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Microsoft bringt Browser Edge auf den Mac

07.12.2018 | 09:50 Uhr |

Apple Music auf Amazon Echo und jetzt auch noch Edge auf dem Mac: Was ist denn da los in der IT-Welt?

Im kommenden Jahr werden Mac-Anwender einen weiteren Browser zur Auswahl haben, Microsoft will seinen in Windows 10 integrierten Edge auch auf den Mac portieren. Das geschehe laut "The Verge" im Zuge einer Neuausrichtung der Software, die Microsoft auf die Render-Engine Chromium setzen will, auf der auch Googles Browser Chrome basiert. Microsoft ist nicht daran gelegen, den Marktanteil des Browsers auszubauen, die Browser-Kriege, die der damalige CEO Bill Gates am 7. Dezember 1995 in seiner berüchtigten "Pearl-Harbour-Rede" ausgerufen hatte, sind längst Geschichte. Der Konzern gesteht sich und seinen Entwicklern aber ein, dass viele Programmierer mit dem Mac arbeiten und die Möglichkeit sicher zu schätzen wissen, ihre Produkte direkt mit Edge prüfen zu können, ohne von der Boot-Camp-Partition neu starten zu müssen.

Als der damalige Microsoft CEO  Bill Gates am 7. Dezember 1995 den Browserkrieg gegen Netscape ausrief, war ihm vor allem das wichtig: Der Kunde solle doch bei Microsoft-Produkten bleiben und nicht fremd gehen – am Ende noch zu anderen Plattformen. Denn wer den Browser hat, der hat auch den Kunden und gibt ihn nicht mehr so schnell wieder her. Die kleine Firma Netscape hatte mit ihrem Navigator das damals noch junge Internet erst so richtig durchstöberbar gemacht und damit auch gute Geschäfte – anfangs kostete der Netscape Navigator sogar Geld. Mit der in der Pearl-Harbor-Rede von vor 23 Jahren angekündigten Maßnahme, den Internet Explorer kostenlos zu verteilen, war das Schicksal von Netscape besiegelt. Wenig später fand die Firma Unterschlupf bei AOL, das damals sogar Time Warner schluckte und heute obsolet ist. Microsoft hat den Browserkrieg gewissermaßen gewonnen. Der Internet Explorer ist zwar längst nicht mehr das, was er mal war, nämlich ein Quasi-Monopolist, sondern selbst von Microsoft in die Obsoleszenz geschickt und durch Edge ersetzt.

Der Browser als solcher hat auch längst die Bedeutung verloren, die er Mitte der Neunziger hatte. Dennoch gilt nach wie vor: Wer die Plattform hat, der hat den Kunden. Nur sind das heute eben nicht mehr Betriebssysteme und die darin verankerten Internetprogramme, Plattformen setzen heute Hersteller übergreifend an. Man denke nur an WeChat, das überspitzt gesagt chinesische Kunden den ganzen Tag nicht verlassen müssen, um zu kommunizieren, kooperieren und konsumieren. Auf welchem Gerät, ist letztlich egal.

Apple selbst scheint auch den Weg hin zum Plattformanbieter einzuschlagen, die Entscheidung, Apple Music nun auch auf Amazon-Geräten spielen zu lassen könnte der Strategie mit dem eigenen TV-Streamingdienst vorgreifen, der vermutlich nicht nur auf dem Apple TV und anderer Hardware aus Cupertino nutzbar sein wird.

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