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Melancholisch auf Reisen: "Old Man's Journey" für iOS

11.07.2017 | 14:08 Uhr |

Mit der Wanderschaft des alten Mannes erzählt Entwickler Broken Rules im Grunde eine Familiengeschichte im Rückblick und im Fortschritt. Und das auf eine äußerst wehmütig-nostalgische Art.

Old Man's Journey ist ein ungewöhnliches Spiel: Unser ”Held” ist ein alter Mann mit weißem Bart, der eines Tages einen Brief erhält und sich ohne Zögern auf den Weg durch eine Welt wie aus dem Bilderbuch macht. Wohin die Reise geht, kann man anfangs nur erahnen aus den zahlreichen Rückblicken, die sich bei bestimmten Stationen automatisch einstellen. Offenbar hat er sich als junger Mann verliebt, geheiratet, eine Familie gegründet, um sich dann wegen einer Schatzkarte zu verabschieden und alles hinter sich zu lassen. Als alter Mann bereut er diesen Entschluss und versucht zu retten, was noch zu retten ist. Mehr sei hier von der Story aber nicht verraten.

Nach d er Geschichte hinter "Old Man's Journey" haben wir bei Entwickler Broken Rules gefragt.

Wenn Berge kreißen …

Das Spielprinzip ist einerseits ganz leicht: Durch Berge und Täler, vorbei an Gewässern und Schafherden bahnen wir uns den Weg, indem wir mit einer Anmutung von ”Inception” zwar keine Straßen und Hochhäuser verschieben, dafür aber Wiesen, Berge und manchmal Straßen und Schienen. Dies ist erforderlich, um unserem alten Mann den Weg zu bahnen und gar nicht immer so offensichtlich. Zumal nicht immer ganz klar ist, in welche Richtung wir eigentlich weitergehen sollen. Wenn die Wege zueinander passen und anschließen, wird dies durch gelbe Striche mit einem Punkt markiert. Dazu ist es erforderlich, manchmal auch wieder ganz zurückzugehen, denn nur Wege, auf denen wir nicht selbst stehen, lassen sich auch bewegen. Gelegentlich helfen uns Fahrzeuge wie ein Lastwagen oder ein Zug, um schneller weiter zu kommen – doch auch hier müssen wir dann in deutlich erhöhtem Tempo Schienen und Straßen so verschieben, dass die Fahrt weitergeht. Was übrigens mit am meisten Spaß macht. Hin und wieder sind uns auch andere, lebendige Hindernisse im Weg, wie kleine Schafherden, die wir geschickt hin und her bewegen müssen, um sie passieren zu können.

Schönes und überschaubares iOS-Game

Ansonsten ist das Spiel an einigen zusätzlichen Stellen interaktiv, wenn man etwa auf ein Fenster tippt oder auf bestimmte Personen. Das dient aber nur zu Illustration und hat zumeist keine Bedeutung für den Spielfortgang.

Insgesamt ist Old Man's Journey ein schön gestaltetes, nicht allzu langes iOS-Adventure mit menschlich etwas tiefgründigerem Background als sonst gewohnt. Man kann es durchaus auch ein zweites Mal spielen, dann hat man einen ganz anderen ”Flow” und erkennt Details, die einem beim Grübeln vorher entgangen sind.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Old Man's Journey gibt es im App Store   zum Preis von 5,49 Euro – nicht ganz günstig angesichts der Nettospielzeit von nicht einmal 90 Minuten. Welche wie üblich abhängig ist davon, wie schnell man die Rätsel durchschaut und wie viel Zeit man sich insgesamt lässt. Vorausgesetzt wird mindestens iOS 10.0,die Download-Größe konnte mit der letzten Version 1.2 von über 1,7 GB auf etwas über 500 MB herabgesetzt werden – iPhone- und iPad-User mit weniger Speicherplatz dürften das sehr begrüßen.

Fazit und Empfehlung

Old Man's Journey ist ein ruhiges, streckenweise melancholisches Spiel um einen alten Mann, der versucht, mit seiner Wanderung sein Leben in Ordnung zu bringen. Die Rätsel sind, von kleinen Ausnahmen abgesehen, insgesamt leicht und lösbar. Auch ein schönes Game zur Entspannung in Urlaub und Ferien …

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