Schluss des Startprozesses markiert man das Festplattendienstprogramm im Fenster „macOS-Dienstprogramme“ und klickt auf „Fortfahren“, um das Programm zu starten.

Für einen Klon vorgesehene Laufwerke muss man zuvor mit dem richtigen Dateiformat und Partitionsschema vorbereiten.
Vergrößern Für einen Klon vorgesehene Laufwerke muss man zuvor mit dem richtigen Dateiformat und Partitionsschema vorbereiten.

Bevor man den Kopiervorgang startet, muss man das externe Laufwerk mit dem Festplattendienstprogramm einrichten, denn meistens sind diese Laufwerke nicht im für das macOS erforderlichen Dateiformat eingerichtet. Dazu wählt man das Laufwerk für den Klon (nicht das dort angelegte Volume) in der Seitenleiste aus und klickt in der Symbolleiste auf „Löschen“. Im sich einblendenden Fenster gibt man dem Laufwerk einen Namen und wählt bei „Format“ die Option „Mac OS Extended (Journaled)“ und stellt bei „Schema“ die Option „GUID-Partitionstabelle“ ein. Mit einem Klick auf „Löschen“ wird der Datenträger eingerichtet. Anschließend markiert man wiederum das zuvor eingerichtete Ziellaufwerk in der Seitenleiste und klickt in der Symbolleiste auf „Wiederherstellen“. Es blendet sich ein Fenster mit einer Warnung ein, dass auf dem zuvor gewählten Zielvolume alle Daten gelöscht werden, sowie mit einem Aufklappmenü, in dem man nun das interne Volume auswählt, das geklont werden soll. Mit einem Klick auf „Wiederherstellen“ startet der Kopiervorgang. Nach Abschluss des Kopiervorgangs werden die kopierten Daten noch mit dem Original verglichen. Ist das Festplattendienstprogramm fertig, beendet man es und startet den Mac neu.

Um das interne Startlaufwerk eines Mac zu klonen, muss man den Rechner von der Wiederherstellungspartition starten.
Vergrößern Um das interne Startlaufwerk eines Mac zu klonen, muss man den Rechner von der Wiederherstellungspartition starten.

Festplattendienstprogramm einsetzen (High Sierra)

Will man sein Startvolume klonen, ist unter dem aktuellen System wie unter Sierra das Booten über die Wiederherstellungspartition nötig. Etwas komplizierter läuft der Klonvorgan aber unter dem neuen System High Sierra ab, wenn man das Format APFS verwendet.

Das neue Format APFS ist bei Macs mit SSD Standard. Will man ein APFS-Volume auf ein zweites Medium klonen, muss letzteres im Format APFS formatiert sein. Man muss das Medium vor dem Klonen in dieses Format umformatieren, sonst schlägt der Klonvorgang fehl. Auswählen kann man das Format APFS allerdings nur, wenn man im Festplattendiensprogramm unter "Darstellung" die Ansichtsart "Alle Medien anzeigen" gewählt hat. Als Schema muss außerdem "GUID-Partitionstabelle" ausgewählt sein.

Nur unter dieser Darstellungsart sieht man dann außerdem in der Seitenleiste den so genannten APFS-Container: Letzterer trägt einen Namen wie "Container disk 22" und muss nun als Ziel der Wiederherstellung ausgewählt werden. Klickt man auf den noch leeren Container, kann man den Button "Wiederherstellen" aktivieren. Ein Fenster öffnet sich und listet über ein Ausklappmenü die auswählbaren Quell-Container auf, etwa "Container  disk4". Über "Wiederherstellen" startet der Klonvorgang.

Hinweis: Alternativ kann man ein Image als Quelle auswählen.

Unter High Sierra ist das Klonen etwas komplizierter.
Vergrößern Unter High Sierra ist das Klonen etwas komplizierter.

Klonprogramme

Das Festplattendienstprogramm hat einen entscheidenden Nachteil: Bei jedem Klonvorgang werden immer alle Daten übertragen, was bei größeren Datenmengen entsprechend lange dauert, natürlich jeweils abhängig von der Geschwindigkeit des Ziellaufwerks und seiner Anbindung an den Mac. Klonprogramme wie Carbon Copy Cloner und Super Duper verstehen sich dagegen darauf, nach dem ersten Klonen nur noch die geänderten und neuen Daten zu übertragen. Zudem kann man den internen Datenträger des Mac kopieren, auch während man den Rechner von diesem gestartet hat. Startfähig sind die Klone bei beiden Programmen. Man kann sie kostenlos testen, für den ständigen Gebrauch (Carbon Copy Cloner) beziehungsweise zur Nutzung aller über den einfachen Klonvorgang hinausgehenden Funktionen (Super Duper) muss man die Programme bezahlen.

Bevor man den Kopiervorgang startet, muss man wie beim Klonen mit dem Festplattendienstprogramm das externe Laufwerk mit Dienstprogramm wie zuvor beschrieben im Format „Mac OS Extended (Journaled)“ und mit dem Schema „GUID-Partitionstabelle“ einrichten. Blendet sich nach dem Löschen ein Fenster mit der Frage ein, ob man das neu eingerichtete Laufwerk für Time Machine nutzen möchte, klickt man auf „Nicht verwenden“.

