2392812

Meinung: Warum das iPad Mehrbenutzerfähigkeit braucht

26.11.2018 | 11:45 Uhr |

Das iPad, der Homepod und das Apple TV benötigen Unterstützung für mehrere Benutzer. Das sind die Gründe dafür.

In einer aus Apples Sicht idealen Welt unterhielten wir alle unsere Kollektion persönlicher Geräte -  vorzugsweise solche von Apple. Wir würden nie das Haus ohne unser iPhone oder unsere Apple Watch (oder wahrscheinlich beides) verlassen, wir würden uns auf die Couch setzen, auf unseren persönlichen iPads im Internet surfen und gleichzeitig die neueste heiße Show auf unserem individuellen Apple TV genießen. Und für alle Aufgaben, die mehr Aufwand bedeuten, ziehen wir uns an unsere persönlichen Macbooks oder iMacs zurück.

Für einige von uns ist das gelebte Realität. Für andere klingt das wie ein Alptraumszenario. Schließlich leben viele von uns in Haushalten mit mehr als einer Person. Wie viele Apple TVs oder iPads brauchen wir wirklich? Ja, ein iPhone oder eine Apple Watch ist sicherlich ein persönliches Gerät, aber warum muss das der Standard auf so breiter Front sein?

Es ist an der Zeit für Apple zu akzeptieren, dass einige von uns ihre Geräte teilen. Ich weiß; Schrecklicher Gedanke: Wie können wir zulassen, dass jemand, selbst unsere Nächsten und Liebsten, seine schmutzigen Pfoten über unsere schönen Platten aus Metall und Glas zieht? Nun, manchmal geht es um Bequemlichkeit, manchmal um Prinzipien, und manchmal geht es nur darum, ein wenig Geld zu sparen. Aber je früher Apple diese Tatsache akzeptiert, desto eher kann es damit anfangen, seine Geräte für Mehrbenutzerhaushalte freundlicher zu gestalten.

Eher ein "wePad".

Es gibt viele Argumente, ob das iPad wirklich ein "Computer" ist oder nicht, aber auf eine Weise ist es das definitiv nicht: Dies ist kein Gerät, das für Menschen entwickelt wurde, die es im Familien- oder Freundeskreis teilen möchten.

Natürlich geht es: Man kann sein iPad an den Partner weitergeben, wenn dieser etwas im Web nachschlagen oder vielleicht sogar etwas auf Netflix sehen will. Aber es wird sehr schnell klar, dass man dabei nur ein Gast im Haus eines anderen ist. Als solcher bekommen Sie weder ihre iMessages noch Ihre E-Mail zugestellt - können dabei aber auf die des Partners zugreifen, sind nicht in Ihren eigenen Social-Media-Konten eingeloggt und – am kriminellsten von allen – Ihre Netflix-Ansichtgewohnheiten werden die Vorschläge des Algorithmus verfälschen.

Was das iPad in diesem Fall benötigt, sind nichts weniger als separate Konten, die mit separaten Apple IDs und iCloud-Accounts verknüpft sind und den Zugriff auf die individuellen Einstellungen, Apps und Medien jedes Benutzers ermöglichen. Jeder Benutzer hat ein eigenes Passwort, um sich in sein Konto einzuloggen. Oder noch besser: Er wird einfach per Face ID erkannt, wie auf dem neuen iPad Pro.

Ob Sie es glauben oder nicht, es gibt tatsächlich einen Präzedenzfall für dieses System auf dem iPad. Apple bietet ein Multi-User-iPad-System für den Bildungseinsatz an, das verschiedene Konten bereitstellt, so dass jeder Schüler ein iPad abholen und es sein iPad sein lassen kann. Es wäre toll, wenn ein ähnliches System für alle iPad-Nutzer eingeführt und vielleicht sogar mit den Funktionen der Familienfreigabe kombiniert würde, die die Benutzer bereits haben. Auf diese Weise können Sie nicht nur verwalten, welche Benutzer was tun können, sondern auch die Bildschirmzeitbeschränkungen durchsetzen.

