2272613

Visual Studio für Mac - Welche Strategie verfolgt Microsoft?

11.05.2017 | 10:58 Uhr |

Seit heute kommen auch Apple-Entwickler in den Genuss, mit der bekannten IDE Visual Studio zu arbeiten. Doch der Name und das Marketing auf der Webseite trügen: Ähnlich wie bei Office für Mac handelt es sich um ein komplett neues Produkt, welches nach und nach mit der Windows-Variante kompatibel gemacht werden soll.

Anders als noch unter Steve Ballmers Regie, der wohl niemals Windows-Produkte auf verschiedenen Plattformen anzubieten beabsichtigte, veröffentlicht Microsoft die ersten vollständige Programmier-Umgebung Visual Studio auch für macOS. Man hat zwar mit Visual Code schon den kleinen Ableger für Apple-Hardware auf den Markt gebracht, doch mit Visual Studio verfolgt Microsoft wohl ganz neue Ziele.

Apps und das Web

Die neue Einnahmequelle heißt Cloud-Services. Auch wenn der Name “Cloud” schon fast zu Tode angepriesen wurde, so fangen Microsoft, Google und Apple gerade erst an, diese Sparte auch gesondert auszuweisen und als Haupteinnahmequelle zu platzieren.

Sprich, Microsoft ist darum bemüht, die eigene Azure-Plattform weiter prominent zu platzieren. Auch findet sich im Werbetext zu Visual Studio eine Menge Referenzen zu Web Anwendungen. Hier liegt der Schlüssel der nächsten Jahre. Microsoft tritt so in den offenen Wettstreit mit Google und Amazon.

Doch auch das Hier und Jetzt vergisst Microsoft nicht. Neben macOS und Windows Apps lassen sich damit auch mobile Anwendungen für iOS und Android entwickeln. Somit werden Entwickler langsam an das Windows und Microsoft Gefühl herangeführt.

 .NET-Anwendungen

Mit einem Thema wird es aber sehr spezifisch, nämlich Microsofts eigene Bibliothek .NET. Damit lassen sich sogenannte Backend-Dienste entwickeln, die anschließend auf der eigenen Azure-Plattform laufen können. Microsoft reagiert damit auf den Trend, dass das Macbook bei allen StartUps quasi zum Standard gehört. Aus StartUps werden nicht selten auch größere Unternehmen, oder sie bestimmen wenigstens den Trend der nächsten Jahre.

Mit der Azure-Plattform tritt man hier direkt gegen AWS von Amazon an, und bietet kostengünstige Server zum Betrieb von Server-Applikationen, die heutzutage jede App oder Webanwendung benötigt. Microsoft muss also gar keinen Betriebssystem-Wettkampf mehr gewinnen. Der nächste Wettstreit dreht sich um Server und Web-Dienste. Und genau da vermarktet sich Microsoft nun mit Visual Studio. App-Hersteller, egal welcher Sorte, sollen möglichst viele Microsoft-Services nutzen.

Kompatibilität mit Windows Visual Studio ist geplant

Die macOS-Variante von Visual Studio basiert auf auf Xamarin Studio, einer Programmierumgebung für Windows und macOS. Man ist hier eine Partnerschaft eingegangen, und von Seitens Xamarin lobt man den sehr guten Aufbau auf der Code Seite von Visual Studio.

Auch der Produkt-Manager von Visual Studio hat sich zu Wort gemeldet, und erklärt, dass man mit dem Produkt derzeit macOS und Windows-Applikationen erstellen kann. Auch liegt ein großes Augenmerk auf die Verwendung der beliebten Visual-Code-Erweiterungen, die bislang nur unter der Windows Variante zur Verfügung stehen.

Fazit

Microsoft nutzt hier seine gute Marke Visual Studio, die allseits einen sehr guten Ruf genießt, und bringt die Lösung nun auch auf den Mac. Microsoft will sich so als App-Hersteller und Dienstleistungsanbieter positionieren, um den Ruf in der Entwicklergemeinde zu verbessern, und so mehr Firmen und Entwicklern zum Erstellen von .NET Anwendungen zu verleiten. Die Anbindung an Azure folgt auch demnächst, sodass Entwickler mit wenigen Klicks Microsoft-Serverlösung bedienen können.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2272613