Carbon Copy Cloner

Carbon Copy Cloner hat eine übersichtliche, deutschsprachige Bedienoberfläche. Auch die Hilfedateien sind weitgehend lokalisiert. Um den ersten Klonvorgang zu starten, wählt man nach jeweils einem Klick in die Bereiche „Quelle“ und „Ziel“ die entsprechenden Volumes aus, belässt das Aufklappmenü „Klonen“ bei der Einstellung „Alle Dateien“ und klickt auf „Klonen“. Stellt man den Schalter „SafetyNet“ auf „ON“, werden bei allen folgenden Klonvorgängen die alten Dateien in den Ordner „_CCC SafetyNet“ verschoben, bevor sie durch die neuen Versionen überschrieben werden. Auch die auf dem Quellvolume gelöschten Dateien landen dann dort. Carbon Copy Cloner kann den Kopiervorgang auch automatisch starten, die Einstellungen nimmt man nach einem Klick in den Bereich „Zeitplan“ vor. Neben den zeitgesteuerten Vorgaben (stündlich, täglich, wöchentlich und monatlich) lässt sich alternativ „Wenn Quelle und Ziel verbunden sind“ wählen. Dann startet das Programm den Kopiervorgang, sobald man das Ziellaufwerk an den Mac anschließt.

Carbon Copy Cloner hat eine übersichtliche und deutschsprachige Bedienoberfläche, was die Bedienung einfach macht.
Vergrößern Carbon Copy Cloner hat eine übersichtliche und deutschsprachige Bedienoberfläche, was die Bedienung einfach macht.

Carbon Copy Cloner kann auf dem Ziellaufwerk auch eine Wiederherstellungspartition anlegen, von der man den Mac starten kann. Dazu markiert man in der Seitenleiste des Programmfensters das Volume mit dem Klon, klickt auf „Recovery HD“ und anschließend auf „Recovery HD wiederherstellen“. Daraufhin erstellt das Programm auf dem Ziellaufwerk eine unsichtbare Partition und kopiert die Daten von der internen Wiederherstellungspartition dorthin. Um von der geklonten Wiederherstellungspartition zu starten, macht man einen Neustart und hält dabei die Wahltaste gedrückt, um den Startmanager aufzurufen. Dort wählt man dann zwischen den verschiedenen Startvolumes und Wiederherstellungspartitionen aus. In der Systemeinstellung „Startvolume“ erscheinen die Wiederherstellungspartitionen nicht, dort sind nur die normalen, startfähigen Volumes aufgeführt.

Carbon Copy Cloner kann auch die Wiederherstellungspartition auf das Ziellaufwerk übertragen.
Vergrößern Carbon Copy Cloner kann auch die Wiederherstellungspartition auf das Ziellaufwerk übertragen.

Super Duper

Für den ersten Kopiervorgang mit dem nur in Englisch verfügbaren Super Duper wählt man im Programmfenster im Aufklappmenü bei „Copy“ den internen Datenträger aus und im Aufklappmenü bei „to“ das Ziellaufwerk für den Klon. Im unteren Aufklappmenü ist „Backup - all files“ die richtige Einstellung. Per Klick auf „Copy Now“ startet man den Kopiervorgang. Diesen muss man im nächsten Fenster durch Eingabe des Benutzerpassworts bestätigen und wird dann nochmal gewarnt, dass dabei alle Daten auf dem Ziellaufwerk gelöscht werden. Mit Klick auf „Copy“ werden nun die Daten übertragen.

Um weitere Einstellungen in Super Duper vorzunehmen, muss man das Programm zuerst kaufen und freischalten.
Vergrößern Um weitere Einstellungen in Super Duper vorzunehmen, muss man das Programm zuerst kaufen und freischalten.

Für alle folgenden Klonvorgänge muss man unter „Options“ im Aufklappmenü „During copy“ anstatt der standardmäßigen Einstellung „Erase ..., then copy files from ...“ den Eintrag „Smart Update ... from ...“ auswählen. Dann überträgt das Programm nur noch die neu hinzugekommenen und die geänderten Dateien und löscht die alten Versionen. Diese Einstellung wie auch alle weiteren stehen aber nur in der gekauften Ausgabe des Programms zur Verfügung. Nach einem Klick auf „Schedule“ lassen sich Zeitvorgaben für eine automatische Sicherung machen. Dazu markiert man die Wochen und die Wochentage, an denen der Klonvorgang gestartet werden, und legt eine Uhrzeit fest. Alternativ oder auch zusätzlich kann man „When you connect ... to your Macintosh“ markieren. Dann startet der Kopiervorgang, sobald man das Ziellaufwerk an den Mac anschließt.

Der erste Klon ist mit Super Duper schnell eingerichtet, die Bedienoberfläche erinnert aber an längst vergangene Versionen des macOS.
Vergrößern Der erste Klon ist mit Super Duper schnell eingerichtet, die Bedienoberfläche erinnert aber an längst vergangene Versionen des macOS.

Fazit

Um nur gelegentlich einen Klon zu erstellen, ist man mit dem Festplattendienstprogramm ausreichend ausgestattet, muss aber entsprechende Wartezeit einplanen, da während des Kopierens der Mac nicht benutzt werden kann. Für regelmäßige Datensicherungen per Klon ist dagegen die Investition in Carbon Copy Cloner zu empfehlen. Das moderne und ständig aktualisierte Programm bietet zudem die Möglichkeit, alte Dateiversionen und gelöschte Objekte aufzubewahren, sofern genügend Platz auf dem Ziellaufwerk vorhanden ist. Super Duper ist zwar etwas preisgünstiger, bietet aber weniger Optionen für das Klonen und hat zudem eine veraltete Bedienoberfläche und auch eine nicht mehr aktuelle Dokumentation. Funktionieren tut das Programm aber problemlos.

 

 

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