Mi HomePod es su HomePod

Apples intelligenter Lautsprecher bietet großartigen Klang, aber bei vielen anderen Funktionen hinkt er Konkurrenzprodukten hinterher. Eine dieser Einschränkungen ist es, dass der Lautsprecher nicht mehrere Benutzer erkennt. Während ich weiß, dass viele Leute allein leben und vollkommen glücklich sind, dass ihr HomePod für sie und nur sie allein arbeitet, würden viele von uns den Support mehrerer Benutzer begrüßen.

Nun funktionieren viele der HomePod-Funktionen für mehrere Benutzer gut: Jeder kann einen Timer einstellen, nach dem Wetter fragen oder (vorausgesetzt, das Apple Music Abonnement ist daran angeschlossen) einen Song abspielen. Aber wenn es darum geht, auf Kalender zuzugreifen, Anrufe zu tätigen, iMessages zu senden oder zu lesen, dann wäre es für den HomePod hilfreich, dies nicht nur für eine einzelne Person in einem Haushalt zu erledigen. Gleichzeitig würde es dazu beitragen, dass andere Menschen im Haus nicht (zufällig oder absichtlich) die persönlichen Nachrichten von jemand anderem erhalten.

Zugegebenermaßen ist dies ein härteres Problem als Ihr herkömmliches Multi-User-Setup, angesichts des relativen Mangels an Benutzeroberfläche, aber da die Hey-Siri-Trainingsfunktion auf iOS-Geräten bereits dazu beiträgt, andere Personen daran zu hindern, den virtuellen Assistenten auf Ihrem iPhone oder iPad auszulösen, sieht das nach einem guten Sprungbrett aus, um einen robusteren Multi-User-Support aufzubauen. Außerdem bieten Wettbewerber wie Amazon und Google diese Funktion bereits auf ihren Smart-Home-Lautsprechern an. Eine weitere Gelegenheit für Apple, dem Beispiel seinen Konkurrenten zu folgen und sie möglicherweise sogar zu übertreffen.

TV für alle

Während Sie vielleicht mehr als einen Fernsehapparat in Ihrem Haus haben, können Sie ihn nicht jeweils einer bestimmten Person zuordnen, das TV-Gerät können immer mehrere für sich nutzen. Das Gleiche sollte für Ihr Apple TV gelten, aber die Set-Top-Box ist untrennbar mit einem bestimmten iCloud-Account verbunden - was bedeutet, dass alle ihre Apps ebenfalls nur einer Person zugeordnet sind.

Apple TV: Mit einem einzigen iCloud-Konto verknüpft.

Einige Dienste, wie Netflix und Hulu, haben in diesem Fall ihren eigenen Lösungen entwickelt, so dass Sie mehrere Profile auf einem einzigen Konto erstellen können. Das ist ein guter Anfang, aber es wäre am besten, wenn Apple diese Philosophie im gesamten tvOS übernehmen würde. Dann könnte uns die TV-App beispielsweise ermöglichen, unsere Merklisten getrennt von den anderen Personen in unseren Haushalten zu verfolgen, denn wir wollen nicht alle dasselbe sehen.

Und wie auf dem iPad wäre es hilfreich, einen Modus des Apple TV zu erstellen, den Eltern über Familienfreigabe und Bildschirmzeit verwalten können, um sicherzustellen, dass die Kinder den Fernseher nicht einschalten, wenn sie ihre Hausaufgaben machen sollten. Verschiedene Profile können durch PIN-Codes geschützt werden oder, wenn wir unsere Phantasie etwas spielen lassen, könnte auch die Siri Remote das mit einem Touch-ID-Sensor erledigen, der jederzeit erkennt, wer das Apple TV nutzt.

Für Apple sind wir vielleicht alle Kunden, aber wir sind keine austauschbaren Umsatzquellen. Das Unternehmen sollte erkennen, dass wir nicht unbedingt einen kompletten Satz von Produkten für jede Person in unserem Haushalt kaufen und aufhören, die Realität der Art und Weise, wie wir unsere Geräte benutzen, absichtlich zu ignorieren.

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2